Mittwoch, 11. August 2010, 15:12 Uhr

Kachelmann: Verbot gegen Bild.de-Berichterstattung vom Tisch?

Berlin. Wende im Rechtsstreit mit dem wegen Vergewaltigung angeklagten Jörg Kachelmann: Bild.de darf wieder über das Ermittlungsverfahren gegen den Wettermoderator berichten – Kachelmann hat auf das gerichtliche Verbot gegen Bild.de verzichtet. Dies wurde am 11. August 2010 im Rahmen einer mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Köln bekannt. Mit einer einstweiligen Verfügung hatte Kachelmann die Berichterstattung über einzelne Aspekte aus der Ermittlungsakte zunächst verbieten lassen. Nun habe er, so die Richterin, “die Reißleine gezogen”.

Spyros Aroukatos, Anwalt von Bild erklärt in einer Pressemitteilung: “Dieses Verfahren hat zentrale Bedeutung für die Freiheit der Berichterstattung über strafrechtliche Ermittlungen. Der Verzicht auf das Verbot kurz vor der mündlichen Verhandlung war eine ‘Notbremsung’ – man kann darin auch das Eingeständnis der Zulässigkeit der Berichterstattung zum jetzigen Zeitpunkt sehen. Wie Herr Kachelmann nun seine zusätzlich erhobenen Geldentschädigungsforderungen begründen will, bleibt abzuwarten.”

Unterdessen tobt in der Firma der Wetter-Ikone ein Machtkampf. Offenbar hat der Moderator nämlich seinen Mitgesellschafter Frank Werner in der Firma Meteomedia zum Rückzug gedrängt. Werner habe sein Amt als Verwaltungsrat niedergelegt, heißt es laut ‘Rheinischer Post’ aus “informierten Kreisen”. Werner wollte Kachelmann angblich wegen des Vorwurfes der Vergewaltigung zum Rückzug bei Meteomedia zwingen. “Ich halte es für eine Frage der Hygiene, dass sich jemand nach solchen Vorwürfen zurückzieht”, hatte Werner nach der Verhaftung Kachelmanns erklärt. Hintergründe dazu gibt es hier.

Foto: wenn.com