Freitag, 02. September 2011, 14:10 Uhr

"Hell": Grandioses deutsches Endzeitdrama vor dem Kinostart

Berlin. Am 22. September startet der postapokalyptische, gespenstische Film ‚Hell’ in den deutschen Kinos – das Leinwanddebüt des Jungregisseurs Tim Fehlbaum. Marie (Hannah Herzsprung) fährt mit ihrer kleinen Schwester Leonie (Lisa Vicari) und Phillip (Lars Eudinger) in einem Auto durch von der Sonne versengten Landschaften Richtung Gebirge. Denn dort soll es Wasser geben!

Doch das alles ist eher eine verzweifelte Irrfahrt ins Nirgendwo. Unterwegs lesen die Drei Tom (Stipe Erceg) auf. Der erweist sich als perfekter Mechaniker und scheint unentbehrlich. Doch kann man ihm auch wirklich trauen? Schließlich werden alle Vier in einen Hinterhalt gelockt und ein grauenhafter Überlebenskampf beginnt…

Im Rahmen des 25. Fantasy Filmfests am Wochenende in Berlin sprach klatsch-tratsch.de mit Tim Fehlbaum (29, auf dem Foto oben links mit Hannah Herzsprung und Stipe Erceg) über sein großartiges Erstlingswerk.

Mit ‘Hell’ startet Deutschlands erster, brilliant und spannend gemachter Endzeit-Thriller. Was macht den Film so besonders?
“Es ist schwierig das selber zu beschreiben. Ich glaube dass er eine Visualität hat, die etwas Neues ist und zwar mit diesem Hellen und Überstrahlten. Zudem habe ich versucht ein Genrefilm zu machen, der sowohl Genreleute gefallen könnte, aber auch Leute die normalerweise so einen Film nicht angucken würden.”

Der Streifen ist dein Leinwandwanddebüt. Wie kamst du an Roland Emmerich, den Gottvater der US-Weltuntergangsfilme, als Executive Producer?
“Roland Emmerich hatte so etwas wie die Funktion eines Paten, das heißt, er hat mir zur Seite gestanden und mir Ratschläge und Tipps mit auf den Weg gegeben. Er hat dabei aber auch immer gesagt, mach es letztendlich wie du es denkst. Und die Zusammenarbeit ist so zustande gekommen, weil sich die beiden Produzenten noch aus Jugendzeiten kennen. Die haben ihm dann ein Drehbuch zusammen mit einer DVD von mir geschickt. Es war der Wahnsinn.”

Der Film hat – mit Verlaub – eine Optik und Machart, die es wirklich mit Hollywood aufnehmen kann. Obwohl er im ausgedörrten Bayrischen Wald spielt. Welche Chancen rechnest Du dir für den internationalen Markt aus und ist er überhaupt dafür bestimmt?
„Naja sagen wir es mal so, mir ist es wichtig, wie er hier ankommt. In Deutschland gehen die Menschen viel kritischer an das Genre heran und ich hoffe das die Menschen ins Kino gehen und sich ein Bild davon machen.“

“Hell” ist extrem spannend und setzt auf ein punktgenaues Timing. Wer hat dich denn inspiriert?
„Ich habe lange daran gearbeitet, bestimmt fünf Jahre. Die Idee gibt es noch viel länger. Ich bin ein Filmfreak, ich beziehe meine Inspirationen meist aus anderen Filmen. Doch von Anfang an war ich sicher, dass ich das apokalyptische Thema und die Hauptfigur im Kopf hatte. Das waren sozusagen die Grundpfeiler. Bei der Apokalypse finde ich spannend, das Leute wie du und ich mit existenziellen Problemen zu kämpfen haben. Doch ich wollte den Film streng aus der Perspektive einer weiblichen Person erzählen.“

Wo hast Du denn die herrlich ausgetrockneten und grauenhaften Landschaften gefunden oder wurden die alle mit dem Computer nachbearbeitet?
„Also wir hatten ursprünglich ca. fünfzig computergenerierte Effekte geplant, haben dann aber mit einfachen handwerklichen Mitteln, weil das Budget limitiert war, beim Drehen gemerkt, das wir mit Mitteln wie Licht und Staub gar nicht so sehr auf die Effekte angewiesen waren. Zwei Drittel des Films wurde in Deutschland gedreht, zum einen in Bayern und in Berlin/Brandenburg. Dort haben wir dann Bäume schwarz angemalt und Staub herumgeblasen. Das letzte Drittel haben wir auf Korsika gedreht, in einem großflächigen Waldbrandgebiet.“

Die Hauptrollen im Film spielen Hannah, Herzsprung, Lars Erdinger und Stipe Erceg. Hast du bei der Auswahl mitentschieden?
„Also die Hannah hatte ich schon beim Schreiben im Kopf. Wir haben sie dann aber nicht angefragt, sondern regulär gecastet, weil wir dachten, dass sie so was sowieso nicht mitmacht. Zu meiner Überraschung wollte sie das dann doch machen, das war natürlich der Wahnsinn. Die Castings habe ich zum ersten Mal gemacht, ich hatte eher das Gefühl, die casten mich.“

Das Ende des Films ist relativ offen, ist eine Fortsetzung geplant, falls der Erfolg von ‚Hell’ wie gewünscht ausfällt?
„Der heißt dann ‚Dunkel’! Nee eine Fortsetzung haben wir erst einmal keine geplant.“

Du hast im Juni auf dem Filmfest in München den Förderpreis Deutscher Film für die beste Regie erhalten. Somit steht dir ja als Nachwuchsstar jede Tür offen. Welche Projekte stehen denn so in der Zukunft an?
„Ich bin gar nicht so das ich parallel arbeiten kann. Ich mach das hier jetzt alles zum ersten Mal, das ist auch total aufregend für mich. Ich kann mich auch gar nicht auf was anderes konzentrieren. Ich habe Ideen, aber ich habe noch nichts konkretes. Ich kann nur sagen, es wird wieder düster! Denn die Leute zum Lachen zu bringen, ist die Königsdisziplin.

Fotos: Paramount Pictures Germany GmbH, Steffen Knesebeck/WENN.com (1)