Freitag, 15. Juli 2011, 10:58 Uhr

Zickenkrieg: Morrissey disst Lady Gaga und Madonna

London. Morrissey ist kein Fan von Madonna und Co. Der britische Sänger, der dafür bekannt ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, kritisiert Künstlerinnen wie die 52-jährige Pop-Ikone, aber auch neue Talente wie Lady Gaga.

“Ich sage ganz ohne Bitterkeit, dass das nichts neues ist”, gibt er im Interview mit ‘Billboard’ seine Meinung preis. Starke Frauen möge er zwar, allerdings nicht die Art, wie manche Künstlerinnen sich darstellen. “Ich mag den Gedanken an Frauen, die vollkommene Kontrolle haben, aber ich habe es satt, Sängerinnen zu sehen, die keinen Song ohne die Hilfe von 750 fieberhaften Tänzern, die für Erotik sorgen sollen, abliefern können. Das ist betrügerisch und das genaue Gegenteil von Erotik. Edith Piaf war 147 Zentimeter groß, trug immer ein einfaches, schwarzes Kleid und sang ohne Bühnenbild oder Lichter – und ihr Stimme war lauter als der Wind, mit der unglaublichsten Kommunikationskraft. Ich würde gerne sehen, wie ‘McDonna’ das anstellt”, so Morrisseys schnippischer Seitenhieb.

Dass jüngere Künstler ihn als Inspiration sehen, interessiert den einstigen Frontmann der 80er-Jahre-Band The Smiths indes wenig. Auf die Frage, ob er oft darauf angesprochen wird, antwortet der 52-Jährige: “Viele kommen auf mich zu, und jedes Jahr scheint eine neue Welle an Bands zu bringen, die mir schmeicheln wollen. Smiths-Lieder haben ein erstaunliches Nachleben. Sogar Lady Gaga sagte zu mir: ‘Du hast mir gezeigt, wie es geht.’ Ich habe keine Ahnung, was sie mit ‘es’ meint”, gibt er sich verwundert.

Im Rahmen seiner Europa-Tournee wird Morrissey am Montag, 18. Juli, in der Zitadelle Spandau in Berlin auftreten und obwohl er gerne auch außerhalb Europas Konzerte spielen würde, gesteht er, dass das Budget dazu nicht reicht. “Es ist unglaublich teuer, auf Tour zu gehen”, erklärt er. “Und ohne einen Sponsor oder eine reiche Jungfer als Tante können wir nicht weit reisen. Ich müsste ein Vermögen für die Transportkosten erben, um zum Beispiel nach Südamerika zu kommen. Australien ist für mich so weit weg wie Pluto.”

Foto: Travis Shinn