Donnerstag, 10. März 2011, 20:46 Uhr

"Senna" - Ein großer Film über eine große Legende

München. Man nannte ihn den Magier der Rennstrecke und für viele Experten gilt er bis heute als schnellster Formel-1-Pilot aller Zeiten. Der dreimalige Formel -1-Champion Ayrton Senna kam 1994 beim Großen Preis von San Marino ums Leben, als er mit seinem Wagen in der Tamburello-Kurve verunglückte.

Nach drei Tagen offizieller Staatstrauer in seiner Heimat Brasilien säumten bei seiner Beerdigung schließlich mehr als 3 Millionen Menschen die Straßen. Ein „Künstler”, ein begnadeter „Meister”, ein „Gigant” im Rennwagen. Fast ein Jahrzehnt lang prägte Senna als leidenschaftliches Talent seiner Zeit das Gesicht der Formel -1 und mit seinem tragischen Tod im Alter von 34 Jahren ging eine Ära zu Ende.

Der BAFTA-Preisträger Asif Kapadia („The Warrior”) widmet sich in seiner fesselnden Dokumentation dem Leben und den Rennen der Formel -1-Legende Ayrton Senna – von seinen ersten Rennen in der Königsklasse 1984 bis zu seinem Tod am 1. Mai 1994 in Imola. In bislang unveröffentlichten Aufnahmen, packenden Szenen seiner wichtigsten Rennen und Originalinterviews mit Rennsportgrößen wie u. a. seinem größten Widersacher Alain Prost wird der Formel -1-Mythos „Senna” wieder lebendig. Ein Film über einen einzigartigen Mann, der nicht nur auf der Grand-Prix-Piste, sondern auch auf seiner viel zu kurzen Lebensstrecke eine Ausnahmeerscheinung war.

Am 12. Mai kommt der Film “Senna” in die deutschen Kinos.

Auf dem Zenith seiner Karriere, auf der Rennstrecke von Imola in San Marino, schlägt das Schicksal zu. Der 1. Mai 1994 ist ein sonniger, warmer Tag in Imola. Ein Sonntag. Bestes Formel 1-Fahrerwetter auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Italien, wo der Große Preis von San Marino heute ausgetragen wird. 292,32 km müssen gefahren werden, 58 Runden a 5,04 km. Doch die Stimmung im Fahrerlager ist bedrückt. Am Tag zuvor hat der Österreicher Roland Ratzenberger im Qualifying sein Leben verloren, und auch Ayrton Senna scheint der Tod seines Fahrerkollegen nachdenklich gemacht zu haben. Schon am Freitagnachmittag, während der ersten Qualifying Session, wird sein Protégé, der Formel 1-Newcomer Rubens Barrichello, in einen schlimmen Unfall verwickelt, sodass er für den weiteren Verlauf des Rennwochenendes ausfällt.

Ein schlechtes Omen, oder einfach nur ein verdammt schlechtes Wochenende? Senna stellt an diesen Tagen seinen Beruf in Frage, ist von Zweifeln geplagt. Sein Freund Sid Watkins, der Rennarzt, rät ihm an diesem Wochenende nicht zu fahren. Aber Sennas Stolz, seine Verantwortung dem Team und dem Sport gegenüber, und der Wille, seine Ängste zu besiegen, lassen das nicht zu.

Senna steht auf der Pole Position, in seinem erst dritten Rennen für das Williams Team, zu dem er in diesem Jahr gewechselt ist. Mit dem Wagen hadert er; er ist mit der Abstimmung nicht zufrieden und in den ersten beiden Rennen des Jahres ausgeschieden. Hinter Senna steht Michael Schumacher im Benetton-Ford auf Platz zwei, gefolgt von Gerhard Berger im Ferrari und Sennas Teamkollege Damon Hill.

Nach einem turbulenten Start und einer Safety Car Phase verliert Senna, dicht gefolgt von Michael Schumacher, in der siebten Runde, gegen 14.15 Uhr, die Kontrolle über seinen Wagen, bei einer Geschwindigkeit von 306 Kilometern pro Stunde. Es gelingt ihm, binnen zwei Sekunden den Wagen noch auf 211 Kilometer pro Stunde herunterzubremsen, doch dann schlägt er in die Streckenbegrenzungsmauer ein. Ein Teil der Vorderradaufhängung durchbohrt seinen Helm und verletzt ihn schwer am Kopf. Ein paar Zentimeter höher – und es wäre bei ein paar Prellungen am Körper geblieben.

Um 18.40 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird bekannt gegeben, dass Ayrton Senna, der dreimalige Formel 1 – Weltmeister und das Idol vieler Millionen Motorsportfans, seiner Verletzung erlegen ist.

In seinem zerstörten Wagen findet man die österreichische Flagge, wohl zu Ehren des verstorbenen Roland Ratzenberger, die Senna vermutlich in der Auslaufrunde geschwenkt hätte – hätte er das Rennen gewonnen. An jenem Tag stirbt ein Mythos auf der Rennstrecke – ein Mythos, der für nachfolgende Renngenerationen unerreicht bleibt und der noch heute seinesgleichen sucht.

Fotos: Universal