Freitag, 09. September 2011, 16:30 Uhr

So tickt also der deutsche Mann: Genervt von kritikfreudigen Frauen

München. Wie tickt der deutsche Mann? Dieser Frage ist das Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly jetzt gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa in einer repräsentativen Umfrage unter rund 1.000 Männern im Alter ab 18 Jahren nachgegangen.

Das wohl überraschendste Ergebnis der Umfrage: Dem deutschen Mann geht es hervorragend – 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit ihrem Leben zufrieden oder sogar sehr zufrieden seien. Diese Aussage könnte unter anderem auch mit dem sich verändernden Selbstverständnis des „starken Geschlechts“ zusammenhängen, denn die Zeiten des Machos als Inbegriff von Männlichkeit sind vorbei.

In der GQ-Umfrage halten 93 Prozent der deutschen Männer Verlässlichkeit für die wichtigste Eigenschaft ihres Geschlechts, gefolgt von Entscheidungsfreudigkeit (79 Prozent) und dem sich Bekennen zu den eigenen Gefühlen (77 Prozent). Körperliche Stärke hingegen rangiert mit 44 Prozent auf einem der hinteren Plätze.

Dass die eigene Familie mit 71 Prozent Zustimmung oberste Priorität in der Kategorie „am wichtigsten im Leben“ genießt, fügt sich in dieses Männerbild ebenso ein, wie die Tatsache, dass 75 Prozent ihre Freizeit am liebsten mit der Familie oder der Partnerin verbringen. Hobbies (67 Prozent) und Freunde (65 Prozent) kommen an zweiter und dritter Stelle, gefolgt von Reisen (56 Prozent) und Sport (51 Prozent).

Trotz des gesellschaftlichen Trends zu persönlicher Unabhängigkeit, Flexibilität und individuellen Lebenskonzepten hält mit 80 Prozent die überwältigende Mehrheit der befragten deutschen Männer die Ehe nach wie vor für ein zeitgemäßes Modell. Überraschenderweise sieht gerade die junge Generation der 18- bis 29-Jährigen im Heiraten das Ideal einer Partnerschaft.

Am weiblichen Gegenpart ärgert die Teilnehmer der GQ-Umfrage am meisten, wenn sie zu viel Kritik äußert (69 Prozent) oder auch selbst nicht mit Kritik umgehen kann (67 Prozent). Knapp die Hälfte der Männer stört es außerdem, wenn sie immer das letzte Wort behalten muss (49 Prozent), ein Drittel (30 Prozent) gab an, genervt zu sein, wenn Frau öfter keine Lust auf Sex hat.

Finanziell ausgesorgt zu haben, ist für deutsche Männer das mit Abstand erstrebenswerteste Ziel im Leben (67 Prozent). Im Vergleich dazu träumen nur drei Prozent davon, einmal berühmt zu werden. Ihr solides Finanzpolster schmälern die deutschen Männer der Forsa-Umfrage zufolge am liebsten mit Ausgaben, die ihre Wohnung oder ihr Haus betreffen (58 Prozent) oder gehen damit auf Reisen (52 Prozent). Nur die 18- bis 29-Jährigen geben ihr Geld lieber beim Ausgehen aus (64 Prozent). Des Deutschen angeblich liebster Freund – das Auto – belegt mit 22-prozentiger Zustimmung den letzten Platz. (GQ)

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