Loveparade: Hunderttausend zur Trauerfeier erwartet

Donnerstag, 29. Juli 2010, 11:19 Uhr

Duisburg. Am kommenden Samstag um 11 Uhr wollen in Duisburg noch einmal zehntausende zusammenkommen. Allerdings um Abschied zu nehmen von den 21 Toten der Party vom letzten Wochenende. Deshalb soll die Trauerfeier aus der Duisburger Salvator-Kirche in das Stadion des MSV Duisburg verlegt werden, berichet die Bild-Zeitung unter Bezug auf Regierungskreise in Düsseldorf. Andere Quellen formulieren es anders: Weil in der Kirche nur 550 Menschen Platz finden, soll die Trauerfeier auf Großbildleinwände in der Stadt und in das Stadion übertragen werden.

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) weist die Verantwortung für die Katastrophe der Loveparade im Interview mit den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgabe) von sich. Gleichzeitig bittet er die Familien der Opfer um Entschuldigung für die Fehlinformation, ihre Angehörigen wären bei der Flucht aus der Massenpanik zu Tode gestürzt. Er habe diese Meldung nur weitergereicht. “Diese Aussage war definitiv falsch und ich entschuldige mich für diese Aussage bei allen, vor allen bei den Angehörigen der Opfer.” Er habe Meldungen weitergegeben, die Ärzte dem Krisenstab gegeben hätten.

DUISBURG, GERMANY - JULY 27: People mourn at the place of the accident after a stampede at Germany's famous Love Parade festival on July 27, 2010 in Duisburg, Germany. 20 people were killed and hundreds more were injured on Saturday July 24 as a mass panic spread amongst thousands of people who were stuck in a tunnel which acted as the only entrance into the festival grounds. (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Eine direkte Mitschuld am Loveparade-Destater wies Adolf Sauerland von sich: “Persönliche Verantwortung kann es nur geben, wenn es ungerechtfertigte Eingriffe in den Prozess gegeben hätte. Diese gab es aber nicht.” Sauerland sagte, am Ende habe die ganze Verwaltung dem Sicherheits- und Veranstaltungskonzept zugestimmt. “Jetzt gilt es zu klären, ob die Verwaltung Fehler gemacht hat, oder ob sie falsch informiert wurde.”

Duisburg mayor Adolf Sauerland (R) and Love Parade 2010 organizer Rainer Schaller attend a news conference in the town hall of the western German city of Duisburg July 25, 2010. At least 19 people were killed and some 80 people were seriously injured in a stampede at the Love Parade techno music festival in the western German city on Saturday, after overcrowding at an entrance gate sparked a stampede, police said. REUTERS/Wolfgang Rattay  (GERMANY - Tags: DISASTER)

Er trage politische Verantwortung, “nicht nur weil ich als einer von 75 Ratsherren dafür gestimmt habe, dass wir als Duisburger die Loveparade wollen.” Weiter sagte der Oberbürgermeister, er klebe nicht an seinem Stuhl. Aber aus “Pflichtbewusstsein” wolle er nicht zurücktreten, sondern dabei helfen, das Loveparade-Desaster aufzuklären. (WAZ)

A couple stands in front of a tunnel in Duisburg July 28, 2010, near the site where 21 techno festival goers died in a stampede on Saturday. Police warnings about the dangers of holding the Love Parade in the German city of Duisburg were not heeded, the police union chief said on Monday, as the death toll from a stampede at the event rose to 21 on Wednesday. The revellers died when panic broke out at the techno music festival on Saturday in the western city near the Dutch border.Banner on the tunnel reads  July 24, 2010 - nothing remains the same as before.  REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: DISASTER SOCIETY)

UPDATE: Das WDR Fernsehen und Das Erste berichten von 10.45 Uhr bis 12.30 Uhr live aus Duisburg. Von 11.00 Uhr bis 12.15 Uhr findet in der Salvatorkirche in Duisburg ein zentraler ökumenischer Gedenkgottesdienst mit dem Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, statt.

Neben Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft werden weitere zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft erwartet. Geplant ist auch eine Außenübertragung auf Großleinwände ins Duisburger Stadion und auf den Vorplatz des Stadions. Die Rahmensendung vor und nach dem Gottesdienst moderieren Sabine Scholt und Jörg Schönenborn; den Gottesdienst kommentieren die Rundfunkbeauftragten Sabine Steinwender (Evangelische Kirche) und Klaus Pfeffer (Katholische Kirche).

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