Mittwoch, 06. Oktober 2010, 11:23 Uhr

"X Factor": Für Urban Candy war dann doch Schluß

Köln. Es war zu erwarten: Marc Markowski (28), Roman Schwitalla (27) und Candy Hammer (25), das von George Glück zusammengezimmerte Trio Urban Candy, kommt bei ‘X Factor’ keinen Schritt mehr weiter. Bei der dritten Live-Show unter dem Motto „Kings and Queens of Pop“ bewies sich erneut dass die Hammersängerin Candy überhaupt nicht mit den beiden rappenden Herren harmonierte. Für die kleine Exzentrikerin dürfte das Aus besonders bitter sein.

Auch für Marlon Bertzbach wurde es wieder mal etwas eng, weil er wie immer nicht immer jeden Ton punktgenau traf. Urban Candy mußten zur endgültigen Entscheidung nochmal mit dem Seeed-Song “Ding” antreten und zwar gegen Marlon Bertzbach, der  den Song “Last Request” von Paolo Nutini performte. Till Brönner entschied sich letztlich gegen Urban Candy: “Es ist eine wahnsinnig undankbare Situation – ich bin fast überfordert. Ich fand die Leistung von beiden Acts ok, aber nicht besonders. Das ist ein Gesangswettbewerb und ich hole meinen inneren Taschenrechner raus, weil das eine faire Entscheidung ist. Unterm Strich fällt ‘Urban Candy’ durch.” Damit hat Sarah Connor als einzige Jurorin noch ihre drei Schützlinge im Rennen.

Absolute Höhepunkte: Edita Abdieski mit einer astreinen “Respect” von Aretha Franklin und Pino Severino mit einem überzeugenden Auftritt zu James Browns Klassiker “It’s A Man’s, Man’s, Man’s World”. Sarah Connors “Respect” bekam Edita prompt für ihren Auftritt, allerdings wünscht sich die Jurorin für die nächste Sendung mehr Gefühl von Edita. Mentor Till Brönner hatte gute und schlechte Nachrichten: “Die schlechte Nachricht ist, dass ganz viele Kandidaten heute neben dir alt aussehen werden. Die Gute ist, dass wir erst in Show 3 sind. Wir haben noch fünf weitere Shows, um neue Facetten von dir zu zeigen.”

Pino Severino, der vergangene Woche unter den zwei schlechtplatziertesten Kandidaten war, sorgt nach seiner Performance von “It’s a Man’s, Man’s, Man’s World” für Zoff in der Jury. George Glueck warnt: “Du hast bei mir sehr viele Sympathiepunkte verloren, weil du mir zu berechnend geworden bist.” Mentorin Sarah Connor versrand gar nix und kontert: “Hier wird jetzt scharf geschossen. Ich fand das hammergeil,
was du gemacht hast. Deine Welt hat ein bisschen gezittert, du hast nun auch die andere Seite des Showbiz’ kennengelernt und hast all den Ärger in die Performance gelegt.”

Mati Gavriel indes überzeugte nicht so richtig mit einer So-Lala-Version des Queen-Klassikers “Don´t Stop Me Now”. Während seiner Performance zeigte er Körpereinsatz und stürzte mit einem ungewollten Salto von der Bühne; völlig unbeirrt sang er danach weiter. Dennoch warnte George Glueck ihn vor Überheblichkeit: “Du bist der wahre Künstler unter den Sängern in diesem Wettbewerb. Allerdings sind Freddys
Schuhe einfach zu groß.” Sarah Connor ist stolz auf ihren Schützling: “Ich finde, du machst die Show zu etwas Besonderem, du hast für mich den ‘X Factor’.”

Auch Anthony Thet aus Till Brönners Kategorie der über 25-Jährige muss Kritik einstecken. Sarah Connor: “Ich finde, dass deine Gesangsperformance sehr dünn war. Diese Rocknummern finde ich zu gezwungen.” Und Juror George Glueck sieht keine Entwicklung bei
Anthony: “Die Konkurrenz ist so groß, du musst ausbrechen, ich finde es langweilig.”

Der letzte Act waren schließlich die vier von “Big Soul”, die einen selbstbewussten und kraftvollen Auftritt mit dem Song “Free your mind” von “En Vogue” hinlegten – Standing Ovation von Mentor George Glueck (“Lasst uns Geschichte schreiben!”) und Jurorin Sarah Connor sind das Ergebnis. Sarah Connor gibt zu, “dass sie Chancen auf das Finale von ‘X Factor’ haben.”

Nicht nur die “X Factor”-Kandidaten gaben gestern alles: Auch der britische, dreifache Grammy-Gewinner Seal performte in der Show zum ersten Mal im deutschen Fernsehen seine brandneue Single “Secret” aus seinem Album “Commitment”.

Fotos: VOX, Ralf Jürgens