Mittwoch, 14. September 2011, 17:50 Uhr

Darum schwebt Eko Fresh jetzt im siebten Himmel - Das Interview

Berlin. Mit seinem neuen Album ‚Ekrem’ schoss Rapper Eko Fresh von Null direkt auf Platz 5 der Charts. Einen solchen Erfolg hatte der Kölner mit keinem seiner bisherigen Alben und das, obwohl es die letzten Jahre etwas ruhiger um den 28-jährigen geworden war.

Bei einem Treffen mit klatsch-tratsch.de plauderte Eko Fresh im tiefsten Berlin-Neukölln über sein Album und die Zusammenarbeit mit Schlager-Ikone Nino de Angelo.

Es war eine Zeit lang etwas ruhig um dich, was hast du in der letzten Zeit getrieben?
Ich habe eigentlich immer viel gemacht. Leute aus der Szene wissen, dass ich auch im Hintergrund viel gemacht habe. Ich habe Texte für andere Künstler geschrieben, ich habe aber auch Künstler entdeckt und herausgebracht. Jetzt habe ich mich aber wieder um mich selbst gekümmert. Ich feiere gerade ein Comeback, ich habe gestern die Nachricht bekommen, dass mein neues Album auf Platz 5 eingestiegen ist. Das ist mein erfolgreichstes Album, was ich je gemacht habe. Ich bin im siebten Himmel. Manchmal habe ich selber nicht gedacht, das so was noch mal passieren wird!

Hast du schon Resonanzen von alten wie auch neu gewonnen Fans bekommen?
Mir sagen so viele, Eko, ich bin mit dir groß geworden oder ich höre dich seitdem ich 12 Jahre alt bin. Leute, die Fans waren, die in der Zwischenzeit auch andere Sachen gehört haben, jetzt aber wieder auf den Trichter gekommen sind, können sich mit mir identifizieren und gönnen mir das. So viele auf Facebook schreiben mir, das ich mir das verdient habe, nach all den Jahren. Das gibt mir einfach sehr viel Kraft. Das ist echt das Schönste, was mir in den letzten Jahren passiert ist.

Die erste offizielle Veröffentlichung aus dem Album ‚Ekrem’ ist eine Zusammenarbeit mit dem 48-jährigen Schlagersänger Nino de Angelo. Wie kam es dazu?
Wir sind bei dem selben Label (Anm.der Redaktion 7days music entertainment AG) und wir haben uns im Sommer bei der Labelparty kennen gelernt. Als ich ihn gesehen habe, habe ich gedacht, wow der ist eine lebende Legende. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mal einen Text für ihn schreiben könnte, so ist es dann gekommen. Er kommt auch aus Köln und dort haben wir uns dann wieder getroffen. Er fragte mich, ob ich ‚Jenseits von Eden’ kenne und meinte, dass es auch sehr gut zu Rap passen würde. Als ich den Song dann zu Hause angehört habe, war ich begeistert, es ist zwar ein Schlagersong, aber er ist gesellschaftskritisch. Und so ist es dann gekommen.

Hat sich durch die Zusammenarbeit vielleicht auch eine Freundschaft entwickelt?
Sicher, er ist zwar älter, aber wie ein großer Bruder. Er ruft mich an, fragt wie es um die Charts steht, ein sehr toller Mann. Wir sind dann auch bei ‚The Dome’ aufgetreten und das war eine Krönung. Auch für ihn, da er wegen seiner Krankheit komplett seine Stimme verloren hatte und die hat er sich jetzt wieder aufgebaut. Das ist eine deutsche Traumgeschichte. So eine geile Hookline, die er singt!

Wird es zu dem Album auch eine Tour geben?
Ich bin gerade auf Tour. Ich bin sonst immer für Single-Erfolge bekannt gewesen, habe immer kurze Auftritte in Clubs gehabt. Jetzt habe ich ein Albumerfolg, das ist eine neue Situation für mich. Ich mache quasi komplette Konzert, spiele das ganze Album. Ich würde das Publikum wie folgt beschreiben: Es sind Jüngere dabei, aber es sind auch welche da, die jahrelang dabei sind, die bringen mir Zeitungsartikel oder Fotos von früher mit. Das ist überwältigend für mich, ich lebe das zweite mal meinen großen Traum.

Auf dem Song ‚Köln Kalk Ehrenmord’ sprichst du ein sehr ernstes und auch gleichzeitig heikles Thema an. Warum war es dir so wichtig, dieses in einen Song zu packen?
Ich hab den Song als Geschichte geschrieben, das kam einfach so aus mir heraus. Als es fertig war, habe ich es gemerkt wie politisch das Thema ist, das war mir vorher gar nicht bewusst. Der Song ist in einem Slang erzählt, deswegen kommt das auch bei den Leuten an. Das Thema wurde schon oft von Politikern oder sonst wem angesprochen, aber das kommt eben bei den Jugendlichen nicht so an wie eben mein Song. Ich hätte nicht gedacht, dass ‚Köln Kalk Ehrenmord’ solche Emotionen auslöst. Am Anfang war ich auch unsicher, ob ich das machen soll. Denn eigentlich ist das nicht meine Aufgabe. Aber als ich gesehen habe, das mir die Leute zuhören, empfand ich das als meine Pflicht.

Hast du selber in deinem Umfeld mit diesem Thema zu tun gehabt und Erfahrungen gemacht?
Ja, ich hatte einen Freund, dem das passiert ist. Es war zwar kein Deutscher und mit einer Türkin zusammen, aber dennoch wollten die Eltern von ihr das nicht. Und dann hat der Bruder ihn umgebracht. Es war sehr traurig, aber die Geschichte ist schon sehr lange her.