Dienstag, 27. Juli 2010, 12:59 Uhr

Journalistenverband fordert sachliche Love-Parade-Berichterstattung

Berlin. Auch wenn der überwiegende Teil der Medien nach Überzeugung des Deutschen Journalisten-Verbands angemessen über die
Loveparade-Katastrophe berichtet hat: Den Deutschen Journalisten-Verband und den Deutschen Presserat haben dennoch zahlreiche Beschwerden erreicht. Diese betreffen vor allem eine große deutsche Boulevardzeitung und deren Onlineauftritt.

Die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser appellierte in dem Zusammenhang: “Die Informations- und Chronistenpflicht gilt auch für Boulevardzeitungen. Es gibt publizistische Grundsätze, die eingehalten werden müssen. Dazu zählt, dass die Presse auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid verzichtet.” Wer diesen Grundsatz missachte, beschädige die Glaubwürdigkeit der Medien nachhaltig. “Gerade bei derart tragischen Ereignissen müssen Medien ihrer besonderen Verantwortung nachkommen”, so Kaiser. “Es ist pietätlos gegenüber Opfern und Angehörigen, gezielt die Sensationslust zu bedienen.”

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat übrigens nach eigenen Angaben vor der Loveparade keine Kenntnis von Sicherheitsbedenken bei der Veranstaltung gehabt. “Mir sind keine Warnungen bekannt”, sagte er der ‘Rheinischen Post’ (Dienstagausgabe). Es gebe bei der Planung solcher Veranstaltungen immer kritische Stimmen, so der CDU-Politiker, die man auch immer sehr ernst nehme. Aufgabe der Stadt sei es zu prüfen, ob beantragte Veranstaltungen durchgeführt werden könnten. “Und genau das”, so Sauerland, “haben wir auch in diesem Fall gewissenhaft getan.”