Freitag, 04. März 2011, 19:52 Uhr

Yael Naim: Alles über die Stimme aus der Apple-Werbung

Berlin. Ein Erfolg war ihr Album „Yael Naim“ schon in Frankreich, bevor „es“ passierte: Ihre Single „New Soul“ wurde von Apple-Chef Steve Jobs höchstpersönlich als Titelsong für die Launch-Kampagne des MacBook Air ausgewählt und konnte seine Ohrwurmqualitäten so in Millionen Haushalten weltweit verbreiten.

Mit der Kampagne als Transportmittel, eroberte „New Soul“ die Top Ten Singlecharts nicht nur in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in den USA. Und verkaufte sich über zwei Millionen Mal weltweit. Das Album „Yael Naim“ wurde in 35 Länden veröffentlicht und ging bis heute mehr als 800.000fach über den Ladentisch.

Yael Naims Gabe für federnde Popsongs wurde mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt, in Deutschland war sie für den Echo bereits 2008 nominiert.

Am 22.04.11 veröffentlicht YAEL NAIM auch in Deutschland ihr neues Album „She Was A Boy“. In Frankreich ist „She Was A Boy“ im November 2010 erschienen und hat bereits Golstatus erreicht.

Yael Naim wurde 1978 als Tochter tunesischer Eltern in Paris geboren und zog im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie nach Israel.

Den größten Teil ihrer Kindheit verbrachte Yael in Ramat Hacharon, einer Kleinstadt nicht weit von Tel Aviv. Ihre erste musikalische Obsession galt der Klassik, sie spielte Klavier, besuchte das Konservatorium, und nachdem sie den Film ‚Amadeus’ gesehen hatte, „wollte ich nur noch Sinfonien schreiben. Aber zuhause hörte mein Vater immer die Beatles“. Und so kam es, dass sie mit 12 Jahren ‚Sgt. Pepper’ und ‚Abbey Road’ entdeckte und all ihre „klassischen Ambitionen einfach vergaß“.

Sie fing an zu singen, zu komponieren und lernte Gitarrespielen. Mit 18 traf sie in einem Jazz-Club in Tel Aviv auf Wynton Marsalis, der sie spontan einlud, mit ihm und seiner Band aufzutreten. Der Weg als Musikerin war vorgezeichnet, und Yael verließ ihn auch während ihres zwei Jahre währenden obligatorischen Wehrdienstes nicht: als Solistin spielte sie im Militärorchester. Danach tourte sie mit ihrer Band The Anti Collision durch Israel.

Eine Einladung zu einem Charity Konzert 2000 in Paris brachte Yael Naim zurück in ihre Geburtsstadt und auf internationales musikalisches Parkett. Es folgte ein erstes Album 2001 („In A Man’s Womb“) und eine lange Phase der musikalischen Neuorientierung. Diese fand 2004 ein glückliches Ende in der Begegnung mit David Donatien, einem Drummer von den West Indies. Mit ihm zusammen entdeckte Yael Naim eine neue Sprache – sowohl in ihren Kompositionen als auch für ihre Texte: Es war Donatien, der ihr vorschlug, auch auf Hebräisch zu singen, was sie bis dato gescheut hatte.

Im Zusammenspiel mit außergewöhnlichen Musiker-Freunden nahmen sie „Yael Naim“ in Yaels Wohnung in Paris auf. Ihr Apartment in Paris, mittlerweile zum Studio ausgebaut, war auch der Entstehungs- und Aufnahme-Ort für Yaels neues Album „She Was A Boy“. Yael Naim liebt das warme Gefühl der Intimität, das nur dort einzufangen ist, und das Arbeiten im ganz eigenen Tempo.

Die drei Jahre zwischen beiden Alben hat sie genutzt, um sich an verschiedenen Fremd-Projekten zu beteiligen (einem Joni Mitchell Tribute, einer Zusammenarbeit mit dem National Jazz Orchestra, „Let It Be live“ u.a.). Um mit David Donatien mit verschiedensten Musikern für die Aufnahmen zu jammen, darunter Stephane Belmondo, Tété und Thomas Bloch. Und um ihren fröhlicheingängigen Pop-Songs noch mehr Anmut und Strahlkraft zu geben.

„She Was A Boy“ begeistert mit zarten Tönen ebenso wie mit subtilen Rhythmen und tiefgründigen Geschichten, immer eingehüllt in ein unwiderstehliches Pop-Gewand. Vom leichten Tempo des Openers „Come Home“ (auch die erste Single) über das bluesige „Never Change“ bis hin zum puristischen „I Lost The Best Thing“ – man kann sich nicht satthören an der Vielfalt der Yael Naim.