Montag, 19. September 2011, 23:38 Uhr

Dick Brave ist zurück: Alles über das neue Album

München. Der smarte Sänger mit der großen Schmalztolle und dem noch größeren Herz für Rock’n’Roll ist sieben Jahre nach seinem letzten Album zurück: Dick Brave. Und das mit der neuen Scheibe „Rock’n’Roll Therapy“ im Gepäck.

17 neue Stücke von sich und seinen unvergleichlichen Backbeats entfalten hier ihre fantastische Sogkraft.

Die neueste Single ist die Depeche-Mode-Coverversion „Just Can’t Get Enough“.

Was sich jetzt nach einer schnöden Plattenveröffentlichung anhört, vollzieht sich jedoch unter dramatischen Umständen. Doch erstmal alles auf Anfang. Bereits in den 90er Jahren räumt der Kanadier in seiner Heimat und den USA rock’n’roll-technisch so was von ab, um dann ein erstes Mal zu verschwinden.

Erst 2002 tauchen Dick Braveund die Backbeatswieder aus der Versenkung auf und lassen diesmal auch Europa und speziell Deutschland unter ihren knackigen Rockabilly-Klängen geradezu erzittern.

Sie sammeln so ziemlich alle Preise ein, die es fürs Musikmachen gibt, darunter Comet und Echo. Das Album „Dick This!“ klettert schließlich auf die Eins der Albumcharts und verkauft sich mehr als eine halbe Million Mal. Die erste große Deutschlandtournee 2004 ist komplett ausverkauft.

Seine Auftritte bei Rock im Park und Rock am Ring und weiteren Sommer-Festivals sind ein einziger Triumphzug. Ein letztes Konzert vor Weihnachten in Dortmund ist der krönende Abschluss dieses Jahres. Durch einen Auftritt bei der Hochzeit der US-amerikanischen Sängerin und Songschreiberin P!nk tragen Dick Brave und seine Jungs dazu bei, dass sie diesen Tag nie wieder vergessen wird.

Auf dem Höhepunkt seines Erfolges verschwindet der kanadische Sänger. Dick Brave gilt nach einem Flugzeugabsturz in den Weiten Kanadas lange als verschollen, bis ihn der ehemalige MTV-Journalist Klaas Heuer-Umlauf zufällig in einer einsamen, weit abgelegenen Blockhütte entdeckt. Einer Hütte, die Dick Brave über sieben Jahre nicht verlassen hat. Dazu titelt der Calgary Observer am Samstag, den 12. März 2011, mit der Schlagzeile „Unbelievable! Rock’n’Roll Star Dick Brave found in Canadian woods.“

Klingt alles wie ein Märchen. Ist es vielleicht auch.

Seine Erinnerung an die Zeit, als er mit Schmalztolle, coolen Klamotten und noch coolerem Gesang den Sound der frühen Beat-Jahre zelebrierte, ist völlig ausgelöscht. Rock’n’Roll-Amnesie. Nur langsam weicht dieser Erinnerungsverlust. Bruchstückhaft tauchen Bilder und Songs aus der Vergangenheit auf. Aber Dick Brave kämpft sich zurück ins Leben und ist nach einer unfassbaren Kraftanstrengungen und der Hilfe von Freunden, Therapeuten und seinen Fans jetzt wieder da ist, wo er hingehört. Er bleibt allerdings wortkarg und lässt sich lediglich mit einem „Yes, I’m Back!“ zitieren.

Im Studio hat er die letzten sieben Jahre verarbeitet und veröffentlicht am 14. Oktober mit „Rock´n´Roll Therapy“ das langerwartete zweite Album, standesgemäß auf dem Label des „King“, RCA.

Der Titel „Rock’n’Roll Therapy“ erschließt sich auf dem geschilderten Hintergrund erst in seiner vollen Bedeutung. Und was hat er sich da im Tonstudio kreativ so vorgeknöpft, der Herr Brave? Von den Punk-Rockern Green Day lässt er sich „American Idiot“ liefern, von den Kings Of Leon „Use Somebody“, „Just The Way You Are“ stammt von Bruno Mars und von Depeche Mode „Just Can’t Get Enough.“ Dem legendären „Always On My Mind” von Elvis Presley nimmt sich Dick Brave auch an und verarbeitet die Töne zu Coverversionen, die sich gewaschen haben.

Eine Club-Tour-Therapie im Frühsommer beamte den jungen Mann zurück in die Zukunft. Natürlich stehen ihm die Backbeats auch dann zur Seite, wenn er im November zur großen, ausverkauften „Rock’n’Roll Therapy“-Gastspielreise durch Deutschland aufbrechen wird.

Fotos: Sven Sindt/Upfront