Montag, 21. März 2011, 14:37 Uhr

Alles über James Camerons Höhlen-Spektakel "Sanctum 3D"

München. Am 21. April startet James Camerons neues 3D-Spektakel “Sanctum” in den deutschen Kinos.Mit dem Fantasy-Epos „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ revolutionierte der legendäre Filmemacher, dreifache Oscar-Preisträger und Blockbuster-Garant James Cameron („Titanic“) das 3D-Kino.

Als ausführender Produzent des neuen Unterwasser-Thrillers Jsetzt der leidenschaftliche Taucher nun erneut neue Maßstäbe, was innovative 3D-Aufnahmen angeht. Gemeinsam mit Andrew Wight, der bereits Camerons packende Unterwasser-Dokus „Aliens der Meere“ und „Die Geister der Titanic“ produzierte, schickt er die Darsteller Richard Roxburgh („Van Helsing“), Ioan Gruffudd („W.“, „Fantastic Four“), Rhys Wakefield („Broken Hill“) und Alice Parkinson („The Pacific“) unter der Regie von Alister Grierson („Kokoda – Das 39. Bataillon“) auf eine lebensgefährliche Expedition, die klaustrophobische Spannung vor spektakulärer Naturkulisse in perfekter 3D-Technologie verspricht.

1988 leitete der Produzent und bekannte Höhlenforscher Andrew Wight eine Expedition in ein abgelegenes und versteckt liegendes Höhlengeflecht in der australischen Nullarbor-Ebene. Während dieses Trips tobte draußen ein gewaltiger Sturm, der den Höhleneingang zusammenbrechen ließ und fünfzehn Menschen tief unter der Erde einschloss. Eine Rettungsmission wurde eingeleitet, die tatsächlich alle Beteiligten aus der schrecklichen Lage befreien konnte.

Diese unauslöschlichen Erfahrungen prägten Wight dermaßen, dass er sie mit seinem langjährigen Kollegen James Cameron zu diesem Filmprojekt entwickelte. Zusammen mit Drehbuchautor John Garvin erfand Wight eine klassische Coming-of-Age-Geschichte über einen jungen Mann, der mit seinem Vater nicht zurechtkommt, bis sie gemeinsam diese schwere Überlebensprüfung bestehen müssen. Vor dem Hintergrund einer fremdartigen Welt, die so wunderschön wie furchterregend ist, untersucht das Drehbuch, wie menschliche Beziehungen in einer Ausnahmesituation wachsen können und wie zerbrechlich sie sind, wenn die Beteiligten gegen die Natur ums Überleben kämpfen.

Cameron sagte dazu: “Vor fünf Jahren kam Andrew Wight mit der Idee für Sanctum in 3D zu mir, und ich war begeistert. Wir hatten zuvor bereits gemeinsam einige tolle Abenteuer bestanden, in den unerforschten Tiefen des Ozeans, um für den Film „Aliens der Meere“ Lebewesen und Pflanzen zu entdecken, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte. Wir sind für „Die Geister der Titanic – 3D“ (2003) zusammen zur Titanic getaucht, und für eine weitere Doku zur Bismarck.”

In dieser Zeit entwickelten die beiden Männer auch ein völlig neues Kamerasystem, das unter diesen extremen Bedingungen tadellos funktionierte und Bilder lieferte, die laut Cameron „alles Dagewesene in den Schatten stellten“. Er erklärt: „Ich habe es auch bei „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ benutzt und Andrew leistete es bei James Camerons Sanctum in 3D großartige Dienste: Das Cameron/Pace Fusion 3D Camera System – ein stereoskopisches HD-Kamera-System, das so unglaubliche Resultate erzielt, dass es sich problemlos für dreidimensionale IMAX-Projektionen eignet. Doch so atemberaubend diese ganzen neuen technischen Möglichkeiten auch sind, man darf dabei nicht vergessen: Beim Filmemachen geht es nicht um das Equipment, sondern um Ideen, Bilder, Vorstellungskraft und in erster Linie um die Geschichte. Und die Story dieses Films hat mich absolut überzeugt.“

Nach intensiver Suche entschieden sich Cameron und Wight für Alister Grierson als Regisseur von Sanctum in 3D. Ihnen gefiel das Spielfilmdebüt, mit dem sich der junge Australier bereits kurz nach seinem Filmstudium einen Namen gemacht hat: 2006 inszenierte Grierson mit “Kokoda – Das 39. Bataillon“ einen der erfolgreichsten australischen Filme des Jahres. Das Kriegsdrama erzählt die wahre Geschichte eines erbärmlich ausgerüsteten Bataillons, das während des Zweiten Weltkriegs 1942 im Dschungel von Neuguinea einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Japaner bestreitet. In Australien war der Kriegsfilm sowohl ein Kritiker- als auch Publikumshit.

Als das Casting anstand, war allen klar, dass Feiglinge gar nicht erst zu kommen brauchten. Die Produzenten und der Regisseur wussten, dass nur ein zum Äußersten entschlossener Cast in der Lage sein würde, die körperlichen Anstrengungen eines solchen Filmprojekts auf sich zu nehmen und den Belastungen während der Dreharbeiten gewachsen zu sein. Dazu Wight: „Wer nicht bereits vom Skript abgeschreckt wurde, bekam spätestens beim Treffen mit Alister und mir weiche Knie. Denn da wurde ihnen klar, dass sie wirklich Tauchen lernen mussten, mit Kreislaufatemgeräten, nachts in stockdunklen Wassertanks dümpeln und noch viele andere irre Dinge auf dem Plan standen, die mit Wasser zu tun hatten. Ich freue mich zu verkünden, dass sämtliche Schauspieler sich diesen Herausforderungen gestellt und mit Bravour bestanden haben.“

Der erste Schauspieler, der an Bord kam, war Richard Roxburgh (Foto oben). Der Australier spielt den erfahrenen Höhlentauch-Experten Frank McGuire, einen harten Hund, der in der unterirdischen Welt viel besser zurechtkommt als im wirklichen Leben. Grierson über Roxburghs Besetzung: „Richard ist ein wunderbarer Schauspieler, auf den wir sehr schnell kamen, weil er so erfahren und tiefgründig ist. Wir wussten, er würde für Frank McGuire den richtigen Ton finden.“

Um sich auf die Rolle vorzubereiten, besuchte Roxburgh sogar ein Boot-Camp, wo man ihm das Tauchen beibrachte. Er sagt: „Zum Training gehörte der Umgang mit dem Gesichtsmasken-Kreislauftauchgerät und das war eine ganz schön harte Nummer. Ich würde sagen, eine Art Folterinstrument, durch das man sein Kohlendioxid recycelt, um sehr lange unter Wasser bleiben zu können. Theoretisch also eine tolle Sache, in der Praxis aber ein ziemlicher Alptraum. Denn das Kreislauftauchgerät erlaubt keine langen Atemzüge, und wenn es dir schließlich doch einen erlaubt, hindert es dich anschließend am Ausatmen. Man versucht also die ganze Zeit krampfhaft, entweder Luft ein- oder auszuatmen. Daran muss man sich erstmal gewöhnen.“

(Das Foto oben zeigt von links: James Cameron, Andrew Wright, Alister Grierson, Alice Parkinson, Rhys Wakefield, Richard Roxburgh.)

Da der Film aus Joshs Perspektive erzählt wird, war es besonders wichtig, für die Rolle von Franks Sohn den richtigen Schauspieler zu finden. Der ebenfalls australische Rhys Wakefield, bekannt durch seine grandiose Performance als Bruder eines autistischen jungen Mannes in „The Black Balloon“, erfüllte alle Erwartungen.

Dazu Wight: „Rhys ist ein junger Mann, den man sofort ins Herz schließt, und der auch noch ausgezeichnet schauspielen kann. Er verfügt über die nötige Bandbreite, die für die Rolle wichtig war, und zeigt unter Alisters Führung eine spektakuläre schauspielerische Leistung.“
Da kann der Regisseur nur zustimmen. Grierson: „Die Rolle war eine große Herausforderung für Rhys und es war erstaunlich, wie er an ihr gewachsen ist und zusehends besser und reifer wurde.“

Wakefield wusste anfangs nicht mehr über den Film als die Inhaltsangabe. Doch das war aufregend genug, um bei Sanctum in 3D mitwirken zu wollen. „Das Skript war komplett actiongeladen“, erinnert er sich. „Und es war einfach großartig, was ich für die Rolle alles lernen musste. Tauchen, mit einem Kreislauftauchgerät umgehen, Felsklettern und alles andere brachte mir viel Spaß. Es war das erste Mal, dass ich mir für eine Rolle völlig neue Fähigkeiten beibringen musste, und ich habe es geliebt. Ich musste mir alles schrittweise erarbeiten.“

Dass er es so früh in seiner Karriere lernen würde, seine Sätze zu sprechen, während er zwischen Felsen schwingt oder kopfüber in eiskaltes Wasser springt, hätte sich Wakefield jedenfalls nie träumen lassen. „Am härtesten war es für mich, die richtige Balance zwischen Darstellung und Action zu finden“, fügt er an, „besonders wenn man klettert, einem dabei Wasser ins Gesicht spritzt und unter einem eine riesige Explosion stattfindet.“

Fotos: Constantin, wenn.com (3)