Dienstag, 18. Januar 2011, 14:49 Uhr

"The Streets" mit neuer Single und einem Video mit Loch zurück

Hamburg. Zurück in die Zukunft, auch wenn der Weg manchmal direkt durch die Hölle oder ähnlich unlauschige Plätzchen führt. Wellness-Sofas sind nur etwas für Verlierer; wer an die Spitze will, der muss sich bisweilen die Hände schmutzig machen. Das hat auch Urban Rap-Revoluzzer Mike Skinner verinnerlicht, der mit der ersten Singleauskopplung “Going Through Hell” aus seinem am 18. Februar nachfolgenden, lange erwarteten 5. Studioalbum “Computers And Blues” wieder einmal beweist, warum sein Projekt “The Streets” auch anno 2011 immer noch so unangreifbar, so unschätzbar wertvoll und so unverzichtbar sind. Unverzichtbarer denn je zuvor vielleicht.

Richtungweisend war die UK-Raprock-Hybrid-One Man Army aus den tristesten Ecken Birminghams schon immer. Seit der Veröffentlichung des bahnbrechenden Debüts “Original Pirate Material” im Mai 2002. Ein Album, dessen Titel genau das suggerierte, was es war. Das wahre Leben: Musik von der Straße; Musik für die Straße. Anders, gefährlich, potenziell weltumstürzlerisch, anders. Aber das wurde schon gesagt.

Mit “Going Through Hell” begeben sich The Streets nun zurück zu ihren Wurzeln, ohne jedoch das Hier und Jetzt mit Verachtung zu strafen. Wie könnte man auch, hat Skinner doch seit Gründung seines akustischen Streetworking-Projekts komplette Soundwelten definiert und ganz nebenbei so manche Grenze erweitert. Expending limits – ein Schlagwort. Back to basics, ein anderes. The Streets stehen für sich selbst, haben noch nie irgendwelche Referenzen benötigt. Wo andere gerne hohle Phrasen dreschen, liefern The Streets Substanz. Substanz mit Stil. Mit Flow, mit Groove. In ihrer ureigenen Sprache, ihren ureigenen Bildern. Es ist soweit: Die Zukunft geht weiter.

Besonders witzig übrigens der Clip zur neuen Skinner-Single, durchweg dominiert von einem ausgeschnittenen Loch, das zwar immer gleich groß ist, immer neue Auschnite freigibt. Weniger ist halt manchmal mehr.

Fotos: Warner Music