Dienstag, 27. Juli 2010, 14:33 Uhr

Nadja Benaissa will wieder auftreten und singen

Hamburg. Mitte August beginnt der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Nadja Benaissa, die vor zehn Jahren mit der Band No Angels berühmt wurde. Der Vorwurf: Die HIV-infizierte 28Jährige soll Männer mit dem HI-Virus angesteckt haben. ‘Brigitte’-Journalistin Mitarbeiterin Tinka Dippel hat ihre Biografie “Nadia Benaissa – Alles wird gut” geschrieben (ab 14. Oktober im Handel), begleitete die Sängerin dafür über mehrere Monate hinweg und stellt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift (Heft 17 (ab morgen im Handel) die Frau hinter dem HIV-Skandal vor: Eine Frau, die mit sich selbst im Reinen ist, die selbst nach der schweren Zeit in Haft nicht bereit war, aus der Öffentlichkeit wegzutauchen, die sich auf den Prozess und das zu erwartende Medien-Echo vorbereitet, versucht, ihre desolaten Finanzen zu sortieren, und möglichst viel Zeit mit ihrer zehnjährigen Tochter Leila verbringt.

“Nadja ließ Erinnerungen zu, die sie lange verdrängt hatte schreibt Tinka Dippel über ihre Begegnungen mit der jungen Frau, “wie sie als Teenager auf der Straße gelebt hatte, wie die Geburt ihrer Tochter sie gerettet hat, wie sie mit den No Angels durch einen hochgetourten Erfolgskurs navigiert wurde, wie leer sich die Zeit danach angefühlt hat.” Die Angst vor dem Prozess habe Benaissa manchmal verdrängt, so Dippel, “sonst hätte ihr die Kraft gefehlt. Sie kann das: Dinge ausblenden. Das hat sie im vergangenen Jahr vielleicht gerettet. Dass alle über sie redeten und sie analysierten, während sie zehn Tage lang in einer Zelle saß und nichts steuern konnte, das war so unerträglich für sie, dass sie froh um die Fähigkeit war, abschalten zu können.”

Für die Zeit nach dem Prozess habe Benaissa Pläne, sagte die Journalistin: “Sie will singen, auftreten. Sie hat den Willen dazu. Sie will mehr von ihrer Tochter haben. Wünscht sich mehrRuhe und Normalität.”