Mittwoch, 20. Oktober 2010, 12:42 Uhr

"X Factor": Sarah Connor schickt ihren Schützling Marlon nach Hause

Köln. Tränen, Küsse und eine harte Entscheidung am Ende: 2,10 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre verfolgten durchschnittlich am  gestrigen Dienstag die 5. Live-Show von “X Factor” bei VOX und bescherten dem Kölner Sender einen guten Marktanteil von 10,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Publikumsliebling Markon Bertzbach mußte gehen. Erstmals performten die Top 5 Acts zwei Lieder pro Show und stellten sich mit ihren Songs zum Thema “Laut und Leise” den Zuschauern und der Jury gleich doppelt.

Der “Poet” unter den Kandidaten, Mati Gavriel, überzeugte mit einem “lauten” “Song 2” von Blur und 60 Tänzern, die wie in einem  Flashmob mit ihm die Bühne rockten. Juror George Glueck ist begeistert: “Es hat Spaß gemacht, du bist ein kreativer, außergewöhnlicher Typ.” Mentorin Sarah Connor bedankte sich für den Kuss, den Mati ihr während seiner Performance gab, auf ihre Weise: “Du kreierst immer etwas Neues, es war elektrisch, es war chefmäßig, es war Wahnsinn. Du hast eine subtile Erotik und bist quasi der Robert Pattinson der Musikszene.” Auch nach seiner “leisen” Version “Sexed Up” von Robbie Williams ist Sarah begeistert: “Du hast eine  Idee dahinter, das ist überlegt und toll.” Damit spielt sie auf Matis Inszenierungsidee an, die er sich selbst ausgedacht hat: eine  Burlesque-Tänzerin am Seil.

Mit leiseren Tönen von den vier Ladies von “Big Soul” und ihr Interpretation des U2-Klassikers “One” bekamen die prallen  “Dreamgirls” erneut Standing Ovations – nicht nur von der Jury,  sondern auch von Vera Int-Veen, die die vier im Publikum unterstützte. Sarah Connor: “Ihr Süßen, das war wirklich euer Meisterstück. Ich fand es toll, euch alle einzeln singen zu hören. Ihr seid ein Vorbild für viele Frauen in Deutschland. Ihr habt es verdient, hier zu sein.” Der zweite Song von George Gluecks Band ging im Vergleich zum ersten nach vorne: “Sex On Fire” von “Kings of Leon” überzeugte ebenfalls, obwohl George gesteht, dass er mit seiner  Songauswahl ins Risiko gegangen ist: “Ihr wisst ja, dass ich gerne  ein Risiko eingehe. Ich finde aber, dass Sinnlichkeit nicht nur  Menschen mit Größe 36 ausstrahlen sollten.”

Letzte Woche noch unter den zwei Kandidaten mit den wenigsten Anrufen holte sich gestern Anthony Thet Unterstützung und wurde bei seiner Performance von “Under The Bridge” (“Red Hot Chili Peppers”) von seinem Vater Sonny Thet auf dem Cello begleitet. Der spielte selbst in der DDR jahrzehntelang in der Band ‘Bayon’.  Damit konnte der Berliner auch Sarah Connor erstmals in den Live-Shows überzeugen:  “Ich freue mich sehr, dich heute so zu sehen. Ich habe dich so  vermisst, genauso wollte ich dich wiedersehen: toller Look und einfach unaufgeregt.” In der zweiten Runde von Till Brönners Schützling holte Anthony Thet erneut sein Lieblingsspielzeug auf die Bühne: seine Gitarre. Der Juror ist nach “Walk This Way” von “Aerosmith” ganz entspannt: “Mit so einer Leistung kannst du ganz  entspannt ins Bett gehen und in den Spiegel schauen. Es träumen viele davon, so abzurocken wie du.”

Edita Abdieski nahm die erste Strophe ihres Songs “Just Like A Pill” ganz wörtlich und begann ihren Auftritt im Liegen (“I’m Lying Here On The Floor”). Nach Kritik der Mitjuroren zu Editas sogenannten “Signature Moves” (typische Markenzeichen) ist Mentor Till Brönner  einfach nur stolz auf seinen Schützling: “Haare und Outfit finde ich super. Außerdem war das von dir auf der Bühne fast schon eine schauspielerische Leistung, das machst du nebenbei. Und das Blitzen in deinen Augen wird von Show zu Show größer.” Tränen flossen nach Editas zweitem Song “Russian Roulette” von Rihanna. Till Brönner: “Ich fand’ das fantastisch und habe gespürt, dass du diesen Song für  jemanden gesungen hast. Zeig dich, so wie du bist. Und wenn du heute  nah am Wasser gebaut bist, dann lass es die Menschen wissen.”

Weiter ging es mit Glühwürmchen-Effekten, “Nothing Else Matter und Marlon Bertzbach aus Sarah Connors Kategorie. Nachdem der  18-Jährige in der vergangenen Live-Show von “X Factor” wenig  überzeugen konnte, stellt George Glueck direkt nach seinem Auftritt  fest: “Marlon is back! Du hast etwas Besonderes, du musst lernen, damit umzugehen. Du hast heute prima bestanden.” Auch Mentorin Sarah ist “total erleichtert und berührt”. Auch von seinem zweiten Song “Closer To The Edge” von “30 Seconds to Mars” ist George beeindruckt: “Du bist letzte Woche ‘Closer To The Edge’ gewesen als diese Woche,  die Zuchauer werden es schwer haben. Marlon, du bist zurück, das  Coaching hat auf jeden Fall etwas gebracht.”

Am Ende mussten dennoch Marlon Bertzbach und Mati Gavriel – beide  aus Sarah Connors Kategorie der 16- bis 24-Jährigen – im Gesangsduell noch einmal gegeneinander antreten, da sie die wenigsten  Zuschaueranrufe erhielten. Ihre Entscheidungssongs durften die Acts  selbst wählen. Marlon Bertzbach sang “Feeling Good” von Michael  Bublé, Mati Gavriel trat mit dem Song “Hurt” von Christina Aguilera  erneut auf die Bühne. Nach den beiden Auftritten musste sich erstmals ein Juror zwischen zwei seiner Acts entscheiden: Sarah Connor wollte die Wahl dennoch nicht den anderen Juroren überlassen, sondern entschied unter Tränen. “Ihr wisst, ich liebe euch beide, es wird weitergehen, egal, wer nach Hause geht. Der Act, den ich wiedersehen  möchte, ist Mati. Aber Marlon: Ich bin sehr stolz auf dich.” Damit  hat Juror Till Brönner als Einziger noch zwei seiner Acts im Rennen um den Sieg bei “X Factor”. Sarah ließ auch durchblicken, dass sie mit Marlon eh einiges vorhat.

In der gestrigen Live-Show hatte der Star-Trompeter gleich zwei Funktionen: Erstmals und exklusiv präsentierte der dreifache Echo-Gewinner und Grammy-Nominee Till Brönner die Single-Auskopplung “Summer Breeze” aus seinem brandneuen Album “At The End Of The Day” (seit letzten Freitag im Handel) im deutschen Fernsehen.

Fotos: VOX, Ralf Jürgens