Donnerstag, 25. November 2010, 12:48 Uhr

Marius Müller-Westernhagen spricht über seinen LSD-Trip

Berlin. Altrocker Marius Müller-Westernhagen spricht über seinen LSD-Trip, Nahtoderfahrungen, das Alter – und Herbert Grönemeyer. Im Gespräch mit der deutschen Ausgabe des Rolling Stone erklärte er: “Ich war einmal auf einem LSD-Trip, das war eines der einschneidendsten Erlebnisse meines Lebens. Den Trip hatte mir jemand ins Glas getan, als ich 20 war. Ich fuhr nach Hause, plötzlich flog  das Auto. Ich hatte irre Halluzinationen, dann schien ich auf einen  Horrortrip zu kommen, da weiß man gar nicht, was mit einem passiert. Aber zwischendurch habe ich mich zusammengerissen, und das hat seltsamerweise funktioniert. Wie lange dauerte der Trip? Fast 24 Stunden! Der ganze Trip war wie eine komplette Psychoanalyse, so viele grundlegende Erkenntnisse über mich habe ich dabei gewonnen… Das ist sicher eine Droge, die – eingenommen unter ärztlicher Kontrolle vielen Menschen helfen könnte. Du visualisierst immaterielle Dinge wie Ideale, ich habe alle meine festgefahrenen Vorstellungen vom Leben als Haus vor mir gesehen, das zusammenbrach.
Als ich Angst bekam, bin ich ins Bad gegangen, um mir Wasser ins Gesicht zu schütten, dabei habe ich mich im Spiegel vom Säugling bis zum ganz alten Mann gesehen – und dann war kein Spiegel mehr da, das  war das Erschreckendste.

Über sein zerrüttetes Verhältnis zu Herbert Grönemeyer erklärte Westernhagen: “Jahrelang wurde immer wieder ihr angeblich schwieriges Verhältnis thematisiert. Ja, leider. Das Ganze basierte auf einem bedauerlichen Missverständnis, das dann medial hochgekocht ist. Dabei hatten wir nie richtig Kontakt gehabt, obwohl wir zeitweise beim gleichen Management waren. Wir haben uns in unserem Leben bloß ein paar Mal gesehen, meist zufällig. Es hatte vorher nie irgendwie Diskussion zwischen uns oder Streitereien gegeben, never ever.  Dann gab es eine Bemerkung über mich von ihm in einem Stern-Interview, über die ich mich sehr gewundert hatte und zu der mich ein Reporter während eines Video-Drehs befragen wollte: “Wieso sagt Herr Grönemeyer so etwas?” Da habe ich bloß gesagt “Das weiß ich nicht, dafür kenne ich ihn nicht gut genug.” Und daraus hat der gemacht, ich hätte gesagt: ‘Grönemeyer, wer ist das?’ Das war die ganze Geschichte.”