Mittwoch, 07. September 2011, 13:58 Uhr

"Emmy The Great" veröffentlicht zweites Album in Deutschland

Berlin. Emma-Lee Moss bekannt als ‘Emmy The Great’ veröffentlicht ihr zweites Studioalbum „Virtue“ am 21. Oktober 2011 nun auch in Deutschland. Nach dem die Platte in England auf Platz 32 gechartet war und die Briten sie im September für eine umfassende Tour erwarten, kommt die aussergewöhnliche Singer-Songwriterin nun im Oktober auch für drei Termine nach Deutschland.

„Virtue“ entstand in London und Sussex. Dieses Mal nahmen Euan Hinshelwood und Emmy die Zügel in die Hand, anstatt die Songs im Studio mit der ganzen Band wie beim ersten Album zu erarbeiten. Euan entwickelte die Farbpalette der Gitarre: Fremdartig, hintergründig, verdreht und atmosphärisch – während Emmy Backing Vocals für verschiedene Stimmen schrieb: hysterische Frauen, Nonnen und Sirenen, denen sie selbst ihre Stimme lieh. Der Geist der Cocteau Twins und von Suzanne Vega ist genauso präsent, wie die Geschichten von Margaret Atwood und Angela Carter und die Schriften von Kulturtheoretikern wie Marina Warner.

Emmy wollte für dieses Album eine Rollenverteilung, um die Welt die sie zu beschwören versuchte zu errichten und behielt dabei Alben mit ähnlichen Ambitionen im Hinterkopf: ‚In The Aeroplane Over The Sea’ von Neutral Milk Hotel oder ‚The Archandroid’ von Janelle Monae. Während der Produktion hörte sie Mädchenpop wie The Bangles, angereichert mit religiösen Chören und Folk vom Südpazifik; während Euan zunehmend von Post-Punk und bulgarischen Chören besessen war. Sie verbrachten sogar eine ganze Nacht damit, Enya zu googeln.

Gareth Jones, bekannt für seine Arbeit mit These New Puritans, Depeche Mode und Grizzly Bear, war ihr Produzent. Er gab ihrer Romantik nach, verstand aber gleichzeitig ihren Wunsch, die Musik eher präzise als prätentiös klingen zu lassen. Emmy wusste, dass sie loslassen musste – und dass dies die Zeit war, es zu tun. Den Dingen ohne Angst gegenüberzutreten, sich gerade zu machen, auszusprechen, was sie dachte: Dinge, die sie sich selbst ohne Musik nicht sagen konnte. Es ist diese Platte, sagt sie, die ihr half, sich als Person zu fühlen.

Dies ist ein Album, sagt Emmy, das darauf wartet, dass eine Person Kontakt aufnimmt – eine Person, die sagen wird: ‚Das ist mir auch zugestoßen’. Eine Person, die sich ebenfalls nicht einigeln will – für immer verloren in den Wurzeln und im Unterholz, in der mythischen Erinnerung verschwindend, unter der schützenden Decke. Eine Person, die auch brüllen will, ertragen, überleben. „Virtue“ gibt uns Songs für unsere Kampfausrüstung. Emmy The Great tragen ihre für uns alle.

Fotos: Alex Lake