Donnerstag, 23. September 2010, 16:06 Uhr

"Das Supertalent": RTL wird trotz Protestes nicht auf Tiere verzichten

Hamburg.  In der ab morgen ausgestrahlten neuen Staffel der RTL Show “Das Supertalent” treten nach Medienberichten diverse Kandidaten mit Tierdressuren an. Die internationale Tierschutzorganisation “Vier Pfoten” fordert RTL und die Produktionsfirma Grundy Light Entertainment GmbH auf, insbesondere auf den Einsatz von Wildtieren zu verzichten. “Tiere zu Unterhaltungszwecke zu missbrauchen lässt kein großes menschliches Talent erkennen und sollte der Vergangenheit angehören”, stellt Vier-Pfoten- Geschäftsführerin Johanna Stadler klar.

Der Sender wirbt auf seiner Webseite mit einem rutschenden Schwein, einem rechnenden Hund, Mäusen auf dem Hochseil, Kaninchen-Weitsprung, einem tanzenden Elefanten und akrobatischen Hühner. In weiteren Berichten ist auch von dem Auftritt eines österreichischen Tiertrainers die Rede, der eine Nummer mit einem Steinadler präsentiert. Stadler erklärt: “Die Fülle an Tiernummern ist erschreckend. Wissen und Verständnis für die enormen Fähigkeiten jeder Tiera lassen sich nicht in einer Studiosituation vermitteln, hier werden Tiere einfach nur vorgeführt.”

Die “Kunststücke”, die diese Tiere in Shows zeigen müssen, basieren immer auf fragwürdigen Dressurmethoden, die eine Dominanz des Trainers über die Tiere erfordert. Ein für Vogelschauen oder die Jagd eingesetzter Greifvogel wird beispielsweise auf seine Trainer fixiert, indem er in
einen ausgeprägten Hungerzustand und somit extremen Konditionsmangel versetzt wird. Bedrohte Arten wie Elefanten leiden in der Showbranche
unter permanentem Platzmangel, ständigen Transporten und unnatürlichen Darbietungen. Aber auch domestizierte Tiere wie Schweine und Kaninchen sind äußerst empfindlich und stressanfällig -also in einem Fernsehstudio völlig fehl am Platze.

RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer erklärte zu den Vorwürfen gegenüber klatsch-trtatsch.de: “Das Wohl der Tiere bei den Tierdressurnummern hat bei uns oberste Priorität und alle gesetzlichen Bestimmungen werden eingehalten.”

Foto: RTL/Stefan Gregorowius