Mittwoch, 13. Oktober 2010, 16:34 Uhr

"X Factor": Hier spricht Pino Severino über seinen Rauswurf und die Zukunft

Köln. In der vierten großen Live-Show mit dem vielsagenden Thema “Mystery Night” sorgten die verbliebenen Top 6 der “X Factor”-Kandidaten gestern Abend für jede Menge Thrill und Hochspannung. Der 18-jährige Solist Pino Severino holte sich vor seinem Factor”-Auftritt noch Tipps von keinem geringeren als Welt-Star Usher. Und der bescheinigte dem Kölner absolute Starqualitäten. Denn mit seiner Performance von “Sympathy for the Devil” von den “Rolling Stones” unterhielt der gebürtige Kölner einmal mehr die Zuschauer nicht nur mit Gesang, sondern auch mit einer powergeladenen Tanzeinlage.

Doch George Glueck ließ sich von der Severinoschen Performance nicht überzeugen: “Dass du auf die Bühne gehörst respektiere ich, aber auf welche, das ist die Frage”, und bezog sich dann auch auf die Castingshow mit den “vier Buchstaben” – auf DSDS. Mentorin Sarah Connor sprach ihrem Schützling dagegen ein großes Kompliment aus: “Du hast mal wieder gezeigt, dass du direkt in den Tourbus einsteigen könntest. Du bist in der Lage auf den Punkt eine Bühnenperformance abzurufen – mit Gesang, Tanz, allem. Großen Respekt und ein großes Kompliment.”

Dem harten Urteil der Juroren mussten sich am Ende Anthony Thet und Pino Severino stellen. Der Wahlberliner und der Solist aus Köln erhielten angeblich die wenigsten Anrufe der Zuschauer und mussten im Gesangsduell noch einmal gegeneinander antreten. Ihre  Entscheidungssongs durften die Acts selbst wählen. Nach den beiden Auftritten mussten die Juroren die Entscheidung treffen. Dieses Mal war George Glueck das Zünglein an der Waage. Die  Entscheidung fiel dem “X Factor”-Juror sichtlich schwer: “Ich ringe mit mir, weil ich mit diesem Zuschauer-Ergebnis überhaupt nicht  gerechnet habe. Aber Pino, du stehst schon zum zweiten Mal hier vorne im Gesangsduell – das ist auch ein Vorentscheid für uns. Du musst die Menschen überzeugen können. Darum – derjenige, den ich jetzt nach  Hause schicke und den wir nächste Woche nicht mehr sehen werden bist  du.” Damit muss erstmals auch Jurorin Sarah Connor einen ihrer  Schützlinge aus dem “X Factor”-Wettbewerb ziehen lassen.

klatsch-tratsch.de sprach heute mit Pino über seinen Rauswurf aus der ersten Staffel von ‘X Factor’. Hier unser großes, zweiseitiges Interview im Wortlaut:

Zahlreiche X-Factor-Zuschauer waren sehr überrascht von der Entscheidung durch George Glück gestern Abend, Dich statt Anthony nicht mehr weiterkommen zu lassen und die Fernsehnation versteht die Welt nicht mehr! Wie geht es Dir im Moment?
Um ehrlich zu sein, mir geht es ganz gut. Ich habe alles ein wenig verdaut und sacken lassen. Ich bin schon sehr traurig, dass ich die Leute die ich bei X-Faktor kennengelernt und in mein Herz geschlossen habe, so schnell nicht wieder sehe. Aber ich respektiere die Entscheidung, die George Glück getroffen hat und sage mir: Das Leben geht weiter, denn ich bin noch sehr jung.

War die Entscheidung gerecht?
Ich glaube, ich habe nicht das Recht darüber zu urteilen, denn der Mann ist 60 Jahre alt, hat schon mit großen Stars gearbeitet und weiß was er macht. Die Zuschauer haben mich zu der Show geschickt. Ich war dabei.

George war ja das Zünglein an der Waage, ist nach unserer Meinung nach der sehr ungerechten Entscheidung gleich zu Dir geeilt. Was hat er Dir gesagt?
Er hat sich bei mir entschuldigt und gesagt, dass er das nicht aus persönlichen Gründen getan hat, sondern weil ich zum zweiten Mal im Duell gestanden habe, hat er mich nach Hause geschickt. Ich habe nicht großartig mit ihm geredet. Er fragte, ob ich sauer auf ihn war. Ich meinte einfach nur, dass ich nicht persönlich auf ihn sauer bin, sondern traurig darüber, dass ich das Team von X-Faktor verlasse.

Sarah Connor stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben und auch Till Brönner rechnete sicher damit, dass Anthony rausfliegt. Was haben Sarah und Till zu Dir gesagt?
Auf der Aftershowparty haben mir Sarah und Till sehr zugesprochen. Die beiden haben mir gesagt, wie begeistert sie von mir sind und dass sie mich als großartigen Künstler empfinden. Sie rechnen auf keinen Fall damit, dass mein Weg jetzt zu Ende ist. Till und Sarah bieten mir ihre Hilfe an. Ich werde auf jeden Fall mit ihnen in Kontakt bleiben. Sie möchten auf jeden Fall wissen, wie es mit mir weiter geht. Sarah wird mich nicht fallen lassen.

George verglich Deine Auftritte mit denen von Kandidaten bei DSDS. Du hast selbstbewusst reagiert. Was entgegnest Du einen Tag nach Deinem Rauswurf?
Genau das Gleiche. Mir wurde es etwas zuviel in dem Moment, denn ich fand es etwas ungerechtfertigt mir so was an den Kopf zu werfen. Das war ein Argument, dass ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Ich denke, dass ich bei X-Faktor war hat seine Gründe. Ich hatte die Berechtigung dort zu stehen und soweit gekommen zu sein. Hätte ich in ein anderes Format gehen wollen, wäre ich wahrscheinlich dorthin gegangen. Aber ich hatte mich für X-Faktor entschieden, weil ich das Gefühl hatte, dort richtig aufgehoben zu sein.

Wie schätzt Du die Leistung von Marlon bei der vierten Live-Show ein?
Ich bin kein Vocalcoach und auch kein Juror oder Mentor um das zu beurteilen. Ich glaube aber, er kann es besser. Ich werde nächste Woche bei der Show dabei sein und ihn anfeuern. Ich hoffe, dass er es nächste Woche besser macht. Er hat bis jetzt in keiner Show gezeigt, was er eigentlich kann.

Wer wird Deiner Meinung nach gewinnen?
Meine Topfavoritin ist Edita. Daraus brauche ich kein Geheimnis machen. Edita ist ein ganz toller Mensch! Sie hat gestern zu meinem Abschied bitterlich geweint. Edita und ich, wir wurden gemeinsam zum Studio gefahren, wir waren aus, sind gemeinsam essen gegangen. Edita und ich sind wirklich gute Freunde geworden. Ich finde, sie hat bis jetzt immer kontinuierlich die beste Leistung gezeigt. Sie hat es einfach verdient. Sie ist eine tolle Frau die unglaublich gut singt und noch dazu eine faszinierende Persönlichkeit ist. Das ehre ich und schätze es sehr. Deswegen wünsche ich Edita von Herzen, dass sie gewinnt.

Du warst der einzige Entertainer der ersten Staffel von X-Factor. Wie geht es jetzt für Dich weiter? Privat und gesanglich?
Privat geht es so weiter wie immer. Ich habe immer noch eine tolle Familie die hinter mir steht und tolle Freunde die mich unterstützen. Karrieretechnisch geht es auf jeden Fall auch weiter. Ich habe tolle Angebote bekommen, das häuft sich so langsam und wird immer mehr. Ich werde mich mit meinem Team zusammensetzen und wir werden schauen was es so gibt. Und dann hoffe ich noch, dass ich mich in naher Zukunft freundlich und glücklich entertainmentmäßig zurückmelde. Da ich nicht von Luft und Liebe lebe, werde ich ab November wieder zu meiner alten Arbeit gehen. Es sei denn, es bietet sich in der Zwischenzeit die Möglichkeit mit Musik Geld zu verdienen. Das würde ich natürlich sofort machen.

Wird Sarah Dich weiter unterstützen?
Sarah hat mich bisher super unterstützt. Sie könnte mir weiter Tipps geben. Sie hat mir viel beigebracht zum Umgang mit den Medien. Von so einem Profi wie Sarah Tipps zu bekommen ist sehr hilfreich.

Was möchtest Du all Deinen Fans sagen?
Ich möchte mich bei ihnen bedanken dafür, dass sie mich unterstützen und nicht aufgeben. Ich habe sehr viele Mails bekommen. Es ist großartig, dass sich die Leute so darüber aufregen, dass ich rausgeflogen bin. Das freut mich, weil es die Leute so bewegt. Aber ich möchte nicht, dass man sich darüber streitet. Ich hoffe einfach nur, dass meine Fans darauf warten, dass ich mich bald wieder auf der Bühne zurückmelde.

Wann gehst Du ins Studio um eigene Songs aufzunehmen?
Das weiß ich noch gar nicht. Ich hoffe nur, dass ich das in naher Zukunft machen darf. Ich möchte mich verwirklichen, meine Ideen umsetzen. Es ist aber noch nicht so spruchreif als das ich sagen könnte: So nächste Woche stürme ich das Studio.

(Interview: Eva Magdon und Paul Verhoben)

Fotos: VOX/Ralf Jürgens