Freitag, 06. August 2010, 14:00 Uhr

Der Polar: Wird "Egoshooter" das Aufreger-Video des Sommers?

TIPP! Auf den ersten Blick vermittelt „Der Polar“ den Eindruck eines coolen Hamburger Schanzenbewohners oder eines typischen Kreativen aus Berlin Kreuzberg. Auf den zweiten Blick steckt hinter dieser Künstlerfigur jedoch weit mehr als ein lässiger Musiker. „Der Polar“, mit bürgerlichem Namen Stephan Piez, ist ein junger Künstler aus Aachen, der sich am besten als deutscher Singer/Songwriter mit Wurzeln in der elektronischen Musik beschreiben lässt.

Charakteristisch an der Entstehung und dem Sound seiner Musik ist, dass er sie zunächst am Klavier komponiert, um sie im Anschluss mit dem Computer weiter zu entwickeln und zu produzieren. In diesem Prozess entsteht eine Brücke zwischen analogem Songwriting und elektronischem Arrangement. In melancholischen, häufig ironischen und manchmal zynischen Texten verarbeitet „Der Polar“ seine Sehnsucht nach der Großstadt und die Flucht vor dem Alltag, welche oft in einem Zwiespalt endet: Auf der einen Seite findet sie Ausdruck in einem ausschweifenden Partyleben und auf der anderen Seite in dem starken Bedürfnis nach Einsamkeit.

Letztere zeichnet sich allerdings nicht durch negative Emotionen aus, sondern ist als ein kreativer Rückzugsort zu verstehen, ein persönlicher Raum, der die Möglichkeit zur Entfaltung bietet. Hier lebt Stephan Piez mit „Der Polar“ das aus, was ihn zu einem besonderen Künstler macht – ein sensibler und einfühlsamer Geschichtenerzähler zu sein, der es versteht, Situationen, Lebensgefühl und andere Personen aufmerksam zu analysieren und sehr bilderreich aus seinem Blickwinkel zu beschreiben.

Der Polar wirft mit seinem neuen Song „Egoshooter“ einen unmaskierten Blick auf die Chronologie einer menschlichen Hochgeschwindigkeitstalfahrt. Gemeinsam mit Hamburger Filmemachern ist ein außergewöhnliches Musikvideo dazu entstanden, dessen Bilder den Song mit fast brutaler Intensität inszenieren. „Egoshooter“ gibt es nur als Videoclip. Das erste Album „Herz + Blut“ des jungen Aachener Musikers Der Polar erscheint im Herbst. Bist Du ein Egoshooter? Mach den Test auf derpolar.de!

In Aachen geboren entwickelt Stephan schon früh, angeregt durch eine Orgel, die er von seinen Eltern  geschenkt bekommt, sein Interesse an den Tasteninstrumenten und erhält daraufhin Unterricht für Klavier an einer Musikschule. Die musikalischen Fähigkeiten entwickeln sich schnell und schon mit seiner ersten Schulband gewinnt Stephan verschiedene Wettbewerbe. Bald darauf beginnt er mit seinem eigenen Songwriting, das neben normalen Indie- und Pop-Songs, vor allem durch starke Einflüsse aus der elektronischen Musik und dem HipHop geprägt ist. Ein konkretes künstlerisches Vorbild lässt sich dabei nicht wirklich ausmachen, allerdings spielen Persönlichkeiten, wie Billy Joel, Herbert Grönemeyer, Rio Reiser und Udo Lindenberg eine wichtige Rolle in Stephans Entwicklung.

Im Alter von 18 Jahren ist seine eigene musikalische Sprache schon sehr ausgeprägt, was dazu führt, dass er im Rahmen eines Band-Workshops von einem Produzenten entdeckt wird und mit ihm seine ersten Titel aufnimmt – allerdings wird das Ergebnis dieser Zusammenarbeit noch nicht veröffentlicht.  Nach dem Abitur zieht Stephan nach Köln und macht dort zunächst eine Ausbildung zum Tontechniker, um im Anschluss an die Lehre in Berlin zu studieren. Nach wie vor arbeitet er an seiner eigenen Musik, die sich durch den Einfluss der Großstädte grundlegend verändert.

Das urbane Leben und die Sounds der Kölner und Berliner Clubszene finden ihren Weg in die Produktionen und Texte des Künstlers Stephan Piez. Nach der Rückkehr in die Heimat Aachen mündet die musikalische Entwicklung im Jahr 2007 schließlich in die Entstehung von „Der Polar“: Die ersten Demoversionen seiner neuen Musik schickt „Der Polar“ unter anderem an den Hamburger Produzenten Stani Djukanovic. Dieser erkennt das Potential von Titeln wie „Urlaub in den großen Metropolen“ oder „Kaffee & Raketen“ und nimmt ihn unter Vertrag. Kurz darauf können der Verlag Peermusic und das Hamburger Musiklabel ferryhouse productions als Partner gewonnen werden, die „Der Polar“ von nun an aufbauen, begleiten und veröffentlichen werden.