Montag, 04. Oktober 2010, 14:00 Uhr

R.E.M sprechen über ihr erstes Berliner Album

Berlin. R.E.M-Gitarrist Peter Buck (53) weigert sich, einen Song mehr als dreimal einzuspielen, um nicht den Aufnahmeprozess zu verzögern. Der 53-jährige Rocker ist im Sommer mit seiner Band in Berlin in den Hansa-Studios am Potsdamer Platz gewesen, um Aufnahmen zu ihrem 15. Album zu machen. Doch er wollte das alles schnell hinter sich bringen. Daher musste Buck mit den Bandkollegen, allen voran Sänger Michael Stipe, und Bassist Mike Mills einen Kompromiss eingehen, da die beiden eigentlich ein langsameres Vorgehen mögen. Peter sagte: “Wir machen Kompromisse, sagte ich im Grunde genommen. ‘Ich werde einen Song nicht mehr als dreimal aufnehmen;  wenn wir keine magische Aufnahme nach drei Versuchen haben, dann lass uns einfach davon Abstand gewinnen.’ Es ist ein gutes Gefühl, weil man es so machen muss, im Gegensatz zu ‘Oh, wir können morgen immer dazu zurückkommen’.”

Er fügte hinzu, dass die Gruppe bereits rund 25 Lieder für das noch unbetitelte Album aufgenommen hätte und anschließend doch nur 15 oder 16 Songs darauf haben will. Doch der Gitarrist wollte auf der Platte nur 12 Tracks haben. Warum die Gruppe ausgerechnet in Berlin aufnehmen wollte, erklärte er somit: “Wir wählen die Aufnahmeorte, indem wir in die Städte gehen, in die wir wollen und für eine Weile abhängen. In der Vergangenheit haben wir ein paar Dinge gemacht, wo wir in kleinere Städte gegangen und fast verrückt geworden sind. Ich will umher wandern, zu Buchhandlungen gehen, verschiedene Arten von Essen genießen und Menschen begegnen.”

Michael Stipe nennt Berlin “super inspirierend” und stellt gegenüber dem deutschen ‘Rolling Stone’ fest: “Berlin ist mit beiden Beinen im 21. Jahrhundert gelandet”. Ihm gefalle auch,  dass sich die Stadt “den Menschen öffnet, die sich für sie interessieren.”
Peter Buck sagte dazu: “Michael ist ja nächtelang um die Häuser gezogen und hat die Atmosphäre aufgesogen.”