Dienstag, 18. Januar 2011, 16:00 Uhr

"100 Horrortage" - Erster Teil: So fing das mit Menowin Fröhlich also an

Berlin/München. Wenn alles ohne Zwischenfälle verläuft, dann erscheint am 25. Januar das von den Fanowins und Menowin-Gegnern mit Spannung erwartete Buch “Alles außer Fröhlich – 100 Horrortage”. Darin plaudert vor allem der Wiener Impresario Helmut Werner über seine hundertägige Zusammenarbeit mit dem offenbar unbelehrbaren DSDS-Verlierer.

klatsch-tratsch.de präsentiert in den nächsten Tagen einer Mini-Serie Auszüge aus dem Buch. Die Interviews mit Helmut Werner und Dieter-Bohlen-Intimus Graf Bernadotte führte Alois Gmeiner (A.G.).

Big Deal“ am 19. April bei Pizza und Cola

Kaum zu glauben, aber der Deal zwischen Menowin und Lugner war eine Sache von wenigen Stunden.
A.G.: An welchem Datum fand der Deal statt?
Helmut Werner: Es war am 19. April 2010 – den Tag vergesse ich nie in meinem Leben.
Graf Bernadotte: So wie den 3. Juli (Anm. das war der Tag des Kopfstosses von Menowin)
Helmut Werner: Sehr witzig – ha ha ha. Na ja, im Vorfeld haben wir zuerst versucht, über 313 Music von dem Management-Jurymitglied Volker Neumüller gehört zu kontaktieren. Ich habe Mails geschrieben, Faxe geschickt. Es war unfassbar. Keine Reaktionen. Kein Rückruf – kein Mail. Nichts. Ich habe denen erklärt ich habe Kunden, die an Menowin eventuell interessiert sein kšnnten. Hab erzählt der Junge könnte viel Geld verdienen. Habe mir echt den Mund fusslig geredet. Wie kommt man an den ran? Was könnte man da machen? Menowin hatte ja eigentlich einen Management Vertrag. Sämtliche Anfragen sind eingegangen und sind im Endeffekt dort wieder abgelehnt worden.

A.G.: Jobs für Menowin abgelehnt?
Gerd Graf Bernadotte: Abgelehnt auf Grund von RTL Politik. Es soll nur der Sieger gepusht werden und hochkommen. Alle anderen haben die Arschkarte gezogen…so ist das!
Helmut Werner: Genau, es hat sich tatsächlich niemand darum gekümmert und wir sind ja schon mit konkreten Anfragen gekommen. Ich glaube wir hatten bereits Zusagen für insgesamt 60.000,– oder 100.000,– Euro. Ich habe das denen per Fax geschickt. Keine Antwort. Nichts – keine Antwort. Das ist Politik – der Volker Neumüller hätte das Management von Menowin gehabt und hätte daher handeln müssen – aber nix. Da mussten wir uns was anderes überlegen, um an Menowin heran zu kommen.

A.G.: Wie hat es dann geklappt?
Helmut Werner: Durch knallharte Recherche. Geklappt hat es in Form eines Telefonates mit dem Mikel Fröhlich. Dass ist sein Cousin. Nach einem kurzen Gespräch habe ich die Fakten auf den Tisch gelegt.
Graf Bernadotte: Du hast ihm gesagt, wie viel Kohle es gibt (lacht).
Helmut Werner: Ja, und er war davon natürlich sehr angetan. Das hat man gemerkt. Mikel hat dann ein Treffen organisiert zwischen Graf Bernadotte, mir, dem Menowin und dem zukünftigen Tourmanger, den Herrn Wolfgang Gerk. Das Treffen fand in einem italienischen Restaurant in Ingolstadt statt.
Gerd Graf Bernadotte: Oh Mann, das war was…

Ingolstadt wird zum Zentrum der Popwelt
Es war Sonntag Mittag in Ingolstadt. Niemand ahnte etwas Böses. Aber das gerade diese Stadt auserkoren war, Zentrum eines großen Popdeals zu werden, das konnte an diesem sonnigen 19. April 2010 wohl niemand ahnen. Die Mütter kochten bereits für das Mittagessen, Küchendüfte von Schnitzeln, Schweinebraten und Sauerkraut, wehten aus den Fenstern. Zwei Manager waren auf dem Weg zu einem Treffen. Einem wichtigen Treffen. Es sollte ein Vertrag unterschrieben werden, der den Grundstein zu einer Karriere legen sollte. Das daraus eine Tour der Leiden werden sollte, bei der als Höhepunkt auf Blut fliessen würde, das ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner der drei involvierten Vertragspartner.
Helmut Werner: Es war in Ingolstadt. Geplant und reserviert war ein Tisch in einem schönen Restaurant, in einem Hotel. Menowin kam an mit so einer komischen riesigen gefakten Louis Vuitton Tasche. Er ist ja eher der EdHardy Glitzer Typ.

Gerd Graf Beradotte: EdHardy Wuchtbrumme – laut Fernandez.
Helmut Werner: War schon komisch.
Gerd Graf Bernadotte: Du vergisst was. Wir haben sofort die Location gewechselt, weil auf der anderen Strassenseite gegenüber eine Pizzeria war, in der es was “Vernünftiges“ für Menowin zu Essen gab. Das noble Restaurant hat ihm nicht gefallen.
Helmut Werner: Stimmt – das Originalzitat war: „Mann was haben die denn da für einen Scheiss. Ich will was Vernünftiges zu fressen. Los, gegenüber ist ne Pizzeria“.
Gerd Graf Bernadotte: Und wir sind brav aufgestanden und sind dem Herrn Fröhlich gefolgt.
Helmut Werner: Und sein Essverhalten war auch vom Allerfeinsten. Tierisch kann man am besten dazu sagen. Und dann fuchtelt er immer wie wild mit dem Besteck in der Luft rum. Menowin kämpft tatsächlich mit dem Besteck.

A.G.: Ok. Was habt ihr mit Menowin besprochen?
Gerd Graf Bernadotte: Wir haben mit ihm alle Details besprochen und haben ihn dann auch ausführlich aufgeklärt. Wie das nun alles mit ihm ist und in welcher Position er sich jetzt befindet.

A.G.: Hat es Probleme mit dem Vertrag gegeben?
Gerd Graf Bernadotte: Es hat keine Probleme gegeben mit dem Vertrag.
Helmut Werner: Wir haben praktisch mit ihm nur einen Vertrag gehabt über die Vermittlung von Aufträgen. Und die Aufträge und auch Auftritte, waren natürlich dementsprechend deklariert.
Das heißt, es hat auch nur zwei unterschiedliche Auftrittsverträge gegeben. Bestimmte Auftritte an bestimmten Tagen und Orten für eine abgesprochene Endsumme. Das Ganze zu Beginn für 12 Auftritte.

A.G.: Wo sind diese Auftritte gewesen?
Helmut Werner: Der eine oder andere in Deutschland. Aber auch im Ausland. Wir haben dann in dieser Pizzeria gesessen. Es war Mitte Nachmittag und irgendwann wurde das Restaurant dann auch geschlossen. Wir waren die einzigen Gäste dort und durften noch etwas draußen sitzen. Getränke und Speisen wurden nicht mehr serviert.
Ich dachte ok, dann müssen wir halt woanders hingehen. Entweder in unser Hotel oder in ein anderes Restaurant. Aber in dieses schicke Restaurant gegenüber wollte Menowin nicht. Also sind wir in eine Eisdiele mit Plastikstühlen gegangen.
Gerd Graf Bernadotte:
Auf jeden Fall sind wir dann in diese Eisdiele gegangen. In kürzester Zeit waren dann so 200 kleine Mädels und Jungs um uns herum versammelt.

A.G.: Wie alt sind diese Kinder so gewesen?
Helmut Werner? Sie sind so bis 11 Jahre alt gewesen und kamen mit Fahrrädern aus den Wohnsiedlungen zu uns gefahren. Sie kreischten umher, Menowin sei in der Eisdiele und fingen an, ihn zu fotografieren. Fairerweise muss man sagen, dass er sich damals ja noch sehr um seine Fans gekümmert hat. Die Leute waren auch alle sehr nett. Zu Beginn war alles noch ganz frisch. Immer wieder tauchten Familienmitglieder von ihm auf. Dies war sehr komisch!

A.G.: Ist Menowin gebürtig aus Ingolstadt?
Helmut Werner: Aus Ingolstadt und Darmstadt. Er hat uns dann so 1,5 Stunden dort alleine in der Eisdiele sitzen lassen. Mit dem Vertrag in der Hand lief er immer wieder in die Eisdiele, und hat hinter einer Glasscheibe mit seinem Anwalt telefoniert. Die sind telefonisch dann jeden Punkt durchgegangen. Wahrscheinlich hat das Gespräch auch immer so lange gedauert, weil er wohl nicht so gut lesen konnte.
Gerd Graf Bernadotte: Wahrscheinlich ist das Lesen für ihn sehr anstrengend.
Helmut Werner: Ohhhhhh – nicht so schnell, denn das ist ja auch eine ganz nette Geschichte mit „dem Anwalt“.
Gerd Graf Bernatdotte: Ach ja, „der Anwalt“ von Menowin!

Ein Anwalt den man „Sido“ nennt

Was Helmut Werner und Gerd Graf Bernadotte an diesem Tag nicht wissen. Der „vermeintliche“ Anwalt von Menowin war kein anderer als Sido. Wie man ja schon aus unzähligen Medienberichten weiß, ist ja Sido ein Cousin von Menowin. Man ist also verwandt. Hat sich aber erst durch die Medienberichterstattung im Zuge von DSDS kennen gelernt. Sido war am 4. September auch in Berlin bei der Geburtstagsparty von Menowin Stargast und versucht seinen rebellischen Verwandten ein wenig unter die Arme zu greifen. Was aber die wenigsten wissen ist, wie sehr Sido bei der Vertragsunterzeichnung die Hand im Spiel hatte. Und Sido hat auch immer betont und zugegeben, dass der Vertrag mit Lugner fair und gut für Menowin ist.

Die ständigen Unterbrechungen dienten alleine dazu, um mit Sido die einzelnen Vertragspunkte abzuklären, denn Menowin hatte totale Panik bei der Kohle über den Tisch gezogen zu werden.

A.G.: Was war mit dem Anwalt?
Helmut Werner: Der Anwalt war kein anderer als sein lieber Cousin Sido.

A.G.: Ach, kein Anwalt war involviert?
Helmut Werner: Wie hätte er sich denn einen Anwalt leisten sollen. Er hat einfach Sido angerufen, denn der hat ja Erfahrung mit Mediendeals. Und er hat ihm den Vertrag einfach am Handy vorgelesen, direkt dort in der Eisbude. Deshalb war er ja so lang weg. Und wir sitzen dort wie die Idioten und wissen nicht was los ist.

A.G. Er ist zwischendurch nicht zu euch gekommen und hat erzählt, ob der Sido – pardon „der Anwalt“ etwas am Vertrag auszusetzen hat?
Gerd Graf Bernadotte: Nein, weder er noch Staranwalt Sido hatten etwas zu beanstanden. Ganz ehrlich, der Vertrag, war ja auch eher für Menowin als für uns sehr fair geschrieben.
Helmut Werner: Ich muss dazu sagen, wir haben ihm das Zehnfache geboten, das ihm damals bei DSDS angeboten wurde. Also doch etwas mehr als Volker Neumüller. (lacht)

A.G.: Wie lange hat er hin und her telefoniert?
Helmut Werner: Ungefähr eineinhalb Stunden. Wir wurden immer alleine gelassen. Er ist aufgestanden und hat das und dies gemacht. Was sollten wir anderes machen als warten und uns gedulden? Irgendwann wollte ich aber gerne mal nach Hause. Das war im Endeffekt auch keine Verhandlung sondern eher ein Kuddel-Muddel!
Gerd Graf Bernadotte: Das kann man sagen – ein Chaos. Aber er war doch arm – hat sowas noch nie gemacht.
Helmut Werner: Menowin war total hektisch, sagte, Mann Helmut warte bitte mal, ich telefoniere noch mit dem Anwalt – Junge es schaut sehr gut für euch aus, bla bla bla. Er hat uns immer hingehalten. Man hat immer nur so spärliche Informationen bekommen. Wir haben uns die ganze Zeit immer nur dämlich angeschaut. Wir haben uns gesagt, ein 22jähriger Typ, der au§er einem riesigen Vorstrafenregister nichts vorweisen kann, erhält jetzt einen super Vertrag, verdient einen sechsstelligen Betrag und hält uns hier so lange hin.

A.G.: Aber unterschrieben hat er dann an diesem Tag?
Helmut Werner: Ja, unterschrieben hat er an diesem Tag. So wie man das kennt, dass es gefeiert werden soll, wenn man eine Partnerschaft eingeht. Jeder ist dann seines Weges gegangen. Gerd und ich haben dann noch zusammen gesessen in dem Restaurant gegenüber und haben noch schön zu Abend gegessen. Menowin war dann schon irgendwo anders.
Ok, wir sind dann nach Hause gefahren und ich habe den Richard Lugner sofort informiert, dass die Verhandlungen positiv ausgegangen ist, und ich in seinem Namen für die Lugner City den Vertrag abschlie§en konnte.
Menowin war ab sofort bei Richard Lugner unter Vertrag.

Alles nur Fassade – das fiese System hinter DSDS

Nach diesem ersten Interview will sich Bernadotte nicht mehr in der Sache Menowin-Buch engagieren. Er gibt mir keine Interviewtermine mehr – leider. Menowin hatte also ab sofort einen neuen Vertrag und zwar einen, mit dem er richtig Geld scheffeln konnte. Er war nicht mehr auf dem DSDS Abstellgleis und hatte Angebot aus ganz Deutschland – zu Hšchstgagen. Wie wichtig dieser Deal für die zukünftige Karriere von Menowin hŠtte sein kšnnen, wie wichtig vor allem für eine auf Nachhaltigkeit angelegte Karriere, zeigen Aussagen von Helmut Werner, wenn es um die Hintergründe von Castingshows geht. Bei einem Interviewtermin geht es fast ausschließlich um dieses Thema. Und Helmut Werner sagt es ohne mit der Wimper zu zucken: „Ja, Castingsshows sind Schiebung von A-Z“.
Und weiter: „Da hat doch keiner eine Chance, der von den TV-Sendern nicht gewünscht wird. Und Menowin war halt nicht mehr gewünscht!“
Ich stelle mein Diktiergerät hin und das was ich höre ist erstaunlich.

Helmut Werner: Man sollte einfach wissen, dass dieses Castingshows nur für die TV-Sender arbeitet. Und nicht für den Künstler. Das ganze Bestreben ist es, keinen Zweit-, Dritt-oder Viertplatzierten hochkommen zu lassen. Das würde vom Gewinner ablenken.
Das sieht man ja auch schon jetzt mit Merzad – der hat doch keine Chancen mehr, nachdem Menowin ihm die ganze Presse geklaut hat. Mehrere Stars bei einer Staffel will man also nicht, denn dass wäre mehr Aufsehen in den Zeitungen und in der Presse und natürlich vor allem ein Kampf in den Charts! Darum werden alle anderen “geparkt“. Alle, außer dem Superstar. Einige Beispiele haben ja schon gezeigt, dass man mit denen vielleicht wenn sie halbwegs gut sind noch eine CD aufnehmen kann, meist wird das aber nicht funktionieren. Au§erdem werden alle zum Pauschalbetrag eingekauft. Selbst Menowin hat uns das so erzählt. Man hat ihm 100.000 Euro angeboten – für 100 Auftritte. Für jemand der auf dem Konto mit 14,70 Euro im Minus steht, ist das natürlich viel Geld.

Ich frage nochmal nach – denn ich kann es kaum glauben. .. Für 100 Auftritte?
Helmut Werner: Ja, für 100 Auftritte.

Eine Booking-Agentur, die ihm Volker Neumüller empfohlen hatte. Tolle Booking-Agentur!

Für den Künstler gibt es pro Auftrag 1000 Euro. Klingt doch viel. 1000 Euro für 2 Stunden Arbeit!
Was aber die wenigsten wissen, davon wird die Managementgebühr abgezogen. Also mindestens 25 % werden als Managementgebühr abgezogen. Und die Booking-Agentur machte auch noch Geld. Also verdient er im Endeffekt noch weniger, als einer den man zum Kindergeburtstag bestellt. Das ist die gro§e Verarschung bei den Castingshows und das muss man Menowin zu Gute halten, diese Verarsche hat er zum GlŸck selbst erkannt. Das haben ja auch schon all die anderen Castingshowteilnehmer leidvoll erfahren. Markus Grimm und Martin Kesici, zwei Castingshowgewinner, haben zusammen darüber sogar ein Buch geschrieben. Ist also alles kein Geheimnis mehr.

A.G.: Und dann hat sich Menowin gesagt: „Nein das ist nichts für mich!“
Helmut Werner: Stimmt, denn wenn man sich das alles hochrechnet und die Steuern und Gebühren davon noch abgezogen werden, dann erscheinen 1000 Euro für einen Auftritt nicht mehr so viel. Im Endeffekt wären ja nur 300 Euro übrig geblieben und das ist dann halt verdammt wenig. Das Prinzip der Musikindustrie ist ja im Grunde sehr einfach. Der Künstler soll nie zu Geld kommen. Und das ist die bittere Wahrheit. Daher geht man einen ganz einfachen Weg. Was wollen die jungen Künstler. Sie wollen hofiert werden – Sie wollen große Stars spielen. Also lässt man sie großen Star spielen. Aber auf eigene Rechnung. Ob sie nun nachts einen Bus bekommen, eine Limousine, einen Hubschrauber oder was weiß ich, ein franzšsisches Bett vor die Disco. Jede Flasche Cola wird von der Plattenfirma aufgeschrieben. Auch wenn sie nicht vom Star, sondern nur von der „Staff“ getrunken wird. Und natürlich kostet dann eine einfache Cola so viel, wie in der Minibar vom teuersten Zimmer im Ritz Carlton Hotel. Alles wird gemacht, Hauptsache man kann es dem Künstler auf die gro§e Rechnung schreiben und von seiner Gage abziehen – und natürlich immer mit schönes Aufschlag der Plattenfirma.

Das hat schon manchen Künstler in den Ruin getrieben – und die Plattenfirmen werden reicher. Das System Castingshow ist – Kohle machen mit einem jungen Star – für ein halbes Jahr oder vielleicht sogar ein ganzes Jahr. Einen Anfänger, den man dann gleich wieder auswechseln kann, wenn schon die neuen Superstars in den Startlöchern stehen. Das ist eine perfekte Geldmaschine auf dem Rücken der jungen Künstler.
Ich war nach diesem Interview mit Helmut Werner ziemlich geschockt. Der Künstler ist eigentlich nur eine Ware – ein Betriebsmittel, das man fŸr die Umsatzsteigerung benštigt. Kein Mensch interessiert sich für die Person hinter der schönen Stimme.

Der Künstler bei diesen TV-Shows soll „funktionieren“ – mehr wird von ihm/ihr nicht erwartet. Daher ist den Sendern ein braver Künstler wie Mehrsad Marashi allemal lieber als ein unberechenbarer Menowin Fröhlich, bei dem man nie wissen kann, was als Nächstes passiert.

Aber das sei auch mal allen Fans im TV-Land ins Stammbuch geschrieben. Nur weil einer eurer angehimmelten Teilnehmer nach so einer Show nicht mehr in den Medien vorkommt, deshalb existiert er immer noch – und strampelt da draußen um sein künstlerisches Überleben. Unterstützung bekommt er – wie gehört – von niemandem. Es gibt nur Haifische, die ihm ans Leder – oder besser gesagt ans Portmonee wollen!
Und die vielen Millionen junger Mädchen warten schon wieder auf einen neuen Star in einer neuen Staffel – und sie werden ihn bekommen. Und wie war noch gleich der Name vom Sieger bei DSDS 2007 oder bei Supertalent 2009 oder bei Popstar 2008? Na, schon vergessen?
Sie kommen und gehen….

Wie wäre es denn damit: Bleibt euren auserwählten Stars und Idolen doch ein wenig länger treu, dann können Sie mit eurer Hilfe (und eurem Taschengeld) vielleicht wirklich die eine oder andere Karriere aufbauen. Denn das braucht normalerweise etwas Zeit!

(Wirdfortgesetzt)

Verffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Gryphon-Verlages München) Fotos: Gryphon, wenn.vom