Dienstag, 07. September 2010, 18:05 Uhr

Blank & Jones: Dritte 80er-Hit-Compilation "so80s" ist da

Berlin. Zum dritten Mal treten Blank & Jones eine Zeitreise in die Tiefen der Archive der 80er Jahre an. Dank der persönlichen Hilfe diverser Künstler und einer immens gewachsenen 80er Community konnten sie wieder viele verschollen geglaubte Master ans Tageslicht befördern und liebevoll restaurieren.

Das Tracklisting bietet auch diesmal wieder viele Überraschungen und natürlich einige exklusive Versionen. Von The Cure oder INXS bis hin zu Visage und Yello sind alle einflussreichen und stilbildenden Bands dieser einzigartigen Dekade mit ihren Maxi Versionen vertreten. Die 3CD Deluxe Box hält wieder einen Non-Stop Mix im Stil der 80er bereit, wobei die wahre Herausforderung darin bestand, die teilweise sehr unruhig laufenden Bänder ins Timing zu bringen und mixbar zu machen.

Ausserdem gibt es natürlich alle Songs auch als komplett remasterte und ungekürzte 12″ Mixe!

Das Booklet dieser aufwendig gestalteten Box umfasst nicht nur einen langen persönlichen Kommentar der beiden Künstler zu den ausgewählten Songs, sondern präsentiert auch die Original 12″ Vinyl Cover als Teil des Gesamtkunstwerkes auf insgesamt 34 Seiten. Celebrate the 80’s in Style with Blank & Jones!

“WE FADE TO GREY, One Man On A Lonely Platform, One Case Sitting By His Side…” mit diesen Textzeilen ist eigentlich schon alles gesagt. Kein Song steht so nachhaltig für die frühen 80er Jahre wie dieses Meisterwerk. Erschaffen von einem bunten Mix aus Musikern, Künstlern und Nachtschwärmern. Bereits 1979 gegründet, war Visage vor allem ein Projekt um passende Musik für den Blitz Club in London zu erschaffen. Dazu taten sich Musiker der Bands Ultravox und Magazine mit den beiden Clubbetreibern Steve Strange und Rusty Egan zusammen.

Ungefähr zur gleichen Zeit setzte auch ein Duo aus der beschaulichen Schweiz dazu an, endgültig die Welt mit elektronischen Klängen zu erobern. Dieter Meier und Boris Blank schufen Soundtracks zu denen die Filme erst noch gedreht werden mussten. Das geschah auch Mitte der 80er sehr schnell, als plötzlich Blockbuster wie “Das Geheimnis meines Erfolges” Songs wie “Oh Yeah” benutzten.

Wie sehr Bild und Ton besonders in diesem Jahrzehnt miteinander verbunden waren beweisen auch die
erfolgreichen Soundtracks aus dieser Zeit. Der wohl unangefochten erotischste und heißeste Film dieser Dekade ist natürlich “91/2 Wochen” mit Kim Basinger und Mickey Rourke. Völlig zu unrecht steht der Soundtrack etwas im Schatten von Filmen wie Flashdance, Footloose oder Top Gun, denn er versammelt nicht nur eine Menge großartiger Künstler sondern auch ein paar Songdiamanten.

Bryan Ferry’s “Slave To Love” kann es in Sachen “Bedroom Tunes” locker mit Marvin Gaye’s Klasiker “Let’s Get It On” aufnehmen. Der eigentliche Titelsong wurde ja damals von dem Duran Duran Mitglied John Taylor eingespielt. Wer erinnert sich nicht an die Szenen zwischen Kim und Mickey zum Klang von “I Do What I Do”.

Nachdem David Bowie ja Ende der 70er maßgeblich zum Entstehen der späteren New Wave bzw. der New
Romantics beigetragen hatte, entdeckte er Mitte der 80er wieder den lupenreinen Pop für sich. Natürlich waren etliche Fans irritiert von Gassenhauern wie “Let’s Dance”, aber Bowie behielt immer ein feines Gespür für die Balance zwischen Pop und Kommerz. “China Girl” ist einer seiner schönsten Love Songs.

Etwas ganz anderes gibt es mit Killing Joke auf die Ohren. “A Love Like Blood” ist wohl eine der größten Hymnen aller Zeiten, die ohne weiteres auch in einem Atemzug mit Werken von U2 oder Simple Minds genannt werden darf.

Sogar Nirvana klauten fast einen kompletten Teil für ihren Song “Come As You Are” von Killing Jokes Aufnahme
“Eighties”. Aber auch Rammstein würde es mitsamt ihren Gitarrenwänden nicht ohne Killing Joke geben. Ganz nebenbei ging mit dem Bassisten “Youth” auch noch einer der besten Produzenten der nächsten Dekaden aus der Band hervor.

Ebenfalls zur Kategorie “Post Punk” kann man mit Sicherheit Billy Idol zählen. Nachdem er bereits mit Generation X für Aufsehen gesorgt hatte, konnte er solo vor allem in Amerika für Massenhysterie sorgen. Sein Album “Rebel Yell” brachte eine perfekte Mischung aus New Wave und Rockmusik zustande und besonders “Eyes Without A Face” ist auch heute noch zeitlos faszinierend.

Natürlich gab es auch jede Menge One Hit Wonder auf die im Rahmen von soeighties auch immer wieder gerne zu hören sind. So richtig für die 80er steht der Hit von Savage Progress “My Soul Unwraps Tonight”. Hier kommt der Zeitgeist eigentlich komplett auf den Punkt. Sowohl das Outfit der Band, als auch das Sounddesign sind typisch 80er.

Wie wichtig manchmal ein Produzent sein kann, zeigen Spandau Ballet mit ihrer urspru?nglichen Version von “True”. Jeder kennt natürlich das legendäre Intro dieses Songs, aber das gab es in der Band Version gar nicht. Erst ihre beiden Produzenten Jolley & Swain schlugen die Hitversion vor. Hier wurde mal die lange unter Verschluss gehaltene Ur- Version rausgesucht, die paradoxerweise “New Mix” heißt, wesentlich länger ist und ebenfalls toll klingt.

Da in den 80er Jahren auch die ganze Remix und Maxi Kultur noch in den Kinderschuhen steckte, gab es auch immer mal wieder Verwechslungen bei den diversen Long Versions. A-Has zweiter Hit “The Sun Always Shines On TV” fiel so einer Verwechslung zum Opfer: Nachdem die Band eine eigene “Extended Version” erstellt hatte, wurde mal wieder Steve Thompson mit einem passenden US Mix beauftragt. Irgendwie wurden dann aber die Master Tapes vertauscht und der eigentliche Extended Mix erschien nur auf der Limited Edition Erstauflage (incl. Poster), der Maxi Single in England. Alle weiteren Pressungen, so auch alle deutschen Maxis, enthielten dann den US Dance Mix. Nach vielen Archivanfragen gibt es hier endlich die Original Extended Version zu hören. INXS waren nicht nur einen geniale Rockband, sondern hatten auch schon immer ein offenes Ohr für elektronische Beats.

Sie fingen nicht nur früh an ihre Hits auch remixen zu lassen, sondern setzten auch selber immer wieder vereinzelt rockuntypische Sounds ein.

Der Digital Download Deluxe hält nicht nur 20 ungekürzte 12″ Maxi Versionen bereit, sondern bietet ebenfalls noch eine visuelle Zeitreise mit 5 grossartigen Videos sowie einen detaillierten Audiokommentar von den Produzenten und Compilern Blank & Jones selbst. Sie haben es sich auch nicht nehmen lassen einen exklusiven Digital Release ONLY Remix eines 80er Klassikers anzufertigen. Diesmal fiel die Wahl auf Michael Cretu’s (ENIGMA) Klassiker “Samurai”.