Mittwoch, 27. Juli 2011, 13:50 Uhr

Zum Brüllen komisch: Der Papst büxt aus - Die ersten Bilder

Berlin. Seit seinem Kinostart am 15. April ist ‘Habemus Papam’ in Italien zu einem Sensationserfolg geworden! Bereits nach zwei Monaten hat der Film über eine Million Zuschauer begeistert. Bei der Nastro d’Argento-Verleihung, dem Filmpreis der italienischen Filmkritiker, gewinnt ‘Habemus Papam’ insgesamt acht Preise, darunter auch Bester Film und Beste Regie.

Erst kürzlich wurde der Film auch von der ausländischen Presse in Italien mit dem Globo d’oro, als bester Film ausgezeichnet. Zu einem wahren Triumph wurde die Vorführung im Wettbewerb der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes, wo der Film vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.

Am 8. Dezember kommt der Spaß endlich auch in die deutschen Kinos!

Und darum geht’s: Die Kirchenglocken läuten, weißer Rauch steigt in den Himmel und Abertausende auf dem Platz vor dem Petersdom harren in froher Erwartung. Aber Kardinal Melville (Frankreichs Filmlegende Michel Piccoli) ist panisch. Man hat ihn zum Papst gewählt. Was soll er bloß tun? Er kann sich der Welt nicht zeigen – und tut es auch nicht. Schnell ist die ganze Welt in Sorge, während der Vatikan verzweifelt nach Lösungen sucht. Wie der Papst selbst auch, nur eben auf seine Art: Er büxt aus….

Der Film ist ein sanftes und irre witziges Portrait darüber, dass man Angst und Zweifel haben und sie zeigen darf. Moretti kombiniert die bizarren, surrealen Bilder des Vatikans und seiner Kardinäle mit den poetischen Situationen Melvilles “lost in Rome” und liefert eine einfühlsame und gleichzeitig komische Analyse über Fassungslosigkeit und Selbstkritik.

Nanni Moretti ist zurück! Berühmt-berüchtigt für seine Gesellschaftskritik widmet sich der Regisseur einem Film, dessen Thema er vor dem Hintergrund der katholischen Kirche erzählt und führt uns hinter die Kulissen des Vatikans bis hinein in den geheimsten Ort überhaupt: dem Konklave!

Mit einem großartig sanften Michel Piccoli, dessen Kardinal Melville ebenso viel Verletzlichkeit wie Würde ausstrahlt, zeigt Nanni Moretti (“Liebes Tagebuch”, “Das Zimmer meines Sohnes”) uns das Oberhaupt der katholischen Kirche von einer ganz und gar ungewohnten Seite: der menschlichen. Sein Papst, der keiner sein will, lässt die Welt für einen Moment stillstehen und führt nicht ohne sanfte Ironie vor, wie viel Kraft und Mut es kostet, einer großen Aufgabe mit Demut und Zweifeln anstatt mit Machtversessenheit und Pragmatismus zu begegnen. Ein berührender und zärtlicher, nachdenklicher und zugleich unwiderstehlich komischer Film.

Fotos: ProKino