Freitag, 16. Juli 2010, 15:12 Uhr

Erstes Interview mit Torero Julio Aparicio nach Horror-Stier-Attacke

Köln. Sein Foto ging um die Welt. Aber es war nicht das Foto eines stolzen Toreros, sondern der wohl dramatischste Moment im Leben von Julio Aparicio (41). Dass der spanische Star-Matador noch am Leben ist, grenzt an ein Wunder. Als am 21. Mai ein 530 Kilo schwerer Stier sein Horn durch den Hals des erfahrenen Toreros bohrte, stockte 20.000 Zuschauern in der berühmten Stierkampfarena von Madrid der Atem. Julio Aparicio überlebte. In seinem weltweit ersten Interview berichtet er exklusiv in “Explosiv-Weekend” am Samstag, 17. Juli, 19.05 Uhr, wie er den Unfall erlebt hat und warum er bereits am ersten August wieder kämpfen will.

Was in “Las Ventas”, der großen Stierkampfarena von Madrid, als Triumphzug enden sollte, wurde für ihn ein Kampf um Leben und Tod. Als der Torero kurz ins Stolpern kam, rammte der 530-Kilo-Stier Opiparo sein Horn in den Hals des hilflosen Matadors. Es trat durch den Mund von Aparicio wieder aus.

Unglaublich, dass Julio Aparicio diese spektakuläre Attacke des Stiers überlebte. In einer sechstündigen Nacht-OP konnte sein Leben gerettet werden. Maximo Padros, Chef des Ärzeteams von Las Ventas erinnert sich. “Er kam hier rein mit einem Handtuch, das sie ihm auf den Hals drückten. Und das Blut sprudelte nur so aus seinem Mund, jede Menge Blut. Das Horn war vorn am Hals eingetreten und kam oben zum Mund wieder heraus. Es war eine schwere Verletzung, wir mussten uns beeilen.” Julio Aparicio sollte Glück haben. Seine Zunge war zerrissen, der Kiefer gebrochen. Doch die Tatsache, dass das Horn wieder austrat, rettete ihm das Leben. So wurde während der Stier-Attacke keine Arterie verletzt.

Zwei Monate nach dem dramatischen Unfall sprach Aparicio jetzt exklusiv mit “Explosiv-Weekend” über den Augenblick, durch den kein Torero berühmt werden möchte. “Am Hals, da ist das Horn rein. – Wie fühlt sich das an, diese Stelle jetzt zu berühren? – Gut, wirklich. Es macht mir gar nichts aus. Keine Schmerzen, keine Spuren. Na ja, es ist halt eine Erinnerung an einen besonderen Tag. Ich sehe das positiv. Es ist eine Ehre, in der Arena von Madrid kämpfen zu dürfen. Und daran habe ich jetzt eine Erinnerung. Bis ins hohe Alter. Das ist etwas Schönes.”

Für den stolzen Torero steht fest, der Kampf geht weiter. Bereits am ersten August will er in Pontevedra den Kampf gegen den nächsten Stier und wahrscheinlich auch gegen sein erlittenes Trauma aufnehmen: “Du darfst nicht in der Vergangenheit bleiben. Das war ein sehr hässlicher Treffer, aber ich habe Gott sei Dank überlebt und jetzt muss ich an meine Zukunft denken.” Während der stolze Matador dem nächsten Kampf entgegen sieht, schaut die Welt noch fassungslos auf sein spektakuläres Foto vom 21. Mai. “Explosiv-Weekend” traf Freunde, die die bangen Minuten nach dem Unfall miterlebten. Sprach mit begeisterten Anhängern über die Faszination Stierkampf. Doch auch viele kritische Stimmen wurden nach dem Unfall wieder laut. Julio Aparicio hat seinen letzten Kampf gegen den Stier verloren, aber sein Leben zurück gewonnen. Wird das Schicksal ihm noch einmal gewogen sein? Am ersten August in Pontevedra werden erneut Tausende von Zuschauern in der Arena einen Kampf auf Leben und Tod begleiten, als hätte es dieses Foto nie gegeben.

Fotos: RTL