Samstag, 22. Januar 2011, 20:06 Uhr

"100 Horrortage"-Fünfter Teil: Polizei soll Manager vor Menowin schützen

Berlin/München. Nächste Woche erscheint das Buch “Alles außer Fröhlich – 100 Horrortage”, eine Abrechnung mit DSDS-Verlierer Menowin. Darin plaudert der Wiener Künstlerbetreuer Helmut Werner über seine hunderttägige Zusammenarbeit mit dem scheinbar unbelehrbaren Sänger.

klatsch-tratsch.de veröffentlicht in einer Mini-Serie unveränderte Original-Auszüge aus dem Buch. Die Interviews mit Helmut Werner und Dieter-Bohlen-Intimus Graf Bernadotte führte Alois Gmeiner (A.G.).

Helmut Werner: In Bielefeld und in Braunschweig hat Menowin die Gage selbst kassiert. Das waren zwei Auftritte in einer Nacht. Da waren ich und Bernadotte natürlich nicht mehr dabei, nachdem das in ST. Gallen passiert war. Da hat Menowin dann noch so einen Bodyguard von der Lugner City mitgebracht. Den haben sie so eingeschüchtert, dass er sich nicht gewagt hat, dass Geld anzurühren. Das Geld lag in Braunschweig auf einem Tisch. Sie haben zum Bodyguard gesagt, wenn du das Geld nimmst, du kommst hier nicht raus. Deswegen haben wir in Ludwigshafen schon Anzeige erstattet, weil wir uns bedroht fühlten und sie das Geld für die Gage wieder selbst kassieren wollten.

Sie haben Lugner als Vertragspartner das Geld genommen.

Soweit ich mich erinnern kann, war das schon eine Stresssituation. Zu diesem Zeitpunkt hatte er ja schon die Beule am Kopf. An diesem Tag sind wir auch angereist. Werner hat dort die Anzeige erstattet, wegen dem, was ihm in St. Gallen zugefügt wurde. Unser Tourmanager Wolfgang Gerd wurde dann von sechs Polizisten in schutzsicheren Westen begleitet.

Man hat dort versucht, fünfzig Prozent der noch restlichen Gage zu kassieren. Aber Menowin hat dann den Auftritt abgesagt. Somit war der ganze Auftritt hinfällig. Auch so eine unüberlegte Situation, die man auch nur machen kann, wenn die Sicherung sind. Jeder Mensch im Normalzustand hätte diesen Auftritt gemacht und mit dem Veranstalter abgerechnet.

A.G.: Was war denn nun mit den Polizisten? Warum sind die dabei gewesen?
Helmut Werner: Wegen der Bedrohung von Menowin und seiner ganzen Sippschaft.

A.G.: Also im Prinzip nach dem St. Gallen Auftritt? Dort wo du den Kopfstoss bekommen hat?
Helmut Werner: Die Drohungen gab es schon immer. Die haben uns ja immer schon gedroht. Wegen allem und jedem.

A.G.: Warum?
Helmut Werner: Die haben uns immer bedroht, weil sie meinten, sie werden von uns (den Deutschen) immer beschissen und belogen. Die sind einfach so, Sintis wollen immer unter sich bleiben. Er versteht sich als Sinti (Zigeuner) und das ist ja in Ordnung. Je älter die jeweiligen Sinti sind, umso mehr Beachtung schenkt er ihnen. Das Tragische aber ist der Umstand, das die Sintigemeinschaft selbst, nicht sehr glücklich mit so einem Aushängeschild ist. Menowin enttäuscht, weil er zu den wenigen Zigeunern gehört, die sehr bekannt sind, aber nach außen hin ein schlechtes Image für die Volksgruppe geben.

Das sind ja nicht nur Leute, die nicht arbeiten oder so. Diese Leute gehen ganz normal ihrer Arbeit nach und haben sich in die Gesellschaft integriert. Und da ist ein Menowin kontraproduktiv fuürs Image.

Helmut Werner: Er hatte immer seine schlimmen Sprüche, wie Leute auffressen und an die Wand scheißen und so weiter. So ganz schlimme Sätze. Wir schneiden euch den Schwanz ab. Dem Helmut reißen wir den Kopf ab und spalten dem seinen Hals. Der kriegt Backpfeifen, dass die Flammen spruühen. Damit meinte er dann Ohrfeigen. So ging das den ganzen Tag. Diese Gossensprache von Menowin ist halt so unterirdisch, das geht gar nicht. Die Typen stehen halt immer permanent unter Starkstrom.

Ein nettes Mädel von einem Radiosender hat Menowin ganz naiv gefragt, wie er sich denn als Vize-Gewinner fühlt. Das war der Versuch eines Interviews mit einem Mikrophon und einem Aufnahmegerät. Sein Kommentar dazu war: Du blöde Sau, verpiss dich. Er hat ihr die Füße zwischen der Tür eingeklemmt und ihr dann die Tür vor der Nase zugeschlagen.
Also ein ganz schlimmes Benehmen.

Ich habe dann versucht, Pressetermine mit ihm zu vereinbaren.
Die Geschäftsleitung der Bildzeitung wollte sich mit ihm unterhalten und hat uns alle eingeladen. Sie wollten sich wegen der vielen negativen Zuschriften in der Bildzeitung bezüglich Menowins unterhalten.

A.G.: Wo er aber nie hin ist!
Helmut Werner: Genau – ist ihm alles egal. War vielleicht sogar besser. Was hätte er denen erzählen sollen. Wenn andere Kinder in die Schule gegangen sind, hat Menowin mal eben gelernt, wie man den Leuten die Geldbörsen aus den Taschen klaut.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Louzifer, Gryphos