Montag, 26. Juli 2010, 8:33 Uhr

Eva Herman nennt Loveparade-Drama "göttliche Strafe"

Berlin. Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman ((51, “Wie ich Staatsfeind Nr. 1 wurde”) äußerte sich ungefragt und vor allem unqualifiziert über die Ereignisse der Loveparade und löste einen Orkan der Entrüstung aus. Auf der Website ihres Buchverlages Kopp verglich die 51-jährige, die in der Vergangenheit durch ihre Bücher und die Entlassung durch den NDR für Schlagzeilen sorgte, die Loveparade mit “Sodom und Gomorrha”.

Sie schrieb in dem Beitrag: “Ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung (…) Wer sich die Bilder der Loveparades der letzten Jahre ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.”

Fernab von jedweder Realität schrieb Herman: „Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen.” (…) Dieses “friedliche Fest fröhlicher junger Menschen” ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW.”

Die Buhmänner sind auch schon ausgemacht: der neue Bundespräsident Christian Wulff und die Achtundsechziger: “Das ist die Kehrseite der Medaille über die Loveparade, die laut dem neuen Bundespräsidenten Wulff ein ‘friedliches Fest fröhlicher, junger Menschen’ sein sollte”, schreibt sie und fügte hinzu: “Man fragt sich, welche Veranstaltung der Mann wirklich meint? Den Musikantenstadl vielleicht?” “Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft ‘befreit’ haben von allen Zwängen und Regeln, welche das ‘Individuum doch nur einengen'”, kommentiert Herrmann, schwadroniert über die nackten Tanzenden und fügt hinzu: “Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!” Und weiter heißt es: “Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!”

UPDATE 26. Juli 2010. Auf der Homepage des Verlages erklärte Herrman heute: “Sollten sich dennoch vor allem Familienangehörige, Freunde und Solidargemeinschaften in ihrem Pietätsgefühl verletzt sehen, so tut mir dies aufrichtig leid.” An anderer Stelle heißt es: “Es ist nur schwer verständlich, dass eine solche Veranstaltung von Politik, Gesellschaft und Medien nahezu kritiklos schöngeredet und verharmlost wird, ohne dabei auch nur den Versuch zu unternehmen, auf die damit verbundenen Gefahren hinzuweisen.”

Foto oben: wenn.com