Mittwoch, 26. Januar 2011, 17:25 Uhr

Frisch aus deutschen Landen: Jetzt kommt Cäthe!

Berlin. Cäthes deutschsprachige Popmusik kann mutiger und ehrlicher nicht sein. Die in Hamburg lebende Sängerin nimmt in ihren Texten kein Blatt vor den Mund und überzeugt mit ihrer rotzigen Röhre, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht.

Ihre Musik ist laut, verspielt, ansteckend und außergewöhnlich. Auf so eine Künstlerin wie Cäthe hat man in Deutschland lange gewartet. Endlich ist sie also da! Bevor im Mai 2011 ihr ungewöhnliches und erfrischendes Album „Ich Muss Gar Nichts“ erscheint, schenkt sie uns Ende Januar 2011 bereits die 5-Track-EP „Senorita“, die schon eindrucksvoll zeigt, was für ein Talent hier am Werke ist.

Hier das Video zu „Senorita“:

Als Cäthe an einem grauen Novembertag 1982 in Staßfurt zwischen Berlin und Magdeburg geboren wurde, war sie noch das kleine Sandkörnchen Catharina Sieland, wie man es zu Millionen am Ufer der nahen, breiten, dahinfließenden Elbe finden kann. Schon früh begann das Sandkörnchen zu trällern, im Kindergarten, in Treppenhäusern, wo sich die Gezwungenermaßen-Zuhörer noch die Ohren zuhielten oder sich Stille mit Bonbons erkauften. Dennoch: Allen Unbilden zum Trotz, die Musik war längst in ihrem Herzen. Die Eltern waren froh darüber. Ihr Vater besaß zwar Beatles- und Rolling Stones-Platten, konnte aber selbst nicht musizieren, und die Mutter liebte Goethe, besaß jedoch nicht den Drang, selbst zur Feder zu greifen.

Die Ausreise wenige Monate vor der Wende von Staßfurt nach Aalen in Baden-Württemberg war ein tiefer Einschnitt in das Leben der Siebenjährigen, der aber den Wunsch zum Singen nur verstärkte. Nun lag der kleinen Catharina plötzlich die ganze Welt der Töne zu Füßen.

Mit zwölf kaufte ihr der Vater eine Gitarre. Bald gab es kein Halten mehr. Die Musiker-Karriere lag wie eine Autobahn vor ihr. Cäthe hatte schon in der Schule eigene Lieder geschrieben, sie am Wochenende, wenn alle nach Hause fuhren, in ein verstimmtes Klavier gehämmert und auf Tonträger aufgenommen, sich autodidaktisch zum Songwriter entwickelt. Sie hätte Englisch schreiben können, doch sie schrieb Deutsch, „weil ich mich so besser ausdrücken kann“, und sie wollte ihre Lieder in Deutsch singen.

Selbstgeschriebene Texte, die bei ihr immer autobiografischen Bezug haben, dienen der Selbstfindung, das Wichtigste vielleicht für einen angehenden Künstler. Aber Cäthe wusste bald, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Sie jobbte u.a. als Sexshopverkäuferin, Weihnachtsmann und Stuhlabbeizerin. Nachts schreibt sie wie besessen Lieder – immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Ihr Weg führte über Mannheim schließlich nach Hamburg, wo sie an einer Hochschule einen mehrwöchigen Popkurs absolvierte.

Auf ihrem Debütalbum „Ich Muss Gar Nichts“ singt sie ehrlich und befreiend über Gefühle und Eindrücke, die sie beschäftigen. Sie lebt sich aus, lässt ihre wilde Seele regieren und erzählt Geschichten, die das Leben schreibt. Sie ermahnt sich, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht von Ängsten beherrschen zu lassen („Senorita“), singt über Beziehungen („Wahre Liebe“), Vagabunden („Tiger Lilly“) oder darüber wie leicht es sein kann, schwer zu sein („Leicht Schwer Zu Sein“). Cäthe kann laut sein und rockt gewaltig, aber auch die leisen Töne stehen ihr hervorragend, wie auf „Bleib Hier“ oder beim Titelsong „Ich Muss Gar Nichts“.

In Philipp Schwär findet Cäthe den richtigen Produzenten für ihre selbst komponierten Stücke. 13 davon nahmen sie im Sommer letzten Jahres mit ihrer Band und einigen Gastmusikern in den Hamburger Home Studios auf.

Aus dem Sandkorn von Staßfurt ist heute in Hamburg eine Perle geworden. In wenigen Monaten wird Cäthe ihr erstes Album herausbringen. Erst dann werden sie und ihre Bewunderer erfahren, ob diese schmächtige, schreibende und singende Musikathletin es geschafft hat, ob die Verwandlung vom Sandkorn zur Perle kein Märchen ist.

Cäthes “Ich Muss Gar Nichts“ erscheint im Mai 2011 bei DEAG Music.

Fotos: DEAG