Donnerstag, 02. September 2010, 11:39 Uhr

Giorgio Armani: „Ich spreche nur noch mit Leuten, die meiner Meinung sind“

München. „Ich habe mich irgendwann einfach dazu entschlossen, nur noch mit den Leuten zu sprechen, die meiner Meinung sind – oder wenigstens die gleiche Sprache sprechen wie ich“, erzählt Giorgio Armani im Interview mit ‘GQ Style’. Auf die Frage, ob es nicht schwer sei, mit Kritik umzugehen, wenn man für seine Mode geliebt werden will, sagt der italienische Modeschöpfer: „Offensichtlich gehört das zu meinem Weg einfach dazu: Wer eine kleine Welt erschafft, die vielleicht zehn Prozent der Menschen mögen, wird nun mal die restlichen 90 Prozent leider nicht erreichen.“

Der 76-jährige Designer ist ja seit kurzem auch Hotelier. Im Juni eröffnete er auf einigen Stockwerken des Burj Chalifa in Dubai –  das höchste Gebäude der Welt – sein erstes Hotel: „Mode ist ein ewiger Zyklus, alles wiederholt sich in ewigen Kreisläufen alle sechs Monate: Sommerkollektion, Winterkollektion, Sommerkollektion, Winterkollektion. Das ist bei einem Hotel vollkommen anders“, beschreibt er seinen Antrieb für das Projekt. Besonders während seiner schweren Erkrankung im vergangenen Jahr, als die Planung in vollem Gange war, wurde ihm die Bedeutung dieses Vorhabens bewusst: „Die ganze Zeit hatte ich dieses ungemein berührende Gefühl, etwas von mir würde übrig bleiben, außer der Mode und den Kleidern. In einem Hotel wird täglich gelebt. Man sitzt auf der Couch, geht ins Restaurant, wohnt in den Zimmern. Dass vielleicht in hundert Jahren noch Menschen hierherkommen werden und sich an mich, meine Person und meine Art erinnern, das berührt mich tatsächlich.“

Armanis Weg bis zum Burj Chalifa begann in der etwas verschlafenen Kleinstadt Piacenza im Norden Italiens, wo er 1934 geboren wurde. „Die Zeiten waren nicht leicht, als ich jung war“, erinnert er sich. „Aber wäre meine Familie nicht so arm gewesen, sondern wirklich wohlhabend, vielleicht wäre alles ganz anders gekommen. Aber so hatte ich als Jugendlicher große Träume. Und sei es nur, dass ich mir einen eigenen Roller wünschte – und keinen, den wir zu viert teilen mussten.“ Diese Zeit hat ihn bis heute geprägt, bescheiden erklärt er: „Der Großteil meines Lebens dreht sich darum, andere glücklich zu machen – und deren Glück mitzubekommen.“

Das vollständige Interview mit Giorgio Armani ist in der Herbst/Winter-Ausgabe der GQ Style zu lesen. Das Fashion-Sonderheft des Männer-Stil-Magazins GQ Gentlemen’s Quarterly erscheint am 2. September 2010.