Freitag, 03. September 2010, 11:40 Uhr

Endlich Klartext: "Empörung über Sarrazin ist reine Heuchelei"

Berlin. Gestern Abend gab es eine erneute TV-Diskussion über Thilo Sarazzins Buch “Deutschland schafft sich ab”. Und man staune: die erste ohne den umstrittenen Autor. Studio-Gast war auch Spiegel-Autor Henryk M. Broder, der der unerträglichen Verurteilung und Hysterie durch zahlreiche Politiker und Medien, die die Realitäten wegen des Ansehens der Bundesrepublik Deutschland nicht wahrhaben wollen, endlich Paroli bot.

Der begnadete Rhetoriker Broder nannte es eine “Hexenjagd”, was die Medien gegen Sarrazin veranstalteten – „die erste in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert“. Die Empörung über das Buch sei “reine Heuchelei”. Broder fügte hinzu: “Sarrazin schreibt über Probleme vor Ihrer und meiner Haustür!” Meinungen in Deutschland seien ja offenbar nur dann willkommen, wenn sie “in einem bestimmten Diskurs nützlich sind”. Alles andere, so Boder, werde diffamiert in einer Art, die “schon an die Reichsschriftkammer erinnert.”

Broder, der einer polnisch-jüdischen Familie entstammt, sei jedoch ohnehin egal, was mit Deutschland in 100 Jahren geschehe. Mit dem ihm innewohnenden Sarkasmus fügte er hinzu: “Wenn sich die Deutschen abschaffen, gibt es wenigstens mehr freie Parkplätze.”

Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer Weltwoche bescheinigte Deutschland in der Talkshow “einen Mangel an Meinungsfreiheit”.

Sarazzin schrieb in seinem Buch: “Ich möchte, dass auch meine Urenkel in 100 Jahren noch in Deutschland leben können. Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch und arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen”.

Thilo Sarrazins Buch entwickelt sich ungehindert der Diskussionen zum Bestseller. Bei Amazon führt es die Verkaufscharts an. In der Spiegel-Bestsellerliste findet sich das ausverkaufte Buch in dieser Woche bereits auf Platz 2.

Fotos: ZDF/ Svea Pietschmann