Montag, 28. März 2011, 14:20 Uhr

Marc Eggers: Vom Supertalent zu Germany's Next Topmodel?

Hamburg. Marc Eggers war die Hamburger Sahneschnitte bei der letzten Staffel von “Das Supertalent”. Der 24-jährige Breakdancer schaffte es immerhin bis ins Halbfinale. Dann wurde es still um ihn, bis es Anfang März erste Berichte über Marcs neue Karriere als Männermodel gab. Inzwischen hat Marc zahlreicher Foto-Shootings an Land gezogen und es sieht ganz so aus, als  ob er eine große Karriere vor sich hat.

klatsch-tratsch.de sprach mit dem Hamburger Sympathicus über seine neue Karriere als Model.

Marc, Du hast als Breakdancer begonnen und warst auch bei “Supertalent” im Herbst letzten Jahres bis zum Halbfinale dabei. Warum hast du dich da beworben?

Zu der Zeit des „Supertalent”-Castings war ich Zivildienstleistender bei einem schwerstbehinderten Jungen, der an Muskelschwund litt und an den Rollstuhl gefesselt war. Der Zivildienst war für mich nicht einfach nur ein Job, sondern ich baute eine tiefere Verbindung zu meinem Schützling auf – wir sind sogar richtige Freunde geworden.

Eines Tages erzählte ich ihm beiläufig von meiner Idee, mich bei „Schlag den Raab“ zu bewerben.  Das hatte dann leider nicht geklappt, aber ich erfuhr wenige Tage später, dass die Show „Das Supertalent“ in Hamburg casten wurde.

Am Tag des Castings wusste ich – dieser Tag würde mein Leben verändern!

Du hast Dich mal als tanzsüchtig bezeichnet. Wann hat das mit dem Tanzen angefangen?

Im Jahre 1998, da war ich gerade einmal 12 Jahre alt, habe ich mit dem Breakdance angefangen. Ich erinnere mich wie gestern, ich war in einer Tanzschule – in einer Kinderdisco – und es bildete sich auf einmal eine riesengroße Menschentraube. In der Mitte tanzten zwei Jungs, die alle Aufmerksamkeit auf sich zogen. Es hat mich begeistert, was sie mit ihren Körpern alles machen konnten, wie talentiert sie waren, dass ich das unbedingt auch lernen wollte!

Meine Mutter musste ich fast über einen Monat lang nerven mich zum Breakdance gehen zu lassen – da ich zu der Zeit schon Karate, Fußball und was weiß ich nicht noch alles machte – doch irgendwann war auch sie von meinem Willen überzeugt und ließ mich zum Training. Ab diesem Moment begannen eigentlich meine Tanzsucht und mein Ehrgeiz – ich trainierte jeden Tag, mehrere Stunden.  Ich liebe die Kreativität an diesem Sport – nur beim Breakdance kann ich richtig abschalten.

Nun möchtest Du als Model durchstarten. Wie bist Du entdeckt worden?

Nach der Show „Das Supertalent“ haben sich sehr viele Agenturen bei mir gemeldet und wollten mich unter Vertrag nehmen. Ich kannte mich in der Branche aber nicht wirklich aus und war von den ganzen Angeboten ein wenig überfordert, bis eine gute Freundin mir vorschlug, mich bei einer der besten Männermodelagenturen in Deutschland zu bewerben – der „Kult Model Agency“.

Ich war froh dass mich bei Kult keiner von „Das Supertalent“ kannte und sie sich für die Show auch gar nicht interessierten. Sie haben mich aufgenommen, weil sie mich vom Typ her und als Model interessant fanden – nicht weil ich durchs Fernsehen ein wenig bekannt bin.

Wo werden wir Dich als Model demnächst sehen können?

Da ich erst seit zwei Monaten hauptberuflich als Model arbeite, musste ich ganz von vorne anfangen und erst einmal mein Modelbuch mit zahlreichen Test-Shootings aufbauen, ein wie man sich vorstellen kann sehr aufwändiger Prozess an dem ich permanent arbeite. Auch hier ist es ein langer Weg um erfolgreich zu werden, aber durch meinen Ehrgeiz beim Breakdance bin ich es gewohnt hart an mir zu arbeiten.

Obwohl ich erst so kurz im Geschäft bin konnte ich schon einige gute Kampagnen ergattern – unter anderem eine europaweite Kampagne für CibaVision (größter Kontaktlinsenhersteller Europas), Model der „Move your Life Collection“ von Venti Hemden, Neckermann, Karstadt Sport, sowie zahlreiche Buchungen bei Online-Shops wie zum Beispiel Zalando, Brands4friends (Tom Tailor, Otto Kern, Konkurs, Samsoe & Samsoe und zahlreichen anderen – Anmerkung der Red.) und Tom Tailor Denim und bin auch schon im Rahmen der Berlin Fashion Week gelaufen.

Zudem unterstütze ich noch den Jungdesigner und guten Freund von mir André Borchers bei seinen Charity Aktionen und bin Hauptmodel seiner Kollektion.

Ist man 24 Jahren nicht schon ein bißchen zu alt, um Model zu werden? Bruce Darnell könnte Dir doch bei dem Karrieresprung helfen.

Zum Glück ist es bei den Männermodels anders als bei den Frauen – hier werden mehr reifere und kernige Typen, zum Teil auch erwachsene Männer gefragt. Je reifer ein Männermodel umso mehr Sexappeal! Marcus Schenkenberg zum Beispiel ist schon über 40 und arbeitet immer noch als Model – das motiviert mich an mir zu arbeiten und meine Karriere voranzutreiben.

Was Bruce Darnell angeht, haben wir bereits schon im letzten Jahr Nummern ausgetauscht und sobald ich das nächste mal Catwalk-Training brauche, werde ich mich definitiv mit ihm in Verbindung setzen.

Wie eitel bist du?

Ich bin sehr auf meinen Körper bedacht, aber nicht eitel in dem Sinne wie es die meisten Menschen verstehen oder was sie sich darunter vorstellen. Ich brauche morgens nicht stundenlang im Bad oder stehe ewig vor dem Spiegel, sondern achte vielmehr auf mich, meinen Körper und meine Gesundheit. Na gut, den ein oder anderen schnellen Blick in den Spiegel gestehe ich.

Zum guten Aussehen gehören für mich regelmäßiger Sport und eine gesunde Ernährung dazu. Ich habe noch nie geraucht und trinke kaum Alkohol. Eine Sünde muss ich jedoch zugeben: Ich esse für mein Leben gerne Nutella!

Macht es Dir Spaß vor der Kamera zu stehen und wenn ja, warum?

Ich glaube, wenn ich keinen Spaß hätte vor der Kamera zu stehen, wäre das definitiv nicht der richtige Job für mich. Mir macht es sehr viel Freude und das Modelleben ist äußerst abwechslungsreich, ständig neue Kampagnen, Outfits und Leute, die man kennen lernt. Außerdem fasziniert es mich, Menschen zu unterhalten und mich mit ihnen zu freuen.

Hängst Du den Job als Breakdancer jetzt an den Nagel?

Auf gar keinen Fall! Obwohl ich momentan wirklich fast jeden Tag irgendwelche Jobs, Auftritte, Shootings oder Einladungen habe versuche ich so viel wie möglich zu trainieren, das meistens sogar noch nach einem anstrengenden Arbeitstag, abends bei mir zu Hause. Breakdance ist immer ein großer Teil, wenn nicht sogar der größte Teil in meinem Leben gewesen, das werde ich nicht aufgeben.

Da ich zur Zeit mit dem Modeln mein Geld verdiene muss ich leider einige Abstriche machen und kann nicht mit auf jede Veranstaltung (Battle) fahren.
Ich bin in einer der besten Crews Deutschlands, die Jungs stehen zu 100 Prozent hinter mir und motivieren mich – wir blicken einem sehr erfolgreichen Jahr entgegen. Schon alleine dieses Jahr haben wir uns fu?r ein sehr wichtiges Battle in Frankreich qualifiziert und werden beim Battle of the Year, quasi dem Grand Prix des Breakdance teilnehmen.

Was hat es mit den Japan-Charity Shirts by Andre Borchers auf sich?

Gerade die Zivildienstzeit hat mir gezeigt wie gut ich es doch eigentlich habe, daher nehmen mich solche Katastrophen wie in Japan auch persönlich mit und lassen mich nicht los. Für mich war es selbstverständlich, dass ich André bei seiner Hilfsaktion für Japan unterstütze. Die kompletten Einnahmen der Shirts gehen an die Opfer des Tsunamis in Japan, um ihnen bei dem Wiederaufbau zu helfen und sie ein wenig finanziell zu unterstützen. Man sollte seine Energie dazu verwenden für andere Menschen etwas zu tun und produktiv zu sein, es gibt genügend Menschen die nur ihre eigene Sache voran bringen möchten – so bin ich nicht.

Fotos: Fotos: Elena Koch/elenakoch.de, kult models/ben lamberty (benlamberty.com), andreborchers.com