Donnerstag, 16. September 2010, 22:51 Uhr

Das T-Shirt aus der Spraydose paßt wie angegossen

London. Mit Sicherheit ist es einfacher, aus der Schublade ein T-Shirt herauszusuchen und es locker und lässig anzuziehen. Aber einige unter uns Menschen sind dazu bereit, sich ein wenig mehr Aufwand für ihre Garderobe zu machen. Doch was genau soll das heißen? Ein T-Shirt, das so gemütlich auf der Haut liegt und aussieht, als wäre es aufgesprüht?

Dank einer flüssigen Mischung aus Baumwollfasern könnten wir uns bald selbst T-Shirts, Kleider, Hosen bis hin zu Schwimmsachen und Hüte aufsprühen.

Der spanische Designer Dr. Manel Torres arbeitet zusammen mit Professor Paul Luckham vom britischen Institut für Partikel Technologie (Imperial College London) seit 10 Jahren an seiner Erfindung ‘Fabrican’, welches genauer genommen ein Aerosol-Gemisch aus Gas, Baumwollfasern, Polymeren (der Stoff zum Binden) und Lösungsmittel ist – um das Zeug in der Dose in Flüssigform zu halten.

In einem Video demonstriert er, wie er dieses Gemisch auf einen nackten Oberkörper eines Models aufsprüht und innerhalb von 15 Minuten ein T-Shirt kreiert. Sobald es an der Haut getrocknet ist, kann das aufgesprühte Kleidungsstück abgenommen, gewaschen und wieder getragen werden.

Ganz schön abgefahren! Man kann es für Reparaturzwecke von alten Sachen einsetzen, aber auch neues entwerfen. Der Grundgedanke dieser Idee war, Kleidung billig und schnell herzustellen, so Dr. Torres und erklärte: “Ich wollte wirklich ein futuristisches, nahtloses, schnelles und komfortables Material machen.”

Damit wollte er zeigen, dass Wissenschaft und Technik den Modedesignern durchaus helfen kann. Noch werden wir ‘Fabrican’ nicht so bald im Schrank haben, da es noch weiterentwickelt wird. Doch davon abgesehen, könnte das Zeug in der Zukunft auch für Möbelpolsterungen und Ähnliches eingesetzt werden.

Foto: Imperial College London