Montag, 18. Oktober 2010, 21:43 Uhr

Menowin legt Verfassungsbeschwerde gegen Knasturteil ein

Darmstadt. Die letzte Möglichkeit: Nachdem das Amtsgericht Darmstadt die Bewährungsstrafe für DSDS-Vize Menowin Fröhlich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt widerrufen hatte, legt der Sänger jetzt an allerhöchste Stelle Beschwerde ein. Der 23-jährige will vor das Bundesgerichtshof ziehen, um in letzter Minute zu verhindern, dass er 313 Tage ins Gefängnis muß.

Am Freitag habe der schlagzeilenträchtige Sänger nach Informationen der Bild-Zeitung “eine 45 Seiten starke Verfassungsbeschwerde” eingelegt. Stefan Rathgeber, aufsichtsführender Richter und Pressesprecher des Amtsgerichts Darmstadt, sagte dem Blatt dazu: “Der Anwalt hat uns das so mitgeteilt. Ein ungewöhnlicher Weg.”

Menowins neuer Darmstädter Anwalt Manfred Döhring erklärte dazu: “Da das Urteil des Amtsgerichts Darmstadt bereits rechtskräftig ist, bleibt nur diese Möglichkeit.”

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ist das oberste deutsche Gericht und damit letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren. Der BGH entscheidet nicht nur über Verfassungsbeschwerden, sondern auch über die Verwirkung von Grundrechten, die Verfassungswidrigkeit von Parteien, Organstreitigkeiten zwischen obersten Bundesorganen (z.B. Bundespräsident, Bundesrat, Bundestag) und die Vereinbarkeit von Bundesrecht und den einzelnen Landesrechten der Bundesländer.

Damit jedem die Geltendmachung seiner Grundrechte möglich bleibt, ist das Verfahren der Verfassungsbeschwerde grundsätzlich kostenfrei.