Montag, 29. November 2010, 14:45 Uhr

Starproduzent Mark Ronson hatte richtig Schiss vor Boy George

Los Angeles. Produzent Mark Ronson (35) befürchtete, dass Boy George (49) den Song, den er für ihn geschrieben hatte, nicht mochte, als er ihn zum ersten Mal hörte. Der preisgekrönte Musikproduzent (‘Valerie’) schrieb für sein neues Album ‘Record Collection’ das Lied ‘Somebody to Love Me’ und verriet, dass der Song von ‘Do You Really Want to Hurt Me’ – eine in den 80ern von Georges Band ‘Culture Club’ veröffentliche Hit-Single – inspiriert worden sei.

Ronson war erpicht darauf, auf seinem Lied den ‘New Romantic’-Sound [eine überwiegend in Großbritannien in den frühen 80ern in Mode gewesene Musikrichtung, der unter anderem auch ‘Culture Club’ zugeordnet wird] nachzubilden. Er überredete den älteren Musiker, der mit bürgerlichem Namen George O’Dowd heißt, dazu, dem Lied seine Stimme zu leihen, doch als dieser ‘Somebody to Love Me’ das erste Mal hörte, war sich Ronson nicht sicher, ob er beeindruckt war.

“Er kam am ersten Tag zum Studio und er trug ein ziemliches Pokerface. Ich konnte nicht sagen, ob er den Song mochte, und ich dachte so: ‘Oh nein, das ist Kacke, er mag es nicht.'”, plauderte der Grammy-Gewinner in einem Interview mit der britischen Fernsehshow ‘Lorraine’ aus. “Die ganze Woche über ging er nach Hause und er schrieb mir jeden zweiten Tag eine Email in der er sagte: ‘Ich mag diese Zeile wirklich, ich habe das Gefühl, als ob ich sie geschrieben haben könnte.'”, ergänzte Ronson. “Und es ist wahr – er hätte es geschrieben haben können, weil es von ihm inspiriert war und dem, was ‘Culture Club’ in den 80er machten.”

Der englische DJ, der zuvor schon mit Stars wie Christina Aguilera, Amy Winehouse und Lily Allen zusammen arbeitete, gestand auch, dass er sich nicht sicher war, ob Boy George etwas von seinem Gesangstalent verloren hatte. Als dieser jedoch letzten Endes im Aufnahmestudio zu singen anfing, war Ronson beeindruckt von der Stärke und Leidenschaft, die der Sänger in den Text legte. “Er kam eine Woche später rein und, um ehrlich zu sein, hatte ich ihn seit dem ‘The Crying Game’-Song nicht singen gehört. Daher war es ein echter Augenblick der Wahrheit, als er endlich seinen Mund aufmachte”, erklärte er. “Es war dieser behämmerte Plan in meinem Kopf, wo ich entschied, dass wir Boy George zum Singen kriegen müssen. Und dann fing er an zu singen und ich entspannte einfach und ich wusste, dass es funktionieren würde.”
“Es ist einer meiner liebsten Songs aller Zeiten”, freute sich Mark Ronson. (Cover)

Foto: klatsch-tratsch.de/Patrick Hoffmann, Alexei Hay