Berlin. Der Brüller der Woche ist das hier: Judith Holofernes, Frontfrau der Kapelle “Wir sind Helden” hat sich öffentlich zu ihrer Absage an die Bild-Zeitung geäußert, für das Blatt zu werben. Holofernes hatte eine Anfrage der Werbeagentur ‘Jung von Matt’ erhalten, wie zahlreicher andere Prominente vor ihr doch genauso frech für Europas größte Boulevard-Zeitung zu werben.
Die 34-Jährige stellte nicht nur die offizielle Anfrage der Agentur auf die Homepage der Band (“Wir sind als Werbeagentur mit der aktuellen BILD- Kampagne betraut, in der wir hochkarätigen Prominenten eine Bühne bieten, ihre offene, ehrliche und ungeschönte Meinung zur BILD mitzuteilen.”), sondern auch gleich noch die Antwort. Ganz großes Damentennis!

In der geharnischten Antwort in dem der Sprache des Blattes angepaßten Deutsch an ‘Jung von Matt’ heißt es wörtlich:
“Ich glaub, es hackt. Die laufende Plakat- Aktion der Bild- Zeitung mit sogenannten Testimonials, also irgendwelchem kommentierendem Geseiere (Auch kritischem! Hört, hört!) von sogenannten Prominenten (auch Kritischen! Oho!) ist das Perfideste, was mir seit langer Zeit untergekommen ist. Will heißen: nach Euren Maßstäben sicher eine gelungene Aktion.
Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. Da sind auf der einen Seite die Promis, die sich denken: Hmm, die Bildzeitung, mal ehrlich, das lesen schon wahnsinnig viele Leute, das wär schon schick… Aber irgendwie geht das eigentlich nicht, ne, weil ist ja irgendwie unter meinem Niveau/evil/zu sichtbar berechnend… (…) Ihr sagt jenen Promis: wisst ihr was, ihr kriegt einfach kein Geld! Wir spenden einfach ein bisschen Kohle in eurem Namen, dann passt das schon, weil, wer spendet, der kann kein Ego haben, verstehste? Und außerdem, pass auf, jetzt kommt’s: ihr könnt sagen, WAS IHR WOLLT!

Und dann denken sich diese Promis, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, irgendeine pseudo – distanziertes Gewäsch aus, irgendwas “total Spitzfindiges”, oder Clever- Unverbindliches, oder Überhebliches, oder… Und glauben, so kämen sie aus der Nummer raus, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Und haben trotzdem unheimlich viele saudumme Menschen erreicht! Hurra.
Auf der anderen Seite, das erklärt sich von selbst, der Rezipient, der saudumme, der sich denkt: Mensch, diese Bild – Zeitung, die traut sich was.
Und, die dritte Seite: Ihr, liebe jungdynamische Menschen, die ihr, zumindest in einem sehr spezialisierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. Außer vielleicht, wenn ihr auf die Idee kommt, “Wir sind Helden” für die Kampagne anzufragen, weil, mal ehrlich, das wäre doch total lustig, wenn ausgerechnet die…
(…)

Die BILD – Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash- Kulturgut und kein harmloses “Guilty Pleasure” für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle- Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild – Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Hassgeliebtes, aber weitestgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands.
Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument — nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.
In der Gefahr, dass ich mich wiederhole: ich glaub es hackt. Mit höflichen Grüßen, Judith Holofernes”


Fotos: wenn.com, Billy & Hells, Springer/Jung von Matt, Alster
Amen, gut zu wissen, dass die Bild nicht ganz Deutschland benebelt…
[...] über die Attacke von "Wir sind Heden"-Frontfrau Judith Holofernes (34). Die hatte sich öffentlich beschwert ("Ich glaube, es hackt!") über eine Anfrage einer Hamburger Werbeagentur, ob sie nicht [...]
so ne dumme Nuß
Wie ging der Spruch….ah ja,
“Bild sprach zuerst mit dem Toten” !
Ich finde sie hat sowas von recht, weiter so !!
Ja, sie hat Recht. Aber liebe Klatschredaktion, mit sowas überfordert ihr die Leser dieser Seite radikal!