Samstag, 04. September 2010, 12:42 Uhr

König Harald macht jetzt auch Mode für Mobilfunk

Berlin. Homeshopping-Designer-König Harald Glööckler bat am Freitag zur Audienz auf das Gelände der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Dort präsentierten Hochwürden seine neue, pompöse Case-Collection (zu deutsch Designertaschen) für Handys und sogar das ipad.

klatsch-tratsch.de plauderte mit seiner Majestät über seine neueste mobile Designer-Idee, über das arme Deutschland und die Diva König Harald – und dafür gab’s am Schluß auch noch einen Bussi.

Was ist das Besondere an der neuen Case Collection designed by Harald Glööckler?
Es gibt so viele neue Produkte für Handys, iPhones usw.. Speziell für iPhones gibt es wenig Schönes. Ich hatte die Idee etwas Tolles zu kreieren und bin damit offene Türen eingerannt. Es gab keine Designertasche mit entsprechender Tasche fürs Handy. Meine Kunden möchten auch gern die entsprechende Tasche fürs Handy in Glööckler kleiden. Die Idee war, meine maßgeschneiderte Kollektion zu machen die funktional ist, passend und hochwertig. Ich arbeite mit den Marktführern zusammen und es ist wirklich so, dass ich eine Marktlücke entdeckt habe. Ich mache Mode, auch für Mobilfunk. Ich bin ja nicht nur Modemacher, sondern ein Gesamtkunstwerk und deshalb bietet es sich an.

Gibt es eine limitierte Auflage?
Es ist zum Teil eine Limited Edition. Die Auswahl ist umfangreich. Manche Teile sind auch klassisch. Um Glamour zu erzeugen muss es nicht immer schrill und schräg sein. Eine amerikanische Firma machte sehr wilde Sachen. Das hat sich überschlagen. Gefragt ist schicke Eleganz, es muss nach was aussehen. Meine Taschen sind schick, elegant und benutzbar.

Als Designer mache ich die Qualitätskontrolle, aber wo und wie produziert wird überlasse ich meinem Geschäfts -Partner Peter Jäckel. Als Designer gebe ich meinen Namen. Es ist ein Lizenzgeschäft. Ich rede meinen Partnern nicht rein. Das ist auch nicht mein Job. Aber ich bin kritisch bei Qualitätsfragen. Ich bin Controller, denn wenn Glööckler drauf steht muss auch Glööckler drin sein.

Sie legen Ihre Eier in fremde Nester.
Ja. Bei Machiavelli in „Der Fürst“ steht: Investiere lieber in fremdes Geld als in eigenes – daran hab ich mich gehalten. Der Kuckuck legt seine Eier erfolgreich in fremde Nester und lässt sie von anderen ausbrüten. Ich dachte, von der Natur kann man nur lernen und so schiebe ich meine Eier anderen unter und lasse sie ausbrüten.

In erster Linie sind Sie Künstler.
Ganz genau. Ich hätte auch Shops machen können, um mich weltweit zu etablieren. Aber das wollte ich nicht. Ich bin ein brillantes Unternehmen, möchte aber Künstler bleiben. Ich möchte meinen eigenen Apparat möglichst klein halten. Ich habe sehr früh das gemacht was grade aktuell ist, was man outsourcen nennt. Ich ‘source’ alles aus: meine Presseabteilung, meine Rechtsabteilung, weil ich immer unterwegs bin. Ich möchte mich nicht fesseln und binden. Ich schaffe in Deutschland sehr viele Arbeitsplätze. Durch Teleshopping, Kataloge für Klingel usw. Auch hier im Raum Berlin haben viele Menschen Arbeit durch mich. Und alles was Herr Glööckler international macht, versteuert er in Deutschland.

Sie sind international anerkannt. Ist Deutschland das richtige Pflaster für Luxus?
Glauben Sie mir, reich ist sexy. Eine legendäre Schauspielerin hat einmal gesagt: „Ein Mann mit einem großen Bankkonto kann gar nicht hässlich sein“. Das ist überall auf der Welt so.

Was unterscheidet Sie von einer Diva?
Gar nichts. Ich bin eine Diva. Eine Diva ist ja nicht nur exzentrisch und verzickt. Eine Diva ist auch eine harte Arbeiterin, wie Maria Callas oder Gina Lollobrigida. Man wird nicht zur Diva. Im Ausland werde ich immer wieder gefragt: Was ist denn mit Deutschland los? Das Land ist völlig glamourfrei. Die Stars sind glamourfrei. Man kann auch aus Keiner eine Diva machen, weder mit Kleidern oder Schmuck, mit gar nichts. Eine Diva ist man oder ist man nicht. Wenn die Menschen einen Star auf der Straße nicht akzeptieren, können wir noch so viel Geld reinbuddeln. Da ist nichts zu machen.

Ist Berlin eine Modestadt?
Nein. Berlin ist eine tolle und interessante Stadt, modern und jung, eine Stadt für Künstler. Berlin ist so vielseitig, aber keine Modestadt.
Wir sind kein Land für Mode. Das haben wir nicht im Blut. Paris und Mailand sind Modestädte. Berlin war immer eine Stadt für Konfektion, Produktion, Kollektion. Ich habe Kunden, die 50.000 Euro liegen lassen, die oft zu Shows gehen. Die gehen aber nicht in Berlin zur Fashionweek. Die wollen Haute Couture. Berlin ist eine Stadt mit Potenzial. Das muss man wachsen lassen.

Wenn man Luxus massentauglich macht, ist es nichts Besonderes mehr, denn das Besondere ist einmalig. Was ist für Sie Luxus?
Es gibt in Deutschland immer Menschen die behaupten, man kann nichts: Marlene Dietrich wurde nachgesagt sie sei talentfrei, Herbert Grönemeyer kann angeblich nicht singen, Glööckler kann keine Mode machen. Damit muss man in Deutschland leben.

Luxus hat nichts damit zu tun, dass man nach Sankt Moritz geht und mit Pelzen behängt flanieren geht. Luxus hat etwas zu tun mit Begehrlichkeit. Damit, etwas zu haben, das einem das Gefühl gibt etwas Besonderes zu sein. Luxus hat nicht mit teuer zu tun. Luxus kann sein, eine Stunde für sich alleine zu haben. Luxus ist aber auch, wenn man sich etwas gönnen kann. Es gibt Menschen, die haben nicht soviel Geld. Für die ist es Luxus einen Cafè zu bestellen. Deshalb ist es Luxus, wenn ich eine Jacke designe die reich aussieht, aber nur 130€ kostet. Ich habe den Luxus bezahlbar gemacht, weil ich die Damen aussehen lasse als wären sie schwer reich. Das gefällt und tut ihnen gut. Das richtige Leben ist nicht der Laufsteg. Es gibt Menschen, denen es schwer fällt eine Tasche für 89€ zu kaufen, weil sie dafür sparen müssen. Ich bin vorurteilsfrei. Ich weiß genau wo oben und unten ist. Ich weiß zu schätzen, dass es mir gut geht.

Deshalb möchte ich den Luxus nicht nur für die Wenigen die viel Geld haben, sondern auch für die Vielen unteren Zehntausend. Jede Frau kann von oben bis unten dank Glööckler Prinzessin sein.
Ja. Meine Zielgruppe ist weiblich. Meine Philosophie kann ich durch Mode transparent machen.

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Homeshoppingkanal HSE24 und QVC zu dem Sie wechseln?
Ich war sehr gut aufgehoben bei HSE24. QVC ist größer. Bei QVC wird es mein komplettes Programm geben. Die Schwesterfirma in England ist sehr erfolgreich. Wir möchten zusammen viel erreichen.

Was sind Qualitätsmerkmale?
Es ist nicht schwierig Haute Couture zu machen mit toller Verarbeitung. Es ist eine Herausforderung Qualität für kleine Preise zu machen. Materialien, Verarbeitung, Optik sind besonders erwählt. Die Qualitätskontrollen bei QVC sind extrem scharf. Sie sind nicht umsonst Marktführer.

Ihr Name ist also Programm.
Ja. Pompöös für jeden. Was ich mache ist ein wenig wie Volksmusik.

Interview: Eva Magdon. Fotos: klatsch-tratsch.de/Patrick Hoffmann