Donnerstag, 02. September 2010, 14:54 Uhr

"Popstars": Die neue Jury ätzt gegen Ex-Jurymitglied Sido

Berlin. Casting-Urgestein Detlef D! Soost (40) hat keine guten Erinnerungen an manche “Popstars”-Jurys. Im Gespräch mit dem Magazin “in” (Ausgabe 36/2010 ab heute im Handel) verrät er: “Mal Hand aufs Herz! Es gab Staffeln, und dazu gehörte auch die mit Sido, in der es manchen Mitgliedern wichtiger war, sich selbst zu profilieren.” Die neue Jury mit Marta Jandová (36) und Musik-Methusalem Thomas Stein (61) ist ihm lieber: “Was uns verbindet, ist der Idealismus für die gemeinsame Idee.” Besonders die “Die Happy”-Sängerin hat es D! angetan. “Marta ist ganz sicher nicht die Zarte. Wenn die Ansagen raushaut, schauen Thomas und ich manchmal ganz schön erstaunt aus der Wäsche”, erzählt er. Und schlimmer als mit Rüpel-Rapper Sido kann es auch nicht werden: “Jemand, der Sido erträgt, der erträgt auch mich”, ergänzt Thomas Stein.

Übrigens: So multikulti sind die Popstars-Bewerberinnen in diesem Jahr: Julias (17, Oberhausen) Mutter stammt aus Polen, Yonca (22, Kassel) hat türkische Eltern und Sashs (19, Aachen) Mama ist Koreanerin. Nur die Hälfte der 3173 Kandidatinnen bei den „Girls forever“-Castings kommt aus Deutschland, O?sterreich oder der Schweiz. 1586 der Anwärterinnen haben ihre Wurzeln im Ausland. Detlef D! Soost: „Viele sehen  in Popstars eine der wenigen Chancen, in ihrem Leben etwas zu erreichen. Und  das sind häufig junge Menschen mit Migrationshintergrund.“ Den größten Anteil davon,  14 Prozent, stellen Mädchen mit osteuropäischen Wurzeln. Knapp dahinter folgen angehende Popstars mit türkischen (12 Prozent) und afrikanischen (10 Prozent) Elternhäusern. 8 Prozent der Girls haben südeuropäische Wurzeln. Der familiäre  Background der übrigen Bewerberinnen (6 Prozent) liegt in Ländern wie Afghanistan,  Korea oder den USA.

„Ich finde es großartig, dass in unserer Nationalmannschaft genauso viele verschiedene Kulturen nebeneinander auf dem Platz stehen wie Bewerberinnen auf unserer Bühne“, stellt Thomas M. Stein fest. „Das, was sich bei Popstars schon lange zeigt, ist inzwischen in der ganzen Gesellschaft angekommen.“ Und Jurorin Marta Jandova findet: „Ich bin selber Tschechin. Mir ist es völlig egal, ob unsere  Kandidatinnen türkische, polnische oder italienische Wurzeln haben. Wichtig ist, dass  sie eine eigene Perso?nlichkeit besitzen und lernwillig sind.“ Zehn Girls haben die  Castingphase bereits überstanden. Wer überzeugt die Jury beim Casting in Duisburg,  am Donnerstag, 2. September 2010, um 20.15 Uhr auf ProSieben. In der dritten  Popstars-Folge dürfen sich die Bewerberinnen auf einen Besuch von Aura Dione („I will love you monday“) freuen.

Fotos: ProSieben