Montag, 04. Oktober 2010, 11:36 Uhr

"X Factor": Edita will am Dienstag mit Aretha Franklin punkten

Köln. Die 25-jährige Kölnerin Edita Abdieski ist eine der Topfavoriten für den Sieg bei ‘X Factor’. Nachdem sie am letzten Dienstag eine Killerperformance mit “Street Life” hinlegte, wird sie morgen Abend die nächste Live-Audition eröffnen und will mit “Respect” von Aretha Franklin ordentlich Punkte sammeln.

klatsch-tratsch.de sprachen mit dem Schützling von Mentor Till Brönner über ihre Siegchancen.

Edita, dein Auftritt bei der zweiten Live-Show war der Hammer. Die Juroren hatten glänzende Augen, das Publikum im Studio war begeistert, das Publikum vor dem Fernseher auch. Sarah war ziemlich kritisch. Wie gehst du damit um?
Ich hatte bis jetzt immer gute Kritik bekommen. Ich habe aber damit gerechnet und deswegen hat mich das nicht so doll verletzt. Ich nehme mir das schon zu Herzen, aber ich kann mit Kritik sehr gut umgehen und versuche natürlich das, was Sarah haben will in der nächsten Show umzusetzen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Mentor Till Brönner?
Das ist sooo entspannend! Wir verstehen uns ohne Worte. Es geht immer ruckzuck. Wir setzen uns hin, schauen uns die Songs an. Wir haben den gleichen Musikgeschmack und deshalb gibt es nicht lange Diskussionen.

Was erwartet uns bei der dritten Liveshow „Kings and Queens of Pop”?
Ich darf von Aretha Franklin „Respect“ singen. Das ist ein toller Song den ich schon als Kind gemocht habe. Ich werde natürlich versuchen ihn zu meinem eigenen zu machen. Ich bin ja Opener. Ich werde die Show eröffnen und deswegen muss es einfach knallen.

Für Deine Musicalausbildung hast Du 20.000 Euro Schulden aufgenommen. Warum?
Die Schule war ganz neu und wir waren so ein bisschen die Versuchskaninchen. Die Schule war sehr teuer. Ich war jung und dumm. Ich wollte unbedingt etwas machen mit Musik und Tanzen. Dann habe ich diese Ausbildung gemacht. Ich war das Aushängeschild und sie haben immer gesagt: Bitte mach die Ausbildung fertig, du kannst auch nach der Ausbildung bezahlen. Deswegen hat sich diese Summe angestaut. Vor einem Jahr wurde die Schule geschlossen. Diese Musical Academy hat wohl doch nicht funktioniert.

Bis vor kurzem hast Du noch als Kellnerin gearbeitet, warst Dir auch fürs Putzen und auch Zeitung austragen nicht zu schade, um die Schulden abzuarbeiten. Was sagt Deine Familie zu Deinem Erfolg bei „X Factor“?
Meine Mama ist super happy, dass sich das jetzt so ausgezahlt hat. Ich wollte schon viel früher nach Köln ziehen, aber ich wollte erstmal den Schuldenberg und das alles abschließen. Meine Mama ist so happy, weil sie früher so kritisch war. Aber jetzt sagt sie: Es ist deine Zeit, genieße sie und nimm alles mit. Ich bin auch kritisch und rechne damit, dass es auch schnell wieder vorbei sein kann. Aber ich genieße natürlich den Moment. Es ist ein schönes Gefühl.

Was ist für Dich der „X Factor“?
Das kann Verschiedenes sein. Für mich ist das etwas, was mit der Ausstrahlung und der Stimme zusammen hängt, das was rüber kommt. Eine gewisse Energie oder Magie, die ein Künstler auf der Bühne hat und das auf den Zuschauer übertragen wird.

Falls es mit dem Sieg nicht klappt, wird Dich Till Brönner mit seinen exzellenten Kontakten in der Branche weiter unterstützen?
Das hoffe ich natürlich. Er hat auch schon Andeutungen gemacht. Er hat mir erzählt, dass er den Songwriter von „Streetlife“ kennt, weil er mit ihm auf Tour war. Er meinte: Das wäre auch für dich interessant! Da war ich erstmal baff.

Welche Chancen rechnest Du Dir aus und wer von den Kandidaten beeindruckt Dich am meisten?
Mir selber Chancen ausrechnen, das mache ich einfach grundsätzlich nicht. Ich versuche jeden Auftritt so gut wie möglich zu machen, damit ich sagen kann, das war jetzt trotzdem ein guter Auftritt. Die Stimmen von Big Soul, das beeindruckt mich jedes Mal wieder. Einfach Wahnsinn. Vom Typ her auf der Bühne gefällt mir besonders Mati, denn er ist einfach anders und das finde ich cool. Es gefällt mir, wenn Künstler daher kommen und einfach anders sind.

Auf welcher Art Bühne siehst du dich in Zukunft? Popmusik oder Musical?
Musical überhaupt nicht. Ich hab gemerkt, ich bin gar nicht der Typ dafür in eine Rolle zu schlüpfen. Ich liebe das Gefühl von: Mal schauen was heute kommt. Das Publikum reagiert immer anders. Ich brauche dieses Experimentieren. Deshalb bin ich eher ein Bandmädchen.

Welches Repertoire hätte Dein Debütalbum?
Ich liebe Popmusik. Ich bin damit aufgewachsen. Jeder Künstler will irgendwie was Neues machen. Das ist heutzutage schwer, denn es gibt ja schon alles. Bei mir würde sicherlich sehr viel Energie drin sein und Gefühl, zum Teil aber auch ein bisschen rotziger und rockiger.

Ist dir die Kellnerin Edita aus der „Weinbar“ in Köln inzwischen fremd geworden?
Nee, ich bin immer noch der gleiche Mensch: Edita.

Glaubst du an Schicksal?
Ja, durchaus.

Interview: Eva Magdon, Fotos: VOX/Ralf Jürgens