Samstag, 23. Oktober 2010, 20:07 Uhr

Erkenntnis der Woche: Jay-Z hält Rapper für Poeten

Los Angeles. Jay-Z (40) will der Welt zeigen, dass hinter Rapmusik mehr steckt, als sich reimende Wortketten. Der Rap-Megastar (‘Hard Knock Life’) promotet derzeit sein Buch mit dem Titel ‘Decoded’, in dem er offenlegen will, was hinter Rapmusik wirklich steckt.

“Ich will zeigen, dass Rap Poesie ist”, betonte der Musiker gegenüber ‘MTV’ und fuhr kämpferisch fort: “Es geht nicht nur um eine Horde Jungs, die sich reimende Wörter aneinanderreihen. Dahinter stehen Gedanken und Cleverness und Inspiration.”

Die Vielfältigkeit im Hip-Hop kommt laut Jay-Z vor allem durch die unterschiedlichen Motivationen, aus denen heraus Musik entsteht. Der Künstler zählte nur ein paar davon auf: “Es gibt den sozialen Grund und den politischen Grund und es gibt Angst und Wut und all die anderen Dinge.”

Sich selber sieht der Star also auch als Poeten; missverstanden manchmal, denn ab und zu kommt er in die Not, seine Texte erklären zu müssen. 2003 beispielsweise verglich sich der Rapper in seinem Song ‘Public Service Announcement (PSA)’ mit dem argentinischen Marxisten-Rebellen Che Guevara (39). Die Idee dazu kam Jay-Z, nachdem er mit einem T-Shirt des Guerillaführers für Aufsehen gesorgt hatte.

“Es ist einfach dieser gewisse Blick auf Rap; darauf wie diese Journalistin darüber geschrieben hatte, dass ich ein Che-Guevara-T-Shirt zusammen mit einem Diamantenkreuz an einer Kette getragen habe. Sie schrieb: ‘Der Jesus schlägt seinen [Che Guevaras] Kopf.'”, erinnerte sich der Megastar und lachte: “Ich dachte mir nur: ‘Das geht ein bisschen zu weit! Das sind einfach eine Kette und ein Shirt. Sie schlägt ihm doch nicht wirklich auf den Kopf!'”

Seinen Ärger drückte Shawn Corey Carter, so Jay-Z bürgerlich, in einem Rap aus. “Diese Erfahrung inspirierte mich zu der Zeile: ‘Ich bin wie Che Guevara mit Diamanten, ich bin komplex'”, berichtete der Entertainer.
Hoffentlich inspirieren Jay-Z noch viele übereifrige Journalisten. (Cover)