Mittwoch, 03. November 2010, 9:17 Uhr

Mark Ronson: "Naja, im Moment gelte ich wohl als cool"

München. Mark Ronson wurde als DJ und Produzent in der Musikszene weltbekannt. Weil er nicht nur mit seiner Musik, sondern auch in Sachen Stil überzeugt, wurde er von dem Männer-Stil-Magazin GQ zum „GQ Mann des Jahres“ in der Kategorie Stil gewählt. Ronson ist stilsicher, aber unsicher ob das auch gleich das Prädikat „cool“ rechtfertigt: „Ich weiß nicht mal genau, was dieses Wort bedeuten soll: cool. Naja, im Moment gelte ich wohl wieder als cool. Mal sehen, wie lang es diesmal anhält.“

Als gläubiger Jude wuchs Ronson in der Upper East Side New Yorks auf und knüpfte schon früh Kontakte zur afroamerikanischen Hip-Hop Szene. Eine besondere Verbundenheit zwischen Juden und Farbigen bemerkt Ronson allerdings in der gesamten Branche: „Vielleicht verstehen sich die beiden Gruppen, weil beide verfolgt wurden, weil sie in der Geschichte häufig Opfer waren. Es hat sicher auch damit zu tun, dass in der amerikanischen Musikindustrie schon immer viele Juden arbeiteten.“

Während er arbeitet, spielt Gott aber keine Rolle für Ronson, einen Einfluss seiner religiösen Erziehung auf
seine Musik gebe es aber dennoch: „Wenn ich schreibe oder produziere, denke ich nicht an Gott. Aber ich glaube, wer religiös aufwächst, besitzt eine gewisse Selbstlosigkeit. Das merkt man meiner Arbeit an. Ich gehöre nicht zu den Produzenten wie Pharrell Williams oder Timbaland, die jedem Song ihren eigenen Sound aufzwingen.“

Als erfolgreicher Musiker reist Mark Ronson permanent um die ganze Welt und besitzt kein richtiges Zuhause. Ein Umstand des Berühmtseins, an den er sich gewöhnt hat: „Das gehört zu meinem Beruf. Wer nicht die Härte besitzt, um in Flughäfen und Flugzeugen zu leben, sollte weder DJ noch Produzent werden. Das Reisen wurde Teil meines Lebens wie Essen und Schlafen.“