Samstag, 24. Juli 2010, 18:07 Uhr

Loveparade: Mindestens zehn Tote bei Massenpanik in Duisburg

Duisburg. Bei der zur Stunde stattfindenden Loveparade ist es zu einer Massenpanik gekommen, bei der vor dem Veranstaltungsgelände mehrere Menschen zu Tode kamen. Ersten Berichten zufolge sei es in einem Tunnel in der Nähe des Duisburger Bahnhofes, dem einzigen Zugang,  zu dramatischen Szenen gekommen. Es soll elf Tote geben, zehn Menschen seien reanimiert worden. Zahlreiche Menschen wurden am Eingang des Veranstaltungsgelände am Alten Güterbahnhofs von hinten drückenden Menschenmassen in dem Tunnel niedergetrampelt. Kurz hinter dem Tunnel unter einer Autobahn war jedoch der Zugang zu dem Veranstaltungsgelände der weltweit größten Techno-Pary zuvor wegen Überfüllung geschlossen worden.

Der WDR, der die Party live überträgt, berichtete, Teilnehmer seien über die gesperrte Autobahn neben dem Festivalgelände in den Tunnel in der Karl-Lehr-Straße gelaufen.

Polizei und Krankenwagen haben zur Stunde große Probleme zum Unglücksort vorzudringen. Neun Rettungshubschrauber sind im Einsatz. Ein Notlager soll errichtet werden. FOTOS

Bild-Reporter Frank Schneider schilderte der Bild-Zeitung: “Ich habe allein schon elf Tote gezählt, es sieht aus wie in Bagdad nach einem Angriff.“ Die Toten waren bereits mit Laken abgedeckt.”

Auf dem Veranstaltungsgelände befinden sich angeblich 1,4 Millionen Menschen, weitere 500.000 wollten auf das 230.000qm große Gelände vorgelassen werden. Das Drama habe sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bis zum Alten Güterbahnhof herumgesprochen.

Neuankömmlinge wurden um 18 Uhr durch Einsatzkräfte der Polizei per Lautsprecher aufgefordert, wieder in Richtung Innenstadt zurück gehen, Fluchtgitter seien geöffnet worden. Die Situation am Duisburger Hauptbahnhof spitzt sich zu, er ist derzeit abgesperrt, da zu viele Teilnehmer zu den Gleisen drängten.

Angeblich soll die Party unverzüglich abgebrochen werden. Die Organisatoren suchen jetzt fieberhaft nach einer Lösung die Veranstaltung abzusagen, ohne eine weitere Massenpanik herauszufordern.

UPDATE 19.00 Uhr: “Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden”, erklärte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Die Notausgänge des Geländes wurden inzwischen geöffnet.

UPDATE 19.25 Uhr: Die Autobahn A59 ist für den Verkehr gesperrt worden, Notzelte wurden dort aufgebaut, berichtete der Sender WDR.

UPDATE 19.51 Uhr: Die Lage ist noch unübersichtlich. Neuesten Berichten zufolge soll es 15 Tote geben und zwischen 10 und 45 Schwerverletzte. Viele der Toten seien vom oberen Tunnelzugang auf die darunterliegenden Absperrgitter gestürzt. Bei den Toten handelt es sich um neun Frauen und sechs Männer.

120 Busse stehen zum Abtransport der Raver bereit.

UPDATE 25. Juli: Die Zahl der Toten ist auf 19 gestiegen. 342 Menschen wurden verletzt.

Fotos: Twitpic