Mittwoch, 06. Juli 2011, 16:39 Uhr

"Super 8": Die letzten Geheimnisse des Mystery-Thrillers (Teil 2)

Berlin. Im Mittelpunkt des neuen Blockbusters von Suspense-Weltmeister J.J. Abrams stehen sechs Jugendliche in den 70er-Jahren. Die haben sie sich vorgenommen, ihren ersten Horrorfilm auf Super 8 zu drehen, doch dabei werden sie Zeugen eines Eisenbahnunglücks, in deren Folge alles ganz nach der existenz eines Aliens aussieht…

Der Film kommt ganz ohne Stars aus und bei einem Gesamtbudget von 45 Millionen Dollar spielte er in den USA schon am Startwochenende Mitte Juni 38 Millionen Dollar ein und kam sofort auf Platz 1.

Wir verraten eine Reihe von Hintergrundinformationen zur Enstehung des mit Spannung erwarteten Thrillers. Heute die zweite Folge.

Kinostart ist in Deutschland der 4. August.

Große Teile des Films unterlagen – wie immer bei Filmen von J.J. Abrams – einer strengen Geheimhaltung, damit die Zuschauer den Höhepunkt der Handlung als echte Überraschung erleben. Eine gewaltige, seltsam geformte Höhle wurde im Studio aufgebaut, Monstereffekte wurden kreiert, die Sets für das Eisenbahnunglück und die mit der Katastrophe verbundenen Szenen am Unfallort eingerichtet.

Um die atemberaubende Kettenreaktion des Unglücks zu filmen, konstruierte der für die Spezialeffekte verantwortliche Steve Riley einen etwa eine Tonne schweren Rammbock auf einem Schlitten, der wie das Vorderteil einer Lokomotive aussah. „Den Schlitten zog ein sieben Tonnen schwerer Kran durch das Studio, um diesen Effekt zu erreichen“, erklärt er.

„Als der Zug durchkrachte, zündeten wir eine Reihe von Explosionen, um den Trümmerregen zu simulieren, den ein entgleisender Zug tatsächlich erzeugen würde. Wir verwendeten dabei etwa ein Kilogramm Schwarzpulver und eine hochexplosive Sprengschnur mit 100 Gramm pro Meter Ladungsgewicht. Sie zündet sehr schnell und verursacht bei der Explosion einen lauten Knall – ein sehr intensives Erlebnis.“

Der Unglücksort, der die sechs jugendlichen Filmemacher völlig schockiert, wurde von Whist mit originalgroßen Eisenbahnwaggons gestaltet, die auf fantasievolle Weise ineinander verkeilt wurden. „Das Manövrieren der sehr schweren Teile erwies sich als kompliziert, wir brauchten also Kräne, um sie in Position zu bringen. Anschließend zerfetzten wir sie mit schwerem Gerät, um die Auswirkungen der gewaltigen Kollision zu zeigen“, sagt er.

„Die Sets werden durch visuelle Effekte wesentlich ergänzt, sodass die Szenen derart real wirken, dass uns beim Zuschauen fast das Herz stehen bleibt“, berichtet Martin Whist. „Weil man heute reale Sets mit visuellen Effekten unbegrenzt erweitern kann, boten sich für unseren Film jede Menge Möglichkeiten. „J. J. und das Team haben auf diese Weise Einstellungen kreiert, die normalerweise niemals derart unmittelbar und mitreißend wirken würden.“

Doch vor allem die Spezialeffekte, die das Team für die Szenen nach dem Zugunglück gestalten musste, erwiesen sich als größte Herausforderung für die Filmemacher. Alle Beteiligten waren sich einig, dass niemand ein Wort darüber verlieren sollte, bis die Zuschauer die Chance bekommen, die Schockwirkung mit eigenen Augen zu erleben.

Diese Effekte wurden von den Digital-Gurus bei ILM gestaltet, wobei die Überraschungen auf dem Höhepunkt des Films in der Verantwortung des Monsterdesigners Neville Page lagen, der mit J. J. Abrams bereits an „Cloverfield“ gearbeitet hat, aber noch nie eine Aufgabe wie bei SUPER 8 zu bewältigen hatte.

Über die Spezialeffekte sagt Abrams derzeit nur so viel: „Wir haben sehr viel Arbeit investiert, um einzigartige und sehr realistische Bilder zu kreieren. Wir behandeln das Monster nie als visuellen Effekt, sondern als eine weitere Hauptfigur. ILM hat daran einen entscheidenden Anteil. Immer wenn ich mit den Jungs zusammenarbeite, denke ich: ‚Jetzt haben sie sich wieder selbst übertroffen.‘ Bei SUPER 8 ist das ganz eindeutig der Fall.“

Fotos: Paramount Pictures Germany GmbH