Mittwoch, 19. Januar 2011, 15:27 Uhr

"100 Horrortage" - Zweiter Teil: Menowin hat es vergeigt

Berlin/München. Wenn alles gut läuft, dann erscheint nächste Woche das Buch “Alles außer Fröhlich – 100 Horrortage”. Darin plaudert der Wiener Künstlermanager Helmut Werner über seine hundertägige Zusammenarbeit mit dem offenbar unbelehrbaren DSDS-Verlierer.

klatsch-tratsch.de veröffentlicht in einer Mini-Serie Auszüge aus dem Buch. Die Interviews mit Helmut Werner und Dieter-Bohlen-Intimus Graf Bernadotte führte Alois Gmeiner (A.G.).

In den Gesprächen mit Werner gab es immer wieder einen Punkt, der angesprochen wurde. Der große Traum von Menowin. Performen auf ganz gro§en Bühnen. Performen wie sein Idol Michael Jackson. Performen mit großer Band und großer Technik.
Und man mag es kaum glauben, es gab bereits Gespräche und es gab bereits einen Veranstalter, der sich für eine große Tour interessierte. Konzerte in ganz großem Stil, so wie Menowin es sich erträumt hatte. Mit einer echt großen Gage für nur wenige Auftritte. Alles wäre so schön gewesen, wenn… ja, wenn nicht ein kleines Problem die Sache vereitelt hätte. Ein einzige – aber eine wichtige Sache, die zwischen Traum und Alptraum steht ist er selbst. Menowin Fröhlich!

Denn Menowin ist ein Sicherheitsrisiko.
Ein Sicherheitsrisiko für alle, die mit diesem Menschen zu tun haben. So zumindest die Aussage von Helmut Werner und Gerd Graf Bernadotte. Und weil diese beiden Männer in der Nacht noch halbwegs ruhig schlafen wollen, weil man seine Geschäftspartner eben nicht in den Ruin treiben möchte, in dem man einen Künstler vermittelt, der wenn überhaupt Stunden verspätet erscheint und im schlechtesten Fall, einfach keine Lust hat seine Verträge zu erfüllen. Die Aussagen zum Thema „Menowins großer Traum“, sprechen Bände:

A.G.: Du sprichst immer wieder vom gro§en Traum von Menowin. Große Bühnen und fette Gagen. Du hast gesagt, das für Menowin bis zu 46.000 Euro geboten wurde. Wo war das denn? Wo sollte das stattfinden?
Helmut Werner: Das sollte in Brake stattfinden. Eine Open Air Veranstaltung. Echt groß – super Location. Und wir haben auch schon über eine Tour nachgedacht und erste Kontakte geknüpft. Also, damit eine richtig große Tour. Mit allem drum und dran. Mit einer großen Bühne und einer richtig tollen Bühnenshow. Eben mit allem drum und dran.

A.G.: Was hätte er denn gesungen? Hatte ja nicht mal eine eigene Platte!
Helmut Werner: In einer 1,5 Stunden Bühnenshow hätte er Cover Songs singen können und er hätte auch ohne eigene Songs damit genug Geld verdienen können. Es war ja schon alles vorbereitet.
Aber er hatte seinen Kopf nur für Drogen und Weiber. Und er hat immer irgendwelche Ausreden gehabt, nicht mit uns über das Business zu sprechen. Einmal war dies und dann wieder das. Das war unmöglich. Die Dinge wurden immer zwischen Tür und Angel geregelt. Man konnte mit ihm 5 Minuten vernünftig reden… er kann sich einfach nicht länger konzentrieren. Das hat er nie gelernt und dann kam wieder sein Cousin Mikel und er war mit seinen Gedanken wieder bei seinen „Mädels“.
Es wäre toll gewesen, wenn es funktioniert hätte. Es war ja immer sein Traum gewesen, auf der großen Bühne zu stehen. Aber der Typ steht sich selbst im Weg. Wir hätten ihm alles geboten. Band, Bühnentänzerinnen, Feuershow und so weiter. Das hätte man alles machen können. Das hätte sich sicher auch sehr gut verkauft. Jetzt hat er auf das ganze Geld verzichtet. Wenn er so ist, kann man nichts machen. Und es war viel Geld.

A.G.: Wer wäre Veranstalter gewesen?
Helmut Werner: Ich habe die Veranstalterin kennen gelernt. Das ist ein Familienbetrieb, die haben auch kleine Kinder. Würdest du eine Open Air Veranstaltung mit 30 Konzerten planen und einem Familienbetrieb verkaufen, wenn du weißt, das Ganze funktioniert wahrscheinlich sowieso nicht? Weil der Künstler es vergeigt und sich mit Drogen zudröhnt und seinen Grössenwahn hegt und pflegt. Es wäre ja fast täglich ein Konzert gewesen. Da braucht man Disziplin – das hat Menowin noch nie gehabt. Der weiß gar nicht wie man das schreibt. Der ist ja immer zu spät gekommen. Immer Ausreden, immer bescheuerte Begleiter, die auch keine Ahnung haben und wichtig daher quatschen und nur Scheisse im Hirn haben. Ein Horror!

Mann, so eine Tour muss ganz genau geplant sein. Ansonsten hat man mit der Stadtverwaltung Ärger, mit der Security, mit dem Stromanbieter, mit der Werbung und so weiter. Da hängt ja irrsinnig viel dran an so einem Konzert. Wir haben uns wirklich viele Gedanken gemacht. Und dann haben wir Nein gesagt. Gegenüber dem Veranstalter wäre es unverantwortlich gewesen Menowin für so eine Tour anzubieten. Jetzt ist natürlich zu viel Zeit vergangen. Da kommt Menowin nicht mehr hin. Jetzt interessieren sich doch nur mehr die Hardcorefans für ihn.

A.G.: Wovon reden wir? Konkret, was wäre für Menowin drin gewesen bei dieser Tour?
Helmut Werner: Hätte diese Tour im Spätsommer komplett stattgefunden, dann hätte Menowin 220.000 Euro verdient. In nur einem Monat hätte er volle 220.000 Euro verdient. Aber diese Tour hat ja nicht stattgefunden. Der Typ hat es vergeigt.
Nicht unsere Schuld!

(wird fortgesetzt)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Gryphon-Verlages München) Fotos: Gryphon, wenn.com