Freitag, 21. Januar 2011, 14:56 Uhr

"100 Horrortage"-Vierter Teil: Menowins Lakaien haben die Schnauze voll

Berlin/München. Voraussichtlich am 25. Januar erscheint das Buch “Alles außer Fröhlich – 100 Horrortage”, eine Abrechnung mit DSDS-Verlierer Menowin. Darin plaudert der Wiener Künstlermanager Helmut Werner über seine hunderttägige Zusammenarbeit mit dem Möchtegern-Weltstar.

klatsch-tratsch.de veröffentlicht in einer Mini-Serie Auszüge aus dem Buch. Die Interviews mit Helmut Werner und Dieter-Bohlen-Intimus Graf Bernadotte führte Alois Gmeiner (A.G.).

In der heutigen Folge geht es um einen Flug nach Zürich und ein nachfolgendes Konzert.

Helmut Werner: Wir sind mit der Korean Airline von Wien nach Zürich geflogen. Menowin hat zum ersten Mal eine First Class in einem Flugzeug gesehen. Wir mussten dort zu den billigen Plätzen durchlaufen. Diese Flüge habe ich in mühevoller Weise gebucht. Das war der letzte Flug in diese Richtung. Wir haben das Billigste gefunden. Menowin hat zum ersten Mal gesehen, dass es im Flugzeug einen Fernseher gegeben hat und dicke fette Ledersessel.
Er sagte dann zu uns, ich will nur noch so fliegen. Wir mussten aber dann weiter in die Economy Class. Das war auch unser letzter Flug mit Menowin. Wir wussten das aber da noch nicht.

Die Stewardess hat dann die Gäste zum Weiterflug nach Seoul aufgerufen für den Transit. Die Gäste, die in Zürich ausstiegen, wurden dann verabschiedet.
Menowin hat dann tatsächlich gefragt, was Transit ist! Nicht mal das wusste er. Er weiß einfach gar nichts. Die Stewardessen haben Englisch gesprochen. Er konnte sich kaum verständigen. Total hilflos.

Das Schlimmste für ihn war immer seine totale Flugangst. Er hatte immer Angst, dass wir abstürzen. Geringste Turbulenzen machten ihn nervös Das lag aber auch wohl an seinem Drogenkonsum – und die Angst, das beim Check was gefunden wird.
Dann sind wir dann von Zürich nach St. Gallen gefahren. Das was Menowin so imponiert hat, war dieses City Shuttle, mit dem man zur Gepäckausgabe fahren konnte.

A.G.: Ist in Zürich aber auch wirklich witzig. Mit Video und Alphörnern, Jodlern und muhenden Kühen.
Helmut Werner: Wir sind am Flughafen in Zürich abgeholt worden. Danach nd wir nach St. Gallen ins Säntis-Parkhotel gefahren. Der Graf und ich haben dann schon mal die Location besichtigt. Menowin wäre 30 bis 40 Minuten später dazu gekommen. Der Menowin und der Mike wollten nicht, dass wir beim Auftritt dabei sind.

Nach dem Motto: Euch wollen wir hier nicht sehen. Dann sind wir im Hotel gewesen. Der Graf und ich gehen zum Aufzug. Die Tür geht auf und DJ Bauer sagt zu mir: Menowin will dich sprechen. Der Graf ist schon im Aufzug und fährt runter.
In Menowins Zimmer hat es dann Diskussionen über Gott und die Welt gegeben. Ich sagte dann nur: Du, Menowin, ich muss runter. Die warten alle auf mich. Dann hat mir der DJ Bauer das Gespräch zwischen mir und dem Zirkusdirektor Louis Knie vorgespielt. Das hat wohl jemand mit dem Handy aufgenommen oder mit dem Computer. Wie der DJ Bauer zu diesem Gespräch gekommen ist, dass weiß ich bis heute nicht.

Ich habe dort folgende Aussage getätigt: Ich weiß nicht was ich machen soll, Menowin hat keinen Bock, ich kann mich auf den Kopf stellen, ich bekomme den Menowin dort nicht hin. Das hat ihn dazu bewegt, dass er in Rage gekommen ist. Er wurde richtig aggressiv und sagte zu mir, so kannst du nicht über mich reden. Du arbeitest für mich, du Arsch. Das kannst du nicht machen. Eines sage ich dir, so redest du nicht über mich. Ich sagte: Menowin, ich habe in diesem Moment nur den Veranstalter beruhigen wollen.

Darauf er: Das ist mir alles scheißegal. Das machst du nie wieder, du Schwein. Das sag ich dir und hat dabei voll auf den Tisch geklopft.
Und dann, von einer Sekunde zur anderen, hat er mir mit seinem Kopf diesen Kopfstoss verpasst. Ich habe geradeaus geschaut und er kam von der Seite. Mein Scha?del hat nur noch gebrummt. Ich habe das gar nicht so richtig realisiert. Irgendwann ist es dann so warm runter gelaufen. Ich fasse mir so über die Lippen und merke, dass dort alles voller Blut ist. Dann dachte ich, so, vielleicht ist das nur ein kleiner Kratzer. Ich habe in den Spiegel geschaut. Das war eine richtige Wunde, alles aufgeplatzt und richtig angeschwollen. Wahnsinn!

A.G.: Und was hat Menowin gesagt?
Helmut Werner: Zu mir sagte er dann: Helmut, du darfst auch nicht vor die Wand laufen. Du musst schon schauen, wo du hinläufst. Der Menowin hat mir dann ein kaltes Tuch drauf gehalten. DJ Bauer hat ein Pflaster geholt und mir über die komplette Augenbraue geklebt.
Vor fünf Minuten habe ich noch normal ausgeschaut und jetzt komme ich mit einem riesigen Pflaster runter. Was soll ich denn jetzt dem Gerd erzählen?
Ja, was erzählst du dem Gerd denn? Sag einfach, du bist hingefallen. Ich wollte nur noch raus aus dem Zimmer.
Ich bin dann mit dem Lift herunter gefahren und stand total unter Schock. Ich habe mich zum Gerd ins Auto gesetzt.

Gerd Graf Bernadotte: Ich muss die Geschichte etwas anders erzählen. Du bist mit dem Lift runter gefahren, hast dich ins Auto gesetzt. Wir sind 200m gefahren. Helmut sagte zu mir, lass uns mal anhalten. Wir sind dann ausgestiegen und du hast mir die ganze Story erzählt. Wir sind dann wieder zurück zum Hotel gefahren. Helmut hat sich ein Taxi genommen und ist dann zum Krankenhaus.

Helmut Werner: Ich war zur Behandlung im Kanton Spital in St. Gallen. Habe ganz kurz in der Notaufnahme gesessen. Das war so um 21.30
Uhr.

A.G.: Hat es geblutet?
Gerd Graf Bernadotte: Ja, klar hat das geblutet. Das Blut ist heraus gelaufen. Aber er hatte ja schon das Pflaster drüber geklebt. Ich habe das dann auch alles fotografiert. War so ganz spontan.

A.G.: Das Foto ist von Ihnen?
Gerd Graf Bernadotte: Ja, Die Wunde wurde dann geklammert beziehungsweise geheftet. Eine Spritze habe ich auch bekommen. Dauerte so eine Stunde.

A.G.: Was ist dann passiert?
Helmut Werner: Danach bin ich zum Hotel gefahren. Menowin hat in der Zwischenzeit seinen Auftritt gemacht.
Gerd Graf Bernadotte: Das war ein Auftritt in einer Diskothek.

Helmut Werner: Er hat dort noch ein Interview gegeben, welches aufgezeichnet wurde. Die Bildzeitung hat das Interview fünf Tage später entdeckt.
Die Bildzeitung hat ein Foto von Menowins Kopf mit der Beule gezeigt. Der Titel des Bildes war: Wird diese Beule Menowin in den Knast bringen? Wir wollten dann auf keinen Fall in dem Hotel bleiben und sind dann für 490 Franken mit dem Taxi nach Zürich gefahren.

Gerd Graf Bernadotte: Das hat mir natürlich alles leid getan. Weil der Werner ist so ein ganz Lieber, ganz Unbedarfter und hat nichts mit Gewalt zu tun. Das war es dann natürlich. Werner ist dann zum Krankenhaus gefahren. In der Nacht hatte er natürlich tierische Angst im Hotel zu schlafen. Dort, wo ein Schläger ihm eine Kopfnuss gegeben hat. Dann hatten auch alle Leute die Telefone aus, auch der Fahrservice von der Disco.
Also, wenn die so einen Künstler da haben, dann drehen die ja völlig durch. Das ist wie das siebte Weltwunder.
Wir haben keinen Fahrservice gehabt, alle Telefone waren aus. Es ging immer nur um Menowin. Menowin willst du dies, Menowin willst du das? Aber das ist jedes Mal so gewesen, egal wo und bei wem.

Helmut ist mit mir zusammen nach Zürich abgereist. Das war eine lustige Fahrt, eine 490 Franken Fahrt mit dem Taxi nach
Zürich. Aufgedeckt wurde das alles von der Bildzeitung. Dagegen sträubt sich Menowin ja heute noch, er und die anderen behaupten immer noch, Helmut sei vor die Tür gelaufen. Das ist dann die absolute Dreistigkeit.

Denn entdeckt wurde die Beule an Menowins Kopf bei einem TV-Interview in der Disco, das man aufgenommen hatte. Die Beule am Kopf von Menowin passte genau zu dem Cut von Helmut.

A.G.: Dann sind Sie nach Zürich gefahren?
Gerd Graf Bernadotte: Ja, genau, wir sind dann zum Hotel nach Zürich gefahren. Nach dem Kopfstoss habe ich ihn dann gesehen. Er wollte mit mir zu dem Auftritt in die Diskothek fahren.
Helmut hatte seine Haare über das Pflaster gemacht. Ich habe den Wagen anhalten lassen und hab mir das Ganze dann mal angeschaut. Du musst ins Krankenhaus, hab ich zu Helmut gesagt. Das war einfach zu breit, dieser Riss. Der Riss war vier Zentimeter lang und einen halben Zentimeter tief. Was willst du dich jetzt noch zu Menowin in die Disco stellen? Willst du dich da zum Affen machen? Der Helmut stand definitiv unter Schock.

A.G.: Was erzählt man sich bei der Autofahrt? Was erzählt man sich in so einer Situation?
Gerd Graf Bernadotte: Während der Autofahrt konnte man gar nicht so viel reden. Helmut sagte, das wa?re total heftig, was passiert ist und was die
sich alle einbilden und so weiter. So auf diese Tour halt. Menowin schla?gt halt wild um sich, wild wie ein Tier.

A.G.: Wie war die Situation am nächsten Tag? Wann sind die beiden wieder aufeinander getroffen? Oder Sie auf Menowin?
Gerd Graf Bernadotte: Der Helmut hat noch ein wenig auf die Entschuldigung gehofft. Wir haben dann auch einen Anwalt eingeschalten. Der hat versucht, dass Ganze auf andere Art und Weise zu dealen.
Menowin sollte dafür unterschreiben, dass er in eine Klinik für Drogenentzug und Gewalt kommt. Das war so das Ausschlaggebene, worauf der Helmut dann gewartet hat. Die Situation ist aber immer mehr eskaliert. Helmut ist immer wieder bedroht worden und hat dann Strafanzeige erstattet.

A.G.: Aber Sie und Menowin haben sich dann nicht mehr gesehen?
Gerd Graf Bernadotte: So gut wie nicht mehr, dass ging dann auf Abstand immer weiter. Und wenn, dann nur noch mit Polizeischutz.

A.G. Tourmanager?
Gerd Graf Bernadotte: Ja, unser Tour Manager Wolfgang Gerhard. Der hat die ganzen Sachen mit ihm dann immer abgewickelt. Ich habe ja immer im Hotel gesessen und habe mit dem Veranstalter gesprochen.
Sei es telefonisch oder perso?nlich. Aber ich bin nie raus gefahren, um mir dieses Katzengejammer von so einem Karaoke Sänger anzuhören. Was anderes ist er ja nicht. Er hat keine CD auf dem Markt, kein gar nichts. Dann haben alle immer von Künstler geredet. Ich habe immer die Erfahrung gemacht oder den

Ratschlag gegeben, wenn du mal ein paar Goldene oder Platin an der Wand hast, dann hast du einen siebenstelligen Betrag auf dem Konto. Dann kannst du endlich mal anfangen, die Fresse aufzureißen.

Aber vorher, so wie die das alles machen, so was Unprofessionelles habe ich noch nie gesehen. Aber trotzdem habe ich erkannt, dass man für diese drei Monate trotzdem drei Mal so viel verdienen kann, als die Bundeskanzlerin in Deutschland. Und wenn er etwas vernu?nftig gewesen wäre, dann hätte man natür- lich noch viele schöne Sachen machen können. Nur, wenn man halt so kurzfristige Verträge hat, dann bringt das ja nichts. Wenn der Vertrag über 9 Monate gelaufen wäre, dann hätte man alles noch steuern können.

A.G.: Also wenn das so gewesen wäre, vielleicht wäre alles besser gelaufen?
Gerd Graf Bernadotte: Menowin weiß einfach nicht, was Maßstab ist, weiß nicht, wie das Geschäft läuft!

Fotos: klatsch-tratsch.de, Gryphon. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Gryphon-Verlages München.