Dienstag, 24. August 2010, 10:26 Uhr

Komödien-Premiere in Berlin: "Das Leben ist zu lang"

Berlin. Gestern Abend hatte in der Berliner Kulturbrauerei Dani Levys neue Kömodie ‘Das Leben ist zu lang’ Premiere, die ab 26. August in die Kinos kommt. Danach ging es zur Aftershow-Party auf das Dach des Clubs Weekend am Alexanderplatz. Am roten Teppich hatten sich die Stars des Films eingefunden, darunter Filmlegende Elke Sommer, Veronika Ferres und Yvonne Catterfeld. Die kam in Begleitung ihrs Freundes Oliver Wnuk.

Levy gelang mit dieser Komödie ein witziger Film über die Filmbranche. Der in Berlin lebende Erfolgsregisseur überlässt dem Kinobesucher die Spekulation darüber, was an seinem neuen Film autobiografisch gemeint sein könnte. Mit Sicherheit hat Dani Levy viele Anekdoten und Klischees aus dem eigenen Schatz der Erfahrungen verarbeitet. Hannah Levy, die Tochter des Regisseurs, spielt im Film auch die Tochter des Regisseurs.

Die Dreharbeiten für diese köstliche Komödie fanden 2009 in Berlin und San Remo statt. Mit einem reichlichen Aufgebot an Stars und Sternchen bespiegelt sich hier das deutsche Filmbusiness selbst.

Es glänzen Markus Hering als Alfi Selinger, Meret Becker als dessen Frau, Elke Sommer als Alfis Mutter, Yvonne Catterfeld als einziges Wesen das Alfi mehr als mag und Kurt Krömer in einer Nebenrolle als heulender Anlageberater einer bankrotten Bank. Das Leben ist für manchen zu lang für schlechte Drehbücher, die das Leben schreibt!

Yvonne Catterfeld sagte uns zur Zusammenarbeit mit Dani Levy: “Dabei sein ist alles, weil es einfach toll ist mit so einem Kultregisseur wie Dani Levy zusammenzuarbeiten.“

Veronika Ferres erklärte: “Markus Hering (Alfi Selinger) spielt einen Looser, der Ironie entwickeln muss um zu überleben. Die Zusammenarbeit war toll. Er kommt ja vom Burgtheater, wo ich ihn sehr bewundert habe.”

Und Dani Levy verriet über seinen Film: “Der Film ist nicht schräg. Es ist vom Leben abgeguckt. Er ist von der Autobiografie befruchtet, aber er ist nicht autobiographisch. Es ist ein persönlicher Film über einen Filmemacher und der Liebe zu seiner Arbeit. Das Leben ist natürlich nicht zu lang. Es geht darum sich Gedanken zu machen, ob Zeit das ist was entscheidend ist. Alfi steckt in einer tiefen Schaffens- und Lebenskrise. Er bekommt die Rechnung für sein Missmanagement in Sachen Arbeit und Familie. Egozentrik ist kein gutes Konzept. Den Schauspielern hat das Drehbuch gefallen. Sie hatten Lust auf das Projekt und darauf, mit mir zu arbeiten. Sie mögen meine Figuren, Komödien und Filme. Es war eine tolle Erfahrung mit meiner Tochter zu drehen.
Menschen in der Midlife Krise empfehle ich ehrlich mit sich selbst zu sein und gute Freunde zu haben.”

Und darum geht’s: Was läuft nur falsch im Leben des 51jährigen Alfi Seliger? Irgendwie ist sein Glas immer halb leer. Dabei hatte der jüdische Regisseur Großes vor! Seit über fünf Jahren schreibt er an einem Drehbuch das keiner mag. Schauspieler lehnen die Rollen ab, die Ehe ist an einem Tiefpunkt angelangt und seine pubertierenden Kinder behandeln ihn wie eine Witzfigur. Die Sorgen des gebeutelten Alfi will wirklich keiner haben, denn er nimmt jede Krise mit.
Gott sei Dank weiß keiner von uns, was das Leben mit einem vorhat! Als die Frau eines Produzenten unter Forderung einer guten Rolle Alfis Drehbuch entdeckt, beginnt das Chaos erst richtig. Da Alfi als Serienregisseur versagt und seine Frau fremdgeht, beschließt er sein persönliches Drama zu beenden. Erfolglos und einsam, das ist zuviel. Doch nicht mal einen Selbstmord kriegt Alfi hin. Stell dir vor du erwachst aus dem Koma und der Alptraum hört nicht auf. Dabei könnte das Leben so schön sein, wenn es einfach so wäre wie Alfi es sich träumt. Doch was ist Schein und Sein in der Filmwelt? Wer weiß das schon so genau.

Fotos: X-Filme, AEDT/wenn.com (1), Reporterin vor Ort: Eva Magdon