Montag, 13. September 2010, 10:56 Uhr

Kostja Ullmann und der Kreischalarm: "Es war wie im Film"

Berlin. Am 16. September startet der neue Film ‘Groupies bleiben nicht zum Frühstück’. Was es bedeutet sich völlig unbedarft in einen erfolgreichen, aber immer noch aufstrebenden Musiker zu verlieben, erzählt die in witziger und erfrischender Weise die in Berlin gedrehte Chaos-Love-Story. Derzeit sind die beiden Hauptdarsteller Kostja Ullmann und Anna Fischer auf Promotour.

Pünktlich zum Filmstart am 16. September erscheint übrigens das Filmhörspiel und auch das Album der Filmband „Berlin Mitte“, die kürzlich bei ‘The Dome’ ihren ersten Live-Auftritt hatten.

klatsch-tratsch.de traf Kostja Ullmann, der mit Schauspiel-Kollegin Janine Reinhardt zusammen ist in einem Berliner Cafe – vor seinem Besuch am letzten Donnerstag bei der VIVA -Show mit Collin Fernandes.

Kostja, wie war Dein erster öffentlicher Auftritt als „Rockstar“ bei The Dome?
Abgefahren! Es war irre. Ich war aufgeregt. Beim Drehen standen unten 300 Komparsen. Die haben richtig gut Stimmung gemacht in der o2Arena in Hamburg. Diese Erfahrung war schon irre. Die Band „Berlin Mitte“ wurde dann von ‘The Dome’ eingeladen, weil sie den Song gut fanden. Wir hatten darauf große Lust und haben uns vorher wie eine richtige Band zu Proben getroffen. Wir sind dann dahin und hatten einen großartigen Tag! Bei ‘The Dome’ wusste die Menge gar nicht wer wir sind. Wir haben vor dem Auftritt einen Teaser gezeigt, aber natürlich kannte das Publikum die Musik noch nicht. Insofern war es ein spannender Auftritt vor 10.000 Leuten! Das Tolle war: Wir kamen richtig gut an. Die Leute haben geklatscht, gekreischt und gejubelt. Es war super. Wie im Film sozusagen. Ich konnte es gar nicht fassen.

Am 17. September kommt das Debütalbum von „Berlin Mitte“. Wirst Du mit Deinen Musikerkollegen weitere Auftritte haben?
Geplant ist da nichts. Lass uns mal gucken, ob wir auf Platz 1 landen (lacht), dann können wir noch mal darüber reden. Es tat dem Film gut zu ‘The Dome’ zu gehen, denn da ist unser Zielpublikum. Es freut mich, wenn der Film dann anläuft

In Deinem neuen Film ‚Groupies bleiben nicht zum Frühstück’ geht es um eine Karriere zum Rockstar und die gnadenlosen Auswirkungen, wenn man permanent im Rampenlicht steht und kein Mädchen haben darf, weil im Vertrag steht, man ist Single. Damit verratet ihr ja, wie verlogen die Branche ist. Ist das beabsichtigt?
Auf jeden Fall. Das war und ist bei vielen jungen Bands der Fall, damit viele weibliche Fans die Hoffnung haben, da geht noch was. Und damit spielt das Management. Es geht dabei natürlich um Geld und Zahlen und Plattenverkäufe. Deswegen war es uns wichtig, das auch so zu zeigen. Es ist bestimmt nicht bei jedem Künstler so. Bei uns Schauspielern ist es überhaupt nicht so, aber bei Boybands und so natürlich eher. Ich selber würde so einen Vertrag nicht unterschreiben. Ich bin auch noch nie in solch eine Situation gekommen.

Was hast Du bei Deinen Gesangsstunden mit Texas-Lightning Lady Jane Comerford gelernt?
Das war toll! Sie ist eine sehr humorvolle Frau und wir haben viel gelacht. Das lag wahrscheinlich auch an meinen anfänglichen Gesangskünsten (lacht). Sie hat wirklich eine Menge Arbeit in mich investiert. Sie hat mir tolle Techniken beigebracht und gezeigt wie ich dahin komme wo ich hin will. Es gibt da einige Tricks, aber eine zweite Gesangskarriere wird es nicht. Roland Spremberg hat die Songs für mich geschrieben – genau für meine Stimme. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Als ich die Rolle angeboten bekam, wurde ich eingeladen zu einem Rockstar-Casting. Ich dachte: Wissen die denn nicht, dass ich nicht singen kann? Die Stimme wurde aufgenommen und ich musste dazu performen. Als sie merkten, das es ausreicht, bekam ich die Rolle. Ich hatte sofort Lust dies Rolle zu spielen

Du standest ja schon oft auf dem roten Teppich. Was löst Kreischalarm bei dir aus?
Ich war ein großer Michael Jackson Fan. Mein Zimmer war zuplakatiert. Wenn ich ihn auf der Bühne gesehen hätte, hätte ich auch gekreischt.
Wenn ich auf dem roten Teppich stehe und die Leute wegen mir nervös werden und kreischen, dann muss man erstmal damit klarkommen. Es schmeichelt einen aber auch. Es freut einen, wenn man merkt: Das was du machst ist ok.

Würdest du wegen einer Frau deine Karriere aufs Spiel setzen?
Ich habe ja eine Frau. Ich hoffe, sie wird mich nie vor die Wahl stellen. Bei mir geht an sich Familie immer vor.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Patrick Hoffmann. Interview: Eva Magdon