Donnerstag, 26. August 2010, 16:37 Uhr

Nadja Benaissa zu Bewährung verurteilt - AIDs-Hilfe bedauert Urteil

Darmstadt. Ex-No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa kommt noch mal mit einem blauen Auge davon. Das Amtsgericht Darmstadt verurteilte die 28-Jährige heute zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit in einer Aids-Hilfe-Einrichtung.
In der fast einstündigen Urteilsbegründung mußte die Sängerin Sängerin weinen.

Die HIV-infizierte Sängerin habe 2004 einen Sex-Partner mit dem Aids-Virus angesteckt, ein anderer blieb von dieser Ansteckung verschont. Die 28-Jährige bedauerte ihr Verhalten ausdrücklich. In ihrem Schlusswort erklärte sie: “Ich habe einen riesigen Fehler gemacht. Es wird mir immer leidtun. Ich wünsche, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen.”

Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) bedauert das Urteil gegen die Sängerin Nadja Benaissa: Von dem Urteil gehen die falschen Botschaften aus, die der HIV-Prävention und der Emanzipation von chronisch Kranken in Deutschland Schaden zufügen werden.

Carsten Schatz, Mitglied im Bundesvorstand der DAH: “Ich halte dieses Urteil für falsch. Es wird der HIV-Prävention dramatischen Schaden zufügen. Wir sehen die Politik nun in der Pflicht, das Strafrecht der Lebensrealität anzupassen.”

Silke Klumb, Bundesgeschäftsführerin der DAH: “Wir alle tragen Verantwortung dafür, wie mit dem Thema HIV und Aids umgegangen wird: Daher muss jeder Einzelne dazu beitragen, dass alle Menschen über HIV sprechen und Safer Sex praktizieren können. Nur dann kann HIV-Prävention wirklich gelingen.”

Marianne Rademacher, Frauenreferentin der DAH ergänzt: “Wenn die Verhütung vor allem Frauen und HIV-Positiven einseitig zugeschrieben wird, setzen wir die gemeinsame Verantwortung zweier Menschen außer Kraft.”