Mittwoch, 13. April 2011, 14:55 Uhr

James Camerons "Sanctum 3D": "Wir haben dem Tod ins Auge gesehen"

Berlin. Ein lebensgefährliches Abenteuer nahm 1988 seinen Lauf, als der renommierte und erfahrene Dokumentarfilmer Andrew Wight zusammen mit seinem Team das Höhlensystem der Nullarbor-Ebene in Australien erforschte: Durch ein plötzliches Unwetter stürzten die Ausgänge der Höhle ein – die 15 Taucher waren gefangen. Ganze zwei Tage harrte das Team in Todesangst aus, bis sie endlich befreit werden konnten.

Das Unterwasserparadies droht zu ihrem nassen Grab zu werden.

„Wir dachten, wir müssten sterben“, sagt Andrew Wight (siehe Foto) später über diesen Tag. Doch obwohl die Angst in solchen Situationen sehr gefährlich sein kann, hält er sie andererseits auch für überlebenswichtig. „Wenn man absolut furchtlos ist und keinen Respekt vor dem hat, was man tut, bringt man sich um.“

Am 21. April startet nun endlich der von James Cameron produzierte Höhlen-Thriller mit brillanten 3D-Aufnahmen. Regie führt der Australier Alister Grierson.

Im Interview über die realen Ereignisse von ‚James Cameron’s Sanctum’ erzählt der erfahrene Dokumentarfilmer, dass er bereits jahrelang Taucherfahrung hat: „1978 habe ich meinen ersten Tauchkurs gemacht und einer von den Menschen dort, war ein Höhlentaucher. Obwohl es damals eine Reihe an Todesfällen gab, ging ich mit auf die Höhlenexpedition und war von dem kristallklaren Wasser und der Unterwasserwelt angetan!“

1988 begab sich Andrew mit seinem Team schließlich in die Nullarbor-Ebene in Australien, die bis dato noch nicht oft erkundet worden war.

„Es passierte am letzten Tag der Expedition, wir wollten einen letzten Tauchgang machen um eine ca. 3,2 Kilometer von Eingang entfernte Passage abzutauchen. Im Laufe des Nachmittags zog ein Sturm auf und es hörte kaum mehr auf zu regnen. Eine Menge Regen fiel in kürzester Zeit auf die Höhle und lief hinein, so dass die Höhle überflutet wurde. Das Wasser floss genau in den Teil der Höhle, wo wir waren und unser Equipment stürzte in die Höhle.

Vicky und ich waren im gefährlichsten Teil der Höhle. Wir wussten nicht was unter uns los war, wobei es fast unwahrscheinlich war, das jemand überlebt hat oder nicht verletzt gewesen wäre. Wir entschieden uns dazu, einen Weg nach draußen zu suchen und nach fünf Stunden fanden wir ein Seil und kletterten hinaus. Doch es hat noch zwei weitere Tage gebraucht, um zu den anderen zu gelangen und einen Weg an die Oberfläche zu finden“, erzählt der begeisterte Taucher.

Doch Wight betont auch, das die Ereignisse im Film längst nicht so extrem rübergebracht werden können, wie sie tatsächlich waren: „Wir waren in einem kleinen Felsvorsprung, so groß wie ein Esstisch, gefangen, wir dachten wir werden sterben. In dieser Zeit fängst du an zu akzeptieren, dass das wahrscheinlich das letzte ist, was dir passieren wird. Die Ereignisse an diesem Tag waren unglaublich. Nichts in diesem Film kommt an die wahren Begebenheiten und Gefühle heran! Am Anfang war es atemberaubend, die schönen Wasserfälle zu sehen, aber nach kurzer Zeit wurde es immer düsterer und der Lärm war ohrenbetäubend!“

Andrew Wight arbeitet bereits seit einigen Jahren mit Regisseur James Cameron zusammen und erzählt, dass Beide dieselben Interessen haben: „Vor allem die Unterwasserwelt, aber auch Erfahrungen machen, wie z.B. Problemlösung in heiklen Situationen oder Sachen zu machen, wo andere Menschen sagen, das es nicht funktioniert, davon werden wir angespornt! Doch das bringt uns nur dazu, noch härter an der Verwirklichung zu arbeiten!“

Schon jetzt planen Cameron und Wight bereits das nächste Projekt: „Wir planen schon das nächste Tiefsee-Abenteuer. Doch die Herausforderung besteht darin, die richtige Technik zu bauen, um die letzten unerforschten Plätze der Welt filmen zu können!“

Fotos: Constantin