Mittwoch, 27. Juli 2011, 11:31 Uhr

"Madeleine": Kate McCann über die quälende Suche nach ihrer Tochter

London. Am 16. September erscheint ein Buch über einen bis heute äußerst zwielichtigen Fall. In “Madeleine: Das Verschwinden unserer Tocher und die lange Suche nach ihr” berichtet die Britin Kate McCann über das Verschwinden ihrer Tochter.

Seit Erscheinen im Mai war das Buch ununterbrochen Nummer 1 der britischen Bestsellerlisten. Jetzt wird es auch in den USA, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Brasilien und anderen Ländern verlegt.

Madeleine Beth McCann verschwand am 3. Mai 2007 im portugiesischen Praia da Luz kurz vor ihrem 4. Geburtstag äußerst mysteriöse Weise aus dem Ferienappartement der Familie.

Die Eheleute McCann hielten sich damals zusammen mit mehreren Freunden in einem nahegelegenen Restaurant auf und schauten angeblich aller 30 Minuten nach der Tochter, bis sie um 22 Uhr deren Verschwinden bemerkten.

Daraufhin begannen die McCanns eine beispiellose Medienkampagne um die Suche nach der Tochter zu forcieren.

Unter der Vermutung Madeleine sei entführt worden, wurden mehr als fünf Millionen Euro Belohnung ausgelobt. Eine solch hohe Belohnung ist in einem vermuteten Entführungsfall noch nie zuvor ausgesetzt worden. Zu den Spendern gehören u.a. auch die Unternehmer Richard Branson und Stephen Winyard, die Fußballstars Wayne Rooney und David Beckham und die Potter-Schriftstellerin Joanne K. Rowling.

Im Zuge der Ermittlungen wurden die Eltern des Kindes selbst für mehrere Monate zu Verdächtigen erklärt. “Was ihnen genau zur Last gelegt wird, ist bis heute nicht bekannt“, berichtete damals ‘Spiegel Online’.

“Obwohl die Niederschruft dieses Buchrs eine unglaublich anstrengende Zeit und enorme emotionale Herausforderung gewesen ist, wurde sie mir dadurch erleichtert, dass ich bins Ende Mai 2007 täglich Tagebuch geführt habe. So etwas zu tun wäre mir von allein gar nicht in den Sinn gekommen”, sagte Kate McCann. “Einer der unzähligen Experten, die uns im Mai und Juni 2007 über das Minenfeld aus Emotinen und praktischen Aufforderungen, denen wir ausgesetzt waren, hinweghelfen wollten, schlug mir das vor. Anfangs erschien es mir wie eine gute Möglichkeit, für Madeleine aufzuzeichnen, was in den Tagen seit ihrem Verschwinden passiert ist, aber alles aufzuschreiben erwies sich als ungeheuer therapeutisch für mich.”

Fotos: wenn.com, Bastei-Lübbe