Mittwoch, 05. Januar 2011, 9:35 Uhr

Michael Jackson: Kam der Notruf etwa zu spät?

Los Angeles. Kostbare Zeit: Michael Jackson (? 50) atmete angeblich schon 21 Minuten nicht mehr, bevor sein Leibarzt Dr. Conrad Murray den Notarzt rief. Im Juni 2009 starb der King of Pop (‘Scream’) an einer akuten Propofol-Vergiftung. Murray steht unter Anlage wegen fahrlässiger Tötung, da er seinem Patienten die tödliche Dosis des Narkotikum verabreicht haben soll. Außerdem hat Murray angeblich zu spät auf den kritischen Zustand Jacksons reagiert.

Gestern begann eine Vorverhandlung im Fall Murray, bei der geklärt werden soll, ob der Mediziner angeklagt werden wird. Ein Urteil wird in zwei Wochen erwartet.

Staatsanwalt David Walgren zeichnete die Situation nach: “Laut Conrad Murray injizierte er Michael Jackson um 22.30 Uhr das Propofol. Irgendwann, wie wir wissen, hörte Michael auf zu atmen und starb. Die Beweislage wird klären, dass er tot war, bevor die Mediziner ankamen. Es wird gezeigt, dass nur zwei Menschen im Raum waren – Michael Jackson und Conrad Murray – und Michael ist verstorben.”

Nachdem Murray erkannte, dass sein Patient Hilfe benötigt, soll er noch 21 Minuten gebraucht haben, um die Rettungskräfte zu alarmieren. Bevor er einen Notarzt rief, soll Murray erst einmal Amir Williams, Jacksons persönlichen Assistenten, angerufen haben. Laut Williams klang Murray “verzweifelt”.

Der Mitarbeiter beschuldigte den Mediziner weiterhin, ihn angewiesen zu haben, einige Cremes aus dem Hause Jackson verschwinden zu lassen, von denen Michael Jackson angeblich nicht gewollte habe, dass sie gefunden werden.

Rund 20 Zeugen sollen im Verlauf der Anhörung vorsprechen, in der geklärt wird, ob Dr. Conrad Murray sich wegen der fahrlässigen Tötung an Michael Jackson vor Gericht verantworten muss. (Cover)

Foto: SonyMusic